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Weil kann sich Regierungsbildung auch als zweite Kraft vorstellen

Schon seit fast 10 Jahren regiert Stephan Weil mit der SPD in Niedersachsen. Nun strebt er eine dritte Amtszeit an – und hält das auch für möglich, wenn die CDU gewinnen sollte.

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Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Foto: dpa

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Foto: dpa

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kann sich vorstellen, nach der Landtagswahl auch dann eine Regierung zu bilden, wenn die SPD nur zweitstärkste Kraft würde. «Ich bin aus so einer Situation heraus schon einmal Ministerpräsident geworden. Das ist nicht das, was ich anstrebe, aber das wäre auch nichts Neues», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Nach der Wahl 2013 hatte Weil eine rot-grüne Koalition angeführt, obwohl die SPD mehr als drei Prozentpunkte hinter der CDU lag.

Der Ministerpräsident wirbt offensiv für eine Neuauflage von Rot-Grün. «Eine rot-grüne Zusammenarbeit wäre mein Wunschergebnis und nach meiner tiefen Überzeugung auch das Beste für unser Land», sagte er der dpa. «Eine Zweierkonstellation ist praktikabler, als wenn man versuchen muss, drei Parteien auf eine Linie zu bringen.»

In den jüngsten Umfragen hatte die SPD vor der CDU gelegen, mit einer knappen Mehrheit für Rot-Grün. Allerdings war der Vorsprung der SPD auf die CDU zuletzt geschmolzen.

Mit Blick auf den CDU-Spitzenkandidaten Bernd Althusmann, derzeit Wirtschaftsminister, sagte Weil: «Die größte Herausforderung in diesem Wahlkampf sehe ich nicht in meinem Herausforderer. Ich sehe sie in den Sorgen, die sich die Menschen machen.» Bei der Frage, wen die Wählerinnen und Wähler als Ministerpräsidenten bevorzugen würden, liegt Weil in Umfragen regelmäßig deutlich vor Althusmann.

Sollte der 63-Jährige wiedergewählt werden und die komplette nächste Legislaturperiode im Amt bleiben, könnte er den Rekord als Niedersachsens am längsten amtierender Regierungschef brechen, den bisher Ernst Albrecht (CDU, 1976 bis 1990 im Amt) hält. Daraus mache er sich jedoch nichts: «Das ist mir wirklich egal. Ich will auch nicht Angela Merkel einholen», sagte Weil. Die frühere Bundeskanzlerin war sogar 16 Jahre lang im Amt geblieben.

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