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Widerlich und zynisch

Thema: Putin verkündet Einnahme Mariupols – Die Verkündigung des russischen Präsidenten ist ein schäbiger „Erfolg“. Die Ukraine braucht unsere Hilfe. Hoffentlich bringt sie etwas.

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Dass Russlands Präsident Putin die Einnahme Mariupols als „Befreiung“ bezeichnet, zeigt das zynische, menschenverachtende Weltbild des Diktators. In Grund und Boden haben seine Soldaten die Hafenstadt geschossen und gebombt. Auch die Anwesenheit des neonazistischen Asow-Regiments rechtfertigt nicht, wie Putin diese Stadt dem Erdboden gleichmachen ließ und wie er immer wieder den Abtransport wehrloser Zivilisten aus dem Kampfgebiet, in dem es zum Schluss weder Strom noch Wasser und Nahrung gab, verhinderte. Was für ein schäbiger „Erfolg“.

Dass er dazu jetzt die 2500 in einem Stahlwerk eingeschlossenen Soldaten, Zivilisten und Verwundeten verschonen will, ist keiner aufkeimenden Menschenliebe geschuldet, sondern reines Kalkül. Als Faustpfand in Verhandlungen mit der ukrainischen Regierung können ihm die Eingeschlossenen noch nützlich sein. Diese Sichtweise mag für Kriegszeiten üblich sein, dennoch ist und bleibt sie vor allem eins: widerlich.

Mit jeder Gräueltat, die Putins Schergen anrichten, wird klarer, welche Fehler Deutschland und die EU in der Vergangenheit in ihrer Russlandpolitik einschließlich der Handelsbeziehungen gemacht haben. Das jetzt mit eiligen Waffenlieferungen wieder gut zu machen, wird nicht gelingen. Und dennoch gibt es derzeit leider keine Alternative. So opfern wir wegen einer völlig verfehlten Politik seit der Besetzung der Krim 2014 das Ideal von einer pazifistischen Weltordnung. Es muss sein, denn wir stehen auch in der Schuld der Ukrainer. Hoffentlich werden die Waffenlieferungen ihnen helfen. Die Zweifel bleiben.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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