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Wie Dinklage klimafreundlicher werden kann

In einem Sanierungsgebiet im Westen der Stadt gibt es viele ältere Wohngebäude. Mit Förderungen und kostenlosen Beratungen soll es Anreize für Energie sparende Investitionen geben.

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Das Gebäude sanieren: Das ist ein Aspekt, wie Energie eingespart werden kann. Foto: pixabay

Das Gebäude sanieren: Das ist ein Aspekt, wie Energie eingespart werden kann. Foto: pixabay

Wie können Gebäude in Dinklage energetisch saniert werden? Wie lassen sich Häuser in der Burgwaldstadt klimafreundlich mit Wärme versorgen? Welchen Anteil können die Bürger leisten, damit Dinklage ein klein wenig klimafreundlicher wird? Dies sind Fragen, die die Stadt im Rahmen eines energetischen Quartierskonzeptes im Sanierungsgebiet "Dinklage-West" ausloten möchten. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Beschluss gefasst, das förmliche Verfahren für dieses Pilotprojekt einzuleiten. Die Federführung in der Verwaltung liegt in den Händen von Klimaschutzmanager Andre Woelk. Er setzt dabei die Arbeit seiner Vorgängerin Dorothee Arp fort.

Was ist mit dem energetischen Quartierskonzept überhaupt gemeint? Was etwas sperrig klingt, ist im Grund relativ einfach: Die Stadt Dinklage möchte untersuchen lassen, wie sich in einem bestimmten Gebiet die Energieverbräuche senken und die Treibhausgasimmissionen verringern lassen. Oder ganz einfach formuliert: In dem Gebiet geht es um das Energiesparen. Mit den Bürgern soll erarbeitet werden, welche Verbesserungen es in puncto Gebäude- und Energieverbrauch geben kann.

Für welches Gebiet wird das Konzept erstellt? Das Gebiet umfasst vor allem die Wohngebiete „Plaggenriehe“ und „Zuschlag“. Das Quartier verläuft im Westen von der Plaggenriehe bis zur Straße An der Bleiche im Osten, im Norden läuft es von der Quakenbrücker Straße bis im Süden zur Nelkenstraße. In dem Gebiet liegen unter anderem auch Aldi, Netto und Edeka, die Höner-Mark-Grundschule sowie die beiden Kindertagesstätten St. Martin und St. Catharina. In dem 52 Hektar großen Sanierungsgebiet leben übrigens 1200 Einwohner in 400 Haushalten.

52 Hektar groß: Das Sanierungsgebiet Dinklage-West bietet mit seinen rund 400 – meist älteren – Gebäuden viel Potential. Grafik: Stadt Dinklage  von der Heide (OV)52 Hektar groß: Das Sanierungsgebiet "Dinklage-West" bietet mit seinen rund 400 – meist älteren – Gebäuden viel Potential. Grafik: Stadt Dinklage / von der Heide (OV)

Warum ist gerade das ausgewählte Gebiet geeignet? Weil das Quartier viele ältere Gebäude mit relativ geringer Solarnutzung hat, weil dort Generationenwechsel bevorstehen und die Energieversorgung sich deshalb dort verändern könnte, hatte Dorothee Arp bereits 2020 erklärt. Dazu komme auch eine gewisse Finanzstärke der Bewohner und deshalb eine mögliche Bereitschaft, zu Investitionen. Es gebe außerdem Brachflächen und große Grundstücke. Die Verwaltung sieht in dem Gebiet „großes Sanierungs- und Nachverdichtungspotenzial für eine langfristige, nachhaltige und klimafreundliche Entwicklung“ des ausgewählten Stadtgebiets.

Welchen Nutzen haben denn die Hausbesitzer? Dieser besteht neben dem Klimaaspekt vor allem in den finanziellen Anreizen. Der Nutzen für die Bürger und Bürgerinnen kann besonders in steuerlichen Sonderabschreibungen liegen. Denn in einem Sanierungsgebiet können entstehende Modernisierungskosten zu 90 bis 100 Prozent von der Einkommenssteuer abgesetzt werden, erklärt Klimaschutzmanager Woelk. 

Ergänzend plant die Stadt ein „Energetisches Sanierungsmanagement“ einzusetzen. Dieses bietet kostenfreie Energie- und Planungsberatungen, die Vermittlung neuer Fördermittel sowie die Betreuung der steuerlichen Sonderabschreibungen für alle sanierungs- und energiesparwilligen Bewohnerinnen und Bewohner in „Dinklage-West“ kostenfrei an. 

Die Dinklager können vor allem auch verschiedene Fördertöpfe miteinander koppeln, betont Klimaschutzmanager Woelk. Dies sei sonst in der Form so nicht möglich. Ganz wichtig: Es besteht kein Muss, überhaupt irgendwelche Sanierungen zu tätigen, sondern nur ein Kann. Es werden auch keine Abgaben erhoben.

Wie geht es nun weiter? Ein Fachbüro wird in dem Gebiet nun untersuchen, ob die Gebäude in dem von der Stadt Dinklage festgelegten Gebiet auch den rechtlichen Anforderungen nach dem Baugesetzbuch genügen, um Sanierungen und Modernisierungen steuerlich zu begünstigen. Parallel dazu möchte die Stadt Dinklage die Bürger über das Vorgehaben informieren – zeitnah mindestens per Flyer und einer Online-Veranstaltung. Im Frühjahr 2022 ist dann, sofern Corona es erlaubt, auch eine öffentliche Bürgerversammlung geplant. Allgemein gilt: Die Stadt möchte "ein Stimmungsbild zur Wohnsituation, Zufriedenheit und Interessenlage erhalten".

Was sagt eigentlich die Politik zu dem Vorhaben? In den jüngsten Sitzungen des Finanzausschusses und des Stadtrats gab es dazu keine einzige Wortmeldung mehr. Aus gutem Grund: Denn alle Parteien hatten schon 2020 ihre Zustimmung zu dem Projekt gegeben.

  • Info: Näheres finden Sie auf der Homepage der Stadt Dinklage unter www.dinklage.de

Ansprechpartner sind:

  • André Woelk (Klimaschutzmanager)
    Telefon: 04443/ 899480
    E-Mail: woelk@dinklage.de
  • Ralf Manke (Planungsbüro)
    Telefon: 0421 / 3290121
    E-Mail: rmanke@baubeconstadtsanierung.de

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