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Wie ist der Sachstand bei wichtigen Themen in der Gemeinde Holdorf?

Der Ausbau der Industriestraße, das Neubaugebiet in Langenberg oder ein Konzept für den Bürgerpark: Die Politik treibt die Planungen für die Projekte peu à peu voran.

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Zahlreiche Schäden auf 6 Kilometern Länge: Die marode Industriestraße in Holdorf soll möglichst ab 2023 ausgebaut werden.  Foto: Böckmann

Zahlreiche Schäden auf 6 Kilometern Länge: Die marode Industriestraße in Holdorf soll möglichst ab 2023 ausgebaut werden.  Foto: Böckmann

Die Sanierung der Industriestraße, das neue Baugebiet in Langenberg, die Ausschreibung für den Bürgerpark im Allgemeinen und die Kreuzung Im Kleinen Esch / Osterort im Speziellen: Auf der Agenda der Gemeinde Holdorf liegen wichtige Themen, die die Holdorfer Politik schon länger bespricht. Wie ist der dort jeweils der Sachstand? Darüber gab die Gemeinde in der jüngsten Ratssitzung Auskunft.

Industriestraße: In der Sitzung am 13. Dezember 2022 soll der Gemeinderat den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan fassen. Mit einem dann positiven Ratsbeschluss wäre dann zumindest die Baureife für den Ausbau der maroden Industriestraße erfüllt. Diesen Zeitplan kann die Gemeinde Holdorf, teilte Bauamtsleiterin Anita Bothe mit, bislang halten. Doch die Verwaltung muss bis dahin noch einige komplizierte Fragen klären. Wie zum Beispiel die der Gashochdruckleitung, die in Handorf in Richtung Kreisel im südlichen Bereich der Industriestraße verläuft.

Diese darf laut der EWE bei einem Ausbau der Ortsumgehung nicht mit einer Fahrbahn überbaut werden, wohl aber mit einem Geh- und Radweg. Weshalb das Planungsbüro vorgeschlagen hatte, den Geh- und Radweg von Norden nach Süden zu verlegen. Andererseits ist es auch möglich, die Gashochdruckleitung zu verlegen. Die EWE würde dafür die Kosten übernehmen. Die EWE teilte der Gemeinde jetzt noch schriftlich mit, dass beide Varianten möglich sind. Der Energieversorger plädiert aber dafür, für die Variante, den Geh- und Radweg zu verlegen.

Foto: BöckmannFoto: Böckmann

Der Haken an dieser Stelle? Wenn der Geh- und Radweg nach Süden verlegt werden würde, müsste die Straße nach Norden ausgebaut werden. Dann allerdings würde der Abstand der Fahrbahn zu den Stallanlagen von CDU-Ratsherr Dirk Schwertmann von 4,41 auf 3 Meter schrumpfen. Das hatte der Rat wiederum abgelehnt. Die Verwaltung sucht nun nach Lösungen mit Dirk Schwertmann. Doch ein Gespräch mit dem Landwirt hatte es bis zur Ratssitzung aufgrund von Terminschwierigkeiten immer noch nicht gegeben.

Parallel zu diesem komplexen Punkt führt Wirtschaftsförderer Thomas gr. Schlarmann Gespräche mit den Grundstückseigentümern für den nötigen Flächenverkauf. Auch das Verfahren zur Kartierung der Tierbestände laufe parallel, teilte Anita Bothe mit.

Neubaugebiet in Langenberg: Entlang der Bahnhofstraße und des Steinfelder Dammes entsteht ein neues Wohngebiet. Dort sind insgesamt 110 Wohneinheiten auf der rund 7 Hektar großen Fläche vorgesehen. Wie dort künftig gewohnt werden soll, das diskutierten die Fachpolitiker schon ein halbes Dutzend Mal. Der Gemeinderat hat jetzt einstimmig beschlossen, einen sogenannten "städteplanerischen Ideenwettbewerb" durchzuführen. Dabei sollen die Planer auch ein energetisches Konzept mit einer zentralen Wärmeversorgung vorlegen.

Die Gemeinde macht den Planern für die 110 Wohneinheiten Vorgaben. Nämlich: 60 Prozent sind freistehende Einfamilienhäuser mit einer Größe von 500 bis 600 Quadratmetern. 15 Prozent der Einheiten sind für Kettenhäuser (allerdings nur in 4 aufeinanderfolgenden Einheiten mit jeweils 2 Geschossen) vorgesehen. Auf 15 Prozent der Wohneinheiten sollen mehrgeschossige Wohngebäude (mit maximal 6 Wohneinheiten) möglich sein. 10 Prozent der Wohneinheiten sind für den sozialen Wohnungsbau (mit maximal 6 Wohneinheiten) geplant.

Im parallelen Verlauf zur Bahnhofsstraße gibt es einen Baumbestand, der nach Möglichkeit zu berücksichtigen oder im Baugebiet zu kompensieren ist. Die Sanierung der Bahnhofstraße ist übrigens mittelfristig geplant. Sie wird dann, inklusive zweier Geh- und Radwege, eine Breite von 13,50 bis 15 Meter aufweisen.

Bürgerpark: Wie soll der künftige Bürgerpark am Osterort und Ostring gestaltet werden? Ideen, neben der feststehenden Translozierung der Hofstelle Münzebrock bis Ende des Jahres, gibt es viele. Geld ist durchaus vorhanden. Auch dank EU-Fördergeldern steht für die Gestaltung rund 1 Million Euro zur Verfügung (ein Budget, das allerdings nicht überschritten werden darf). Ein Konzept für den Bürgerpark soll jetzt ein Planer erstellen und möglichst in der öffentlichen Sitzung am 28. September den Bürgerinnen und Bürgern vorstellen.

Der Holdorfer Gemeinderat hat jetzt in seiner Sitzung einstimmig die Ausschreibungsunterlagen für die 3,5 Hektar große Fläche beschlossen. Elemente, die bei der Planung berücksichtigt werden sollen, sind unter anderem:

  • eine Wegeverbindung zwischen Osterort und Dersastraße sowie weitere Zugänge auf das Gelände
  • ein Generationen gerechter Park für Jung und Alt
  • mehrere Sitzmöglichkeiten (Bänke, Stühle, Tische)
  • eine ausreichende, möglichst umweltbewusste Beleuchtung
  • ein Labyrinth aus Heckenpflanzen
  • Hundewiese/Spielwiese und eine Blühwiese
  • Versickerungsmulden
  • Barrierefreiheit
  • sowie weitere Vorgaben mit Blick auf den Klima- und Umweltschutz

Kreuzung Osterort / Im kleinen Esch: Nach dem Tod des Eigentümers der Flächen an der unübersichtlichen Kreuzung wurden die Gespräche über einen Flächenkauf abrupt gestoppt. Unabhängig davon hat der Gemeinderat einem Bauleitplanverfahren im beschleunigten Verfahren zugestimmt.

Das Ziel: Um die Kreuzung zu entschärfen, soll sie großzügiger ausgebaut werden. Gleichzeitig soll der Geh- und Radweg entlang der Straße Im kleinen Esch vom Baugebiet „Lagerweg III“ bis zum Kreuzungsbereich am Osterort fortgeführt werden.

Unübersichtlich: Der Einmündungsbereich Im Kleinen Esch  Osterort. Foto: VollmerUnübersichtlich: Der Einmündungsbereich Im Kleinen Esch / Osterort. Foto: Vollmer

Einig ist sich die Politik dabei: Dieser Radweg soll in einer Breite erstellt werden, ohne dass ein Gebäude abgerissen werden muss. Bürgermeister Wolfgang Krug hofft, „dass es bald einen Ansprechpartner unter den Erben gibt“, um in  Grundstücksverhandlungen treten zu können. Denn um die  Straßeneinmündung zu verbreitern, ist der Erwerb eines schmalen Teils des gegenüberliegenden Grundstücks notwendig.

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