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Wenn ältere Semester sich für die gemeinsame Sache einsetzen

Mit der Kommunalwahl 2021 endet die zweite Amtszeit des vor 8 Jahren gegründeten Lohner Seniorenbeirats. Grund genug, zurück zu blicken - und nach vorne.

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Viel erreicht, aber noch einiges vor: Clemens Haskamp und Hans Hogeweg vom Lohner Seniorenbeirat. Foto: Ebert

Viel erreicht, aber noch einiges vor: Clemens Haskamp und Hans Hogeweg vom Lohner Seniorenbeirat. Foto: Ebert

Dass der Ruhestand für manchen Pensionär eher ein "Unruhestand" ist, ist bekannt. Das gilt wohl auch für die Mitglieder des Seniorenbeirates der Stadt Lohne. Seit dem Jahr 2012 gibt es das Gremium, das alle Bürger jenseits des 60. Lebensjahres politisch vertritt. Im Herbst 2021 endet die zweite Amtszeit der Vertretung, zeitlich parallel mit den  anstehenden Kommunalwahlen. Zeit also für einen Blick zurück - und nach vorne.

Termin mit Clemens Haskamp und Hans Hogeweg: Haskamp ist seit der zweiten Wahl des Seniorenbeirates dessen Vorsitzender, Hogeweg ist Schriftführer. Die beiden ziehen eine positive Bilanz für das Wirken der Seniorenvertretung. "Wir haben die Belange gut vertreten", sagt Hogeweg. Der 79-Jährige ist Oberstleutnant a.D., diente bei der Luftwaffe und im Hauptquartier der Nato in Brüssel. Weil er in seiner Dienstzeit früh und viel mit Computern zu tun hatte, betreut er den Internetauftritt des Seniorenbeirates. 

Engagierte Personen werden immer gesucht

Auch Vorsitzender Haskamp ist sich sicher: "Die Einrichtung des Seniorenbeirats hat sich gelohnt." Das Gremium habe in den bald acht Jahren seines Wirkens "viel gemacht" und "Probleme thematisiert". Die Vereinigung wolle "weiter am Ball bleiben", sagen Haskamp und Hogeweg. Sie stellen aber auch klar: "Wir freuen uns über Anregungen und Impulse von außen."

Offen für Neue(s): Das dürfte auch auf personeller Ebene gelten, denn Hogeweg setzt ein großes Fragezeichen hinter seinen Namen bei der Frage, ob er nochmals für den Beirat kandidieren wird. Vorstellen könne er sich aber sehr gut, die Internetseite des Gremiums weiterzubetreiben. Haskamp äußert sich noch deutlicher: Er werde vermutlich nicht noch einmal für den Beirat kandidieren, sagt er unter Verweis auf sein Alter.

Sie hätten viele Positionen in die Lohner Stadtpolitik eingebracht, sagen die Vorstandsmitglieder. Dazu zählt etwa die Ehrenamtskarte. Hier war der Seniorenbeirat eine der treibenden Kräfte für die Einführung des Ausweises.

Guter Draht zur Stadtverwaltung

Über die bald 8 Jahre des Gremiums seien "bestimmt 50 Vorschläge" an die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitik gerichtet worden; manches sei angenommen, anderes verworfen oder delegiert worden. So etwa die Idee, Senioren ein kostenloses Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr zu geben, wenn sie ihren Führerschein abgeben.

Das sei im Stadtrat zunächst nicht auf Begeisterung gestoßen, berichtet Haskamp. Trotzdem will er das Thema vor Ablauf der jetzigen Wahlperiode des Rates im Herbst 2021 nochmal auf den Tisch bringen. Mit der Stadtverwaltung habe es aber eine gute Zusammenarbeit gegeben, loben Haskamp und Hogeweg. Vieles werde "auf dem kurzen Dienstweg" erledigt. Dazu zählten etwa auch viele Vorschläge, die das Alltagsleben insbesondere alter Menschen verbessern: Von der Absenkung von Bürgersteigen für die Straßenüberquerung bis hin zur Beschneidung mancher Bäume, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Bürgermeister Gerdesmeyer setzt auf die Senioren

Auf Anfrage von OM online äußerte sich auch Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer positiv über die Arbeit des Gremiums. Als "Sprachrohr der älteren Bevölkerung" nehme das Gremium "eine wichtige Rolle in den kommunalpolitischen Entscheidungswegen ein", erklärte er. Der Rathauschef dankte für das Engagement der Senioren und ergänzte, er würde sich freuen, "wenn wir auch in der kommenden Wahlperiode auf die Expertise der Senioren bauen können".

Wie aber genau die Seniorenarbeit der Zukunft aussehen kann, das steht in diesen Tagen nicht zuletzt wegen der weiterhin grassierenden Covid-19-Pandemie in den Sternen. Ausflüge etwa könnten momentan nicht stattfinden, schließlich zählten viele Senioren zu den Risikogruppen. Bisher hatte es etwa Fahrten nach Bad Zwischenahn oder nach Hamburg gegeben. 

Ein Thema brennt dem Vorsitzenden Haskamp indessen noch unter den Nägeln: die Einrichtung eines "Repair Cafés" in Lohne. Ein solches Café könnte nicht nur ein Ort sozialen Austausches sein, sondern auch beim Instandsetzen technischer Geräte helfen. Hier will Haskamp - Stichwort: Unruhestand - "am Ball bleiben".

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