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Weil: Umstellung von LNG auf Wasserstoff dauert Jahre

Binnen Monaten stampft Deutschland wegen des Ukraine-Kriegs Infrastruktur für Gasimporte aus dem Boden. Niedersachsens Regierungschef will die Terminals auch für klimafreundliche Energie nutzen.

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Keine Illusionen, aber viel Hoffnung: Stephan Weil (SPD) spricht im Bundesrat. Foto: dpa/Nietfeld

Keine Illusionen, aber viel Hoffnung: Stephan Weil (SPD) spricht im Bundesrat. Foto: dpa/Nietfeld

Die vollständige Umstellung der LNG-Terminals für den Import von Flüssigerdgas auf klimaneutrales Gas wird nach Worten von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil noch Jahre dauern. "Bis wir vollständig auf Erdgas verzichten können, werden noch einige Jahre vergehen. Entscheidend ist, dass wir im Bereich grüner Wasserstoff jetzt schnell Fortschritte erzielen", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Der Vorteil von klimaneutralem Wasserstoff, der künftig ebenfalls über die LNG-Terminals importiert werden soll, sei dabei, dass man "einen Übergang organisieren" könne. "Über eine Beimischung zum Erdgas kann nach und nach klimaneutraler Wasserstoff hinzugefügt werden", sagte Weil.

Samstag wird das neue Terminal eröffnet

Am Samstag (11.00 Uhr) eröffnet Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Wilhelmshaven das erste deutsche LNG-Terminal. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sieht darin einen "ganz entscheidenden Schritt für die Versorgungssicherheit in Deutschland". Der Grünen-Politiker rief dennoch weiter zu Sparsamkeit beim Gasverbrauch auf. Es bleibe "wichtig, sorgsam mit dem knappen Gut Gas umzugehen, auch wenn es kalt ist", sagte er der Funke-Mediengruppe.

Weil betonte, die Energiewende müsse aus seiner Sicht beschleunigt werden, um die Klimaziele zu erreichen. "Deutschland will 2045 klimaneutral sein, Niedersachsen schon 2040. Dafür werden wir das Tempo der Transformation erhöhen müssen", sagte er.

Deutschland baut als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine in Windeseile eine neue LNG-Infrastruktur auf, um den Ausfall russischer Gaslieferungen aufzufangen. Klima- und Umweltschützer sehen das allerdings kritisch – unter anderem befürchten sie, dass die Terminals eine größere Kapazität für fossile Gasimporte haben könnten als nötig wäre, um die russischen Gasimporte zu kompensieren.

Wasserkopf im Hinterkopf

Darauf angesprochen sagte Niedersachsens Regierungschef Weil: "Die neuen Terminals sollten vor allem auch dafür genutzt werden, um früher in den Import von klimaneutralem Wasserstoff einzusteigen. In Niedersachsen sind die Projekte dafür ausgelegt."

Das Bundeswirtschaftsministerium verweist darauf, dass man einen Kapazitätspuffer brauche, etwa für den Fall, dass eine Anlage ausfällt. Die deutschen Importe sollten zudem auch die Energieversorgung anderer Länder wie Polen, Österreich, Tschechien, der Slowakei und der Ukraine absichern. Außerdem sei ein Rückgang der Importe aus den Niederlanden einzuberechnen.

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