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Wie Holdorf den Ortskern sanieren will

Die Gemeinde erhält Fördermittel in Höhe von 800.000 Euro. Sie möchte einen Bürgerpark schaffen, ein Kulturzentrum bauen und den Rathausvorplatz aufwerten.

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Noch eine Pferdewiese, bald ein Bürgerpark? Das ist die Grünfläche am Ostring in Holdorf. Foto: Vollmer

Noch eine Pferdewiese, bald ein Bürgerpark? Das ist die Grünfläche am Ostring in Holdorf. Foto: Vollmer

Die E-Mail des niedersächsischen Bauministeriums traf am vergangenen Mittwoch ein - und die Freude über den Inhalt in der Verwaltung der Gemeinde Holdorf war groß. Denn die Südkreiskommune erhielt an jenem Nachmittag die Nachricht, dass sie in das Städtebauförderungsprogramm "Lebendige Zentren" aufgenommen wurde.  Die Bewerbungen aus den Jahren 2019 und 2020 waren also erfolgreich.

Was bedeutet die Nachricht nun? Der Gemeinde Holdorf stehen in einem ersten Schritt für dieses Jahr 800.000 Euro von Bund und Land für die Ortskernsanierung zur Verfügung. Die Gemeinde muss dies allerdings mit einem Eigenanteil von 400.000 Euro gegenfinanzieren. Mittel, die der Rat im Haushalt bereitgestellt hat.

Der Antrag der Gemeinde umfasst einen Zeitraum von 2020 bis 2025. Er hat ein Finanzvolumen von rund 4,267 Millionen Euro. Davon muss die Gemeinde 1,422 Millionen Euro (= ein Drittel der Gesamtkosten) selbst aufbringen; 2,845 Millionen Euro fließen von außen als Zuschuss nach Holdorf (= zwei Drittel). Die Auszahlungsmodalitäten der Städtebauförderung sehen übrigens eine Finanzierung in "Jahresscheiben" vor. Das bedeutet konkret, dass die für das Förderjahr 2020 zugesagten 800.000 Euro auf fünf Jahre verteilt ausgezahlt werden. Ebenso verhält es sich mit den Mitteln der Folgejahre.

Die Hofstelle Münzebrock soll in den neuen Bürgerpark zwischen Ostring und Osterort versetzt werden. Foto: VollmerDie Hofstelle Münzebrock soll in den neuen Bürgerpark zwischen Ostring und Osterort versetzt werden. Foto: Vollmer

Die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm für 2020 bedeutet jedoch keine Zusicherung, dass die Gesamtsumme finanziert wird, erklärte Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug. Die Regularien der Städtebauförderung verlangen nämlich, dass jedes Jahr aufs Neue ein Antrag, in dem Fördermittel für das Folgejahr bereitgestellt werden, eingereicht werden muss. Für das Förderjahr 2021 hat Holdorf den entsprechenden Antrag zu Ende Mai bereits abgegeben.

Welche Projekte hat die Gemeinde geplant?

Holdorf möchte auf der jetzigen Pferdewiese am Ostring einen Bürgerpark anlegen. Die Gemeinde möchte den Rathausvorplatz umgestalten. Sie plant den Kreuzungsbereich Osterort/Im Kleinen Esch zu entschärfen. Sie hofft, ein Heimat-, Vereins- und Kulturzentrum bauen zu können, wofür die Hofstelle Münzebrock in den Bürgerpark versetzt werden muss (Translozierung).  Eine Besonderheit an dem Städtebauprogramm ist, dass auch Privatpersonen Geld für Investitionen bekommen können, wenn sie im Fördergebiet leben.

Das Fördergebiet umfasst den Holdorfer Ortskern und die Fläche der ehemaligen Hofstelle Johanning/Spille. Nachdem im Mai 2019 die Gemeinde Holdorf einen Antrag für das Programm "Zukunft Stadtgrün" gestellt hatte, wurde dieser Anfang des Jahres in "Lebendige Zentren" umadressiert, da das Programm "Zukunft Stadtgrün" kurzfristig ausgelaufen war. Das Fördergebiet hatte die Gemeinde hierfür um die Bereiche Handorfer Mühlenbach, Schulstandort Holdorf, Museumswiese und die beiden Wegeverbindungen nach Fladderlohausen und Handorf-Langenberg verkleinert.

"Der 10. Juni war ein guter Tag für die Gemeinde Holdorf."Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug

Wie ist das weitere Vorgehen? Die Gemeinde Holdorf sucht nun ein Büro, das bei der Umsetzung hilft. Der Gemeinderat muss das Fördergebiet per Beschluss formal abgrenzen. Außerdem ist für den Bereich des künftigen Bürgerparks eine Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich.

"Der 10. Juni war ein guter Tag für die Gemeinde Holdorf", jubelte Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug. Das Städtebauprogramm sei "für die Gemeinde Holdorf und ihren Kernort die große Chance auf eine positive Weiterentwicklung". 

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