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Wie geht es weiter in Nahost?

Thema: Perspektiven nach dem jüngsten Krieg –Die Waffen schweigen, aber eine Lösung für den Konflikt zwischen Israelis und Palästiensern liegt in weiter Ferne.

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Was gibt es noch zum Waffengang zwischen Israel und der Hamas zu sagen? Unschuldige sind gestorben, das ist klar. Wie viele zivile Opfer es aber im Gazastreifen gab, bleibt unklar. Denn die Hamas missbraucht Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Raketen der Hamas, die vorzeitig abstürzen und das eigene Volk treffen, schieben die Terroristen gerne den Israelis unter. Und manche der „Kinder“, die getötet worden sein sollen, sind laut Medienberichten 15- bis 17-jährige Kämpfer der Hamas.

Politisch hat sich im Nahostkonflikt derweil wenig verändert. Israel bleibt die militärisch überlegene Macht, die das Westjordanland besetzt hält. Bis 2005 war auch der Gazastreifen besetzt. Dann entschloss Israel sich zu einem einseitigen Schritt: Das Militär zog ab und nahm alle israelischen Bürger mit sich. Die Idee der Regierung in Jerusalem: Land gegen Frieden.

Wenn Israel sich zurückzieht, wächst die Gefahr

Was danach in Gaza passierte, ist der Grund, weshalb ein souveränes Palästina in weite Ferne gerückt ist: Die Hamas übernahm die Herrschaft nach einem innerpalästinensischen Bürgerkrieg. Sie etablierte ein Terrorfürstentum und begann, Israel mit Raketen zu beschießen. Seither gab es vier Kriege zwischen Hamas und Israel.

Das Fazit des Versuchs um Gaza lautet daher: Wenn Israel sich zurückzieht, entsteht eine große Bedrohung für den jüdischen Staat. Man stelle sich vor, Israel würde die Lektion in den Wind schlagen und trotzdem der Schaffung eines souveränen Staates Palästina im Westjordanland und Gaza zustimmen.

Wenn sich auch hier die Hamas durchsetzte – und das ist alles andere als unwahrscheinlich –, dann wäre Israel jeden Tag in seiner Existenz bedroht. Und damit das Leben eines Gutteils aller Juden weltweit.

Frieden wird es nur durch Kompromisse geben

Ein Blick auf die Karte verdeutlicht das: Auf der Höhe von Tel Aviv ist Israel kaum 30 Kilometer breit. Ein feindlich gesinnter Palästinenserstaat könnte das wirtschaftliche Zentrum des Landes in Windeseile einnehmen. Für das Land Israel, dem seine Nachbarn wiederholt mit totaler Vernichtung gedroht haben – etwa im Unabhängigkeitskrieg 1948, dem Sechstagekrieg 1967 und dem Jom-Kippur-Krieg 1973 – kann das niemals eine akzeptable Perspektive sein.

Vorerst wird die israelische Besatzung des Westjordanlands daher andauern. Je länger, desto weiter treiben jüdische nationalistische Siedler ihre Landnahme im Westjordanland. Das aber untergräbt jede Chance für eine friedliche Koexistenz – und einen eigenen Staat, auf den die Palästinenser natürlich ein moralisches Recht haben. Welchen Ausweg gibt es? Am Ende ist es ganz einfach: Frieden wird es nur durch Kompromisse geben. Die aber sind zwischen Jordan und Mittelmeer derzeit nicht in Sicht.

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