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Wie geht eigentlich Kommunalpolitik? Schüler erhalten spannende Einblicke

Mit dem Projekt "Politik.Macht.Schule" werden Jugendlichen die Aufgaben der lokalen Politik und die Arbeit der kommunalen Verwaltung nähergebracht. 2 Schulen aus Vechta nehmen teil.

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Bereit loszulegen: Die Klasse 7 der GSO eröffnet das Projekt „Schule.Macht.Politik“. An ihrer Seite stehen dabei (hinten von links) Bürgermeister Kristian Kater, Simone Göhner (CDU), Stellvertretender Bürgermeister Bernhard Schwarting (Grüne), Ilka Middelbeck (Grüne), Thomas Frilling (CDU) Hülya Thoka, Politiklehrerin, Schulleiterin Anke Magerfleisch, Sandra Sollmann (Erste Stadträtin), Juanita Ruhr (Leiterin des Ratsbüros) und Felix Wehry (CDU). Foto: Seelhorst

Bereit loszulegen: Die Klasse 7 der GSO eröffnet das Projekt „Schule.Macht.Politik“. An ihrer Seite stehen dabei (hinten von links) Bürgermeister Kristian Kater, Simone Göhner (CDU), Stellvertretender Bürgermeister Bernhard Schwarting (Grüne), Ilka Middelbeck (Grüne), Thomas Frilling (CDU) Hülya Thoka, Politiklehrerin, Schulleiterin Anke Magerfleisch, Sandra Sollmann (Erste Stadträtin), Juanita Ruhr (Leiterin des Ratsbüros) und Felix Wehry (CDU). Foto: Seelhorst

"Ihr Schülerinnen und Schüler befindet euch hier im wichtigsten Saal", begrüßt Bürgermeister Kristian Kater den Wahlpflichtkurs der Klasse 7 der Geschwister-Scholl-Oberschule im Ratssaal des Rathauses. Damit hat das Projekt "Schule.Macht.Politik" nun offiziell begonnen. Am 7. Dezember steigen die 8. Klassen des Kolleg St. Thomas mit ein. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler aus erster Hand lernen, wie demokratische Entscheidungen auf kommunaler Ebene in die Tat umgesetzt werden. Sie durchlaufen sämtliche Schritte – von der Idee über die Planung bis hin zum Beschluss.

Zur Einstiegsveranstaltung versammelten sich die Jugendlichen mit ihrer Politiklehrerin, Hülya Thoka, und Schulleiterin Anke Magerfleisch in besagtem Saal, an dessen Kopfende sich bereits einige Ratsmitglieder befanden. Kater übergab das Wort an Juanita Ruhr, Leiterin des Ratsbüros. Nach der Einstellung der Platzmikrofone, die an diesem Tag noch oft zum Einsatz kamen, erklärte sie den Schülern schließlich die Grundlagen der Demokratie und wie diese durch die Wahl von Vertretern im Rat auf kommunaler Ebene sichtbar werden.

Vorschläge durchlaufen viele verschiedene Stationen

Ruhr fragte die Schülerinnen und Schüler nach einem Beispiel für eine Verbesserung ihrer Schule und erhielt nach kurzem Überlegen bereits mehrere Vorschläge – wie etwa neue Spielgeräte – aber auch Fragen wie die zum Fortschritt der Baumaßnahmen am Bergkeller. Anhand des Beispiels eines geplanten Street-Basketball-Feldes erklärte Ruhr nun den Weg eines Vorschlags bis zu seiner Vollendung und Umsetzung. Dafür seien beispielsweise Baugenehmigungen, Kostenvoranschläge, oder auch Schallemissionsgutachten von Nöten, die von den jeweiligen Fachdiensten eingeholt werden, erläuterte sie den Schülerinnen und Schülern. Und: Der Rat plane dabei auch die Einnahmen und Ausgaben der Stadt und entscheide, ob und wann das Projekt zu stemmen sei. Gleichzeitig brachte Ruhr den Jugendlichen auch die verschiedenen Rollen, Instanzen und Fraktionen sowie deren Verteilung im Rat näher.

Die Schülerinnen und Schüler warfen jedoch immer wieder Fragen in den Raum, auf die die Ratsmitglieder dann auch antworteten und sich erklärten – beispielsweise gab es große Verwunderung über die hohen Kosten für das Streetball-Feld.

Dies sei ja fast eine Bürgersprechstunde, scherzte Kater. Tatsächlich herrschte im Raum eine gesunde Diskussionskultur auf Augenhöhe und war somit eine perfekte Einleitung für die kommenden Projektwochen. "Wir freuen uns sehr, das Projekt mit euch zu machen", sagte Ruhr und lobte die tolle Beteiligung.

Ruhr lobte rege Beteiligung und Zuhören der Schüler

Es sei schwer, Politik und die Schüler zusammenzubekommen. Die Sitzungen finden meist um 18 Uhr statt, da habe kein Schüler Zeit dafür. Deswegen soll das Projekt die Jugendlichen dort abholen, wo sie sind – in der Schule. Die Ratsmitglieder, die das Projekt ehrenamtlich begleiten, kommen dazu in die Schule und führen direkte Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern. Hülya Toka und Politiklehrer Frank Hölzen (Kolleg St. Thomas), gleichzeitig auch Mitglied im Vechtaer Stadtrat, leiten das Projekt im Unterricht. Sie vermitteln den Jugendlichen Grundlagen, entwickeln gemeinsam mit ihnen Ideen und bereiten fiktive Sitzungen von Ratsausschüssen vor.

Auch soll das Projekt im Lehrplan eine größere Aufmerksamkeit finden. Für dieses Unterfangen habe man direkt mit den Schulen zusammengearbeitet und den Plan erstellt, so Ruhr. So könne man laut Kater die zukünftigen Wähler abholen. "Letztlich sollen die Jugendlichen erkennen, dass sie Teil dieses demokratischen Prozesses sind und sie sich einbringen können. Vielleicht entsteht bei einigen ja auch die Lust darauf, sich selbst einmal auf kommunalpolitischer Ebene für die Gesellschaft einzusetzen", sagte Kater.

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