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Wie Holdorf das Ehrenamt stärken will

Der Ausschuss für Gesellschaftliche Belange spricht über einen Ehrenamtsbeauftragten, Auszeichnungen und mehr Geld für Engagierte.

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Beispiel für Unbezahlbar- und Unentbehrlichkeit: Die ehrenamtliche „Carpe Diem“-Aktion – ein „Waschtag für Fahrräder“ – der Holdorfer Messdienergemeinschaft St. Peter und Paul um ihren 1. Vorsitzenden Christoph Kenkel fand zugunsten des Kinder- und Jugendhospizes in Wilhemshaven statt. Der Präsident des Göricke-Fahrradclubs, Frank Themann (2. von rechts), spendete für diesen guten Zweck 150 Euro. Archivfoto: Röttgers

Beispiel für Unbezahlbar- und Unentbehrlichkeit: Die ehrenamtliche „Carpe Diem“-Aktion – ein „Waschtag für Fahrräder“ – der Holdorfer Messdienergemeinschaft St. Peter und Paul um ihren 1. Vorsitzenden Christoph Kenkel fand zugunsten des Kinder- und Jugendhospizes in Wilhemshaven statt. Der Präsident des Göricke-Fahrradclubs, Frank Themann (2. von rechts), spendete für diesen guten Zweck 150 Euro. Archivfoto: Röttgers

"Was die Ehrenamtlichen in unserem Lande leisten, kann kein Staat bezahlen“, würdigte bereits seinerzeit der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog das unentgeltliche Engagement seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ehrenamtliche seien "ein Riesenschatz und ein zentraler Baustein für unser gesellschaftliches Leben“, äußerte auch Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug zum Ehrenamt. Das möchte die Gemeinde nämlich zukünftig noch mehr stärken, wie die Mitglieder des Ausschusses für Gesellschaftliche Belange dem Verwaltungsausschuss vorgeschlagen haben.

Was heißt das konkret? Angedacht sind dazu Neuerungen, wie die Einführung eines Ehrenamtsbeauftragten und einer Ehrenamtsmedaille. Außerdem hat der Ausschuss zugestimmt, die Förderrichtlinie für Vereins- und Jugendarbeit unisono zu überarbeiten.

Zuschüsse für die Vereine sollen sich erhöhen

So soll sich nach den Plänen des Ausschusses die Bezuschussung Jugendlicher unter 18 Jahren im Verein von 12,50 Euro auf 15 Euro erhöhen. Für Fahrten und Lager werden zukünftig statt bisher 1,50 Euro 3 Euro pro Teilnehmer und Tag in die Hand genommen. Wer an explizit anerkannten Bildungsmaßnahmen außerhalb seines eigenen Vereins teilnimmt, kann eine Förderung von statt bisher 2,50 Euro auf 5 Euro pro Teilnehmer und Tag erhalten.  Auch die Förderung von Gruppenleiterausbildungen bezuschusst die Gemeinde mit 5 Euro pro Teilnehmer und Tag, maximal jedoch 50 Prozent der Gesamtkosten. "Vereine mit gesellschaftlichem Mehrwert“ könnten 10 Euro pro Person bis zu einem Betrag von 100 Euro pro nicht eingetragenem Verein erhalten.

Die neu zu besetzende Stelle eines Ehrenamtsbeauftragten, der zukünftig im Haupthaus im Bürgerpark seinen Platz haben soll, ist mit bis zu 20 Stunden pro Woche angedacht. Dieser könne zum "Bindeglied zwischen Ehrenamt und Rathaus“ werden, zeigte sich der Bürgermeister sichtlich begeistert von der Idee, mehr für das Vereinswesen in und um seine Gemeinde tun zu wollen. Ein Ehrenamtsbeauftragter könne beispielsweise rechtlich Vereinen helfen, wenn es um Haftungsfragen oder auch Förderprogramme gehe, benannte der Bürgermeister ganz konkrete Anwendungsbeispiele.

Vorangegangen waren der Diskussion zwei ähnlich formulierte Anträge der CDU-Fraktion und der noch aus der letzten Ratsperiode stammenden Gruppe SPD-Fraktion/FDP, die sich beide für die Stärkung und Förderung des Ehrenamtes aussprachen. "s ist kein Geheimnis, dass es auch in unserem ländlichen Raum mittlerweile schwierig wird, Leute für das Ehrenamt zu finden“, erläuterte Ratsherr Hendrik Echtermann (CDU) sein Bestreben, das Vereinsleben damit wieder ankurbeln zu können.  Die Stelle des „Ehrenamtsbeauftragten“ werde bereits im Haushalt 2023 berücksichtigt.

Diskussion um Ehrenamtsmedaille

Für Diskussion sorgte anfänglich hingegen die Einführung einer "Ehrenamtsmedaille“, mit der engagierte Bürgerinnen und Bürger gewürdigt werden sollen. "Ich halte da gar nichts von“, gestand Inge Olberding (SPD) ganz offen, da so "nur einige wenige Menschen herausgestellt werden“ würden und andere eben nicht. Der Heimatvereinsvorsitzende Bernhard Echtermann entgegnete als beratendes Mitglied, dass "viele Vereine um Ehrenamtliche regelrecht ringen“. Auch in Holdorf nähme die Bereitschaft, sich einzusetzen, rapide ab. Diesen Trend habe die Pandemiezeit verstärkt.

Ehrungen seien ein "sehr sensibles Thema“, pflichtete Echtermann allerdings bei. Sie könnten jedoch neben der Auszeichnung zum "Bürger des Jahres" eine "Hilfestellung für die Vereine“ sein. Auf alle Fälle müsse man stets „ein offenes Ohr für die Vereine“ haben und deren "Zukunft erhalten“, betonte Echtermann.

Auch Bürgermeister Dr. Krug fand Gefallen an solch einer Auszeichnung, da die Verleihung zum "Bürger des Jahres“ nach den festgelegten Vergabekriterien immer gleich für ein ganzes Lebenswerk stehe, mit einer Medaille jedoch auch "engagierte Phasen im Leben“ gewürdigt werden könnten. "Die Gemeinde erkennt somit an und nimmt wahr, was Ehrenamtliche in vielen, vielen Stunden Vereinsarbeit leisten.“

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