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Wie die Politik den Sport trotz leerer Kassen fördern möchte

In Lastrup diskutierten Landtagskandidaten mit Vereinsvertretern. Vorgeschlagen wurden unter anderem Rentenpunkte für Ehrenämtler.

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Großes Podium: Die Landtagskandidaten legten ihre sportpolitischen Vorstellungen dar. Foto: Sarah Frerich

Großes Podium: Die Landtagskandidaten legten ihre sportpolitischen Vorstellungen dar. Foto: Sarah Frerich

In der Sportschule Lastrup haben Politiker aus beiden Cloppenburger Wahlkreisen über sportpolitische Themen diskutiert. Unter anderem ging es um die Stärkung des Kinder- und Jugendsports und um den Sportstättenbau. An der Veranstaltung nahmen auch Vertreter der lokalen Sportvereine teil. Sie scheuten sich nicht, kritische Fragen zu stellen.

„Niedersachsen hat keine Zukunft, wenn wir Kinder nicht in die Sportvereine bringen“. Mit diesen Worten eröffnete André Kwiatkowski, Vizepräsident des Landessportbundes, die Diskussion um die Sportförderung im Landkreis. Seit Beginn der Corona-Pandemie hätten die Vereine mit einem Rückgang von Anmeldungen zu kämpfen. Vor allem junge Menschen fehlten nun, berichtete Kwiatkowski. Auch der Betrieb vieler Schwimmbäder sei aufgrund der Energiekrise kaum noch haltbar. „Wir brauchen an dieser Stelle dringend finanzielle Mittel“, forderte der Vizepräsident.

Vorschlag: Rentenpunkte für Ehrenamtliche

„2 Jahrgänge ohne Schwimmkurse sind eine Katastrophe“, bestätigte Stephan Christ von den Grünen. Der Landtagskandidat sprach sich für die Aufrechterhaltung des Schwimmbadbetriebs auch im Winter aus. Zudem stehe die energetische Aufwertung der Bäder auf dem Plan. Dass am Sportangebot für Kinder und Jugendliche nicht gespart werden dürfe, findet auch Pia van de Lageweg (SPD) richtig. Sie setzt auf die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements. Ihr Parteigenosse Jan Oskar Höffmann schlug vor, das Ehrenamt durch Rentenpunkte oder Pauschalen aufzuwerten.

Die CDU sieht eine solche Förderung eher kritisch. „Wir können nur fördern, wenn wir die finanziellen Mittel dafür haben“, merkte Christoph Eilers an. Den Ehrenamtlichen ginge es aber nicht um das Geld, glaubt der Landtagsabgeordnete aus Cappeln. Vielmehr müsse man die bürokratischen Vorgaben für die Vereine minimieren.

Yilmaz Mutlu von der FDP sieht das Potenzial im Vereinssport vor allem in der Integration, Inklusion sowie in der Persönlichkeitsentwicklung. „Wir sind uns bewusst, welche Rolle der Sport spielt“, betonte der Cloppenburger. Auch er möchte die Förderung von Sportvereinen höher ansetzen, zumal Ehrenamtliche den Staat finanziell deutlich entlasten würden.

Keine Sporthalle – keine Trampolingruppe

Kritik an der Planung von Sportstätten in Cloppenburg äußerte Sabine Hinxlage. Die Leiterin eines Kinderturnkurses bemängelte die unzureichende Ausstattung mit Sportstätten im Landkreis. „Es gibt nicht genügend Turnhallen“. Die Pläne für eine Trampolingruppe etwa seien wegen fehlender Räumlichkeiten im Sande verlaufen.

Die Cloppenburger SPD möchte unterdessen eine neue Dreifeldsporthalle bauen. Das Projekt soll 13,5 Millionen Euro kosten. Laut Jan Oskar Höffmann würde der Bund 40 Prozent davon übernehmen. Die FDP hat Bedenken. „Wir können uns das zurzeit nicht leisten“, erklärte Yilmaz Mutlu. Vor einiger Zeit hatte der Stadtrat den Bau einer neuen Sporthalle abgelehnt.

Um die mit dem Wintereinbruch steigenden Kosten einzudämmen, wollen die Grünen einen Nothilfefonds sowie Entlastungspakete für die Sportvereine auf den Weg bringen. Die SPD plädiert indessen dafür, die Kreisumlage zu senken. „So schaffen wir kurzfristige Liquidität“, erklärte Pia van de Lageweg. Die CDU hält von der Idee nichts. „Wir würden uns dann zu sehr verschulden“, sagte Christoph Eilers. Abgesehen vom AfD-Vertreter Andreas Altergott sprachen sich die Politiker jedoch unisono für die Ausstattung der Sporteinrichtungen mit erneuerbaren Energien aus. 

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