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Wetterdienst: Tornado zog über ostfriesische Gemeinde

Der Wetterdienst bestätigt: Tatsächlich zog ein Tornado durch die ostfriesische Gemeinde Großheide. Die Wirbelstürme sind extrem selten.

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Bild der Verwüstung: Der Tornado hat mindestens 50 Häuser schwer beschädigt. 5 Häuser galten am Morgen als unbewohnbar. Foto: dpa/Hüneke

Bild der Verwüstung: Der Tornado hat mindestens 50 Häuser schwer beschädigt. 5 Häuser galten am Morgen als unbewohnbar. Foto: dpa/Hüneke

Bei dem heftigen Sturm, der für schwere Schäden in der Gemeinde Großheide in Ostfriesland gesorgt hat, hat es sich laut Deutschem Wetterdienst (DWD) um einen Tornado gehandelt.

"Aufgrund von Augenzeugen und Videomaterial kann man eindeutig sagen, es war ein Tornado gestern Abend", sagte der Tornadoexperte des DWD, Andreas Friedrich am Dienstag. Der Wirbelsturm sei als mittelschwerer Tornado der Klasse F2 eingestuft worden, mit geschätzten Drehgeschwindigkeiten zwischen 180 und 250 Stundenkilometern. Der Durchmesser des Tornados habe Schätzungen zufolge zwischen mehreren Dutzend bis zu 100 Metern gelegen.

Bei dem Tornado habe es sich um einen sogenannten Kaltluft-Tornado wahrscheinlich ohne Superzelle gehandelt. „Das sind Tornados, die bilden sich in kalter Luft, wie sie gestern über Norddeutschland vorhanden war“, erklärte Friedrich. Ursache seien ausgeprägte Windscherungen – das heißt verschiedene Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen am Boden und in einem Kilometer Höhe. In diesem Gefüge entsteht eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und dann wie ein Rüssel aussieht.

Tornado hinterlässt Spur der Verwüstung

Jährlich würden im Schnitt zwischen 20 bis 60 Tornados in Deutschland nachgewiesen. Es gebe aber eine Dunkelziffer, da ein Teil der Tornados nicht erfasst werde. Mittelschwere Tornados der Stärke F2, wie nun in Großheide festgestellt, seien in Deutschland dagegen vergleichsweise selten, erklärte Friedrich.

Der Tornado richtete in Großheide schwere Schäden an. Am Dienstag begannen die Aufräumarbeiten. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sei groß, sagte Gemeindebürgermeister Fredy Fischer. "Es haben sich sehr viele gemeldet, die helfen wollten." Dachdecker und Baufirmen seien dabei, beschädigte Häuser zu reparieren. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bauhöfe rückten aus, um umgekippte Bäume zu beseitigen. Bereits in der Nacht hatten rund 100 Feuerwehrleute begonnen, erste Sturmschäden zu beseitigen und Gebäude provisorisch zu sichern.

Der Tornado hatte am Montagabend Dächer abgedeckt, ganze Dachfirste weggerissen und Fahrzeuge umgeworfen. Auch einzelne Gas-, Wasser-, und Stromleitungen wurden durch umgestürzte Bäume beschädigt. Verletzt wurde niemand.

Laut der Gemeinde Großheide sind die Straßen in den betroffenen Ortsteilen Berumerfehn und Ostermoordorf wieder freigeräumt. Einige Wege bleiben für die Aufräumarbeiten aber noch gesperrt. Fischer appellierte an Schaulustige, nicht an die Einsatzorte zu kommen, um die Aufräumarbeiten nicht zu behindern.

Die Feuerwehr ist seit der Nacht im Großeinsatz. Foto: dpaAssanimoghaddamDie Feuerwehr ist seit der Nacht im Großeinsatz. Foto: dpa/Assanimoghaddam

Über das Ausmaß der Schäden gebe es noch keine Erkenntnisse, sagte der Bürgermeister. Nach Feuerwehr-Angaben wurden rund 50 Gebäude beschädigt. Einige Häuser seien nicht mehr reparabel, sagte Fischer. "Es ist katastrophal."

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