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Weil hält Absage der Weihnachtsmärkte für verfrüht

Groß-Events bleiben bis Silvester in Niedersachsen verboten. Aber eine Absage der Weihnachtsmärkte sieht der Ministerpräsident (noch) nicht - auch wenn weitere Lockerungen verschoben wurden.

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Symbolfoto: dpa

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Lockerere Corona-Regeln bei privaten Feiern und die Hoffnung auf Weihnachtsmärkte sind für Ministerpräsident Stephan Weil in Niedersachsen durchaus realistisch. «Wir werden die Obergrenzen für Feiern sicher diskutieren - auch weil wir da im Ländervergleich doch recht restriktiv sind», sagte der SPD-Politiker der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Die Infektionslage im Land sei deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. «Das spricht dafür, dass der eingeschlagene Kurs so falsch nicht gewesen ist.»

"Weihnachtsmärkte haben den Vorteil, dass sie an der frischen Luft stattfinden."Ministerpräsident Stephan Weil

Zur Diskussion um ein mögliches Verbot von Weihnachtsmärkten meinte Weil, für eine generelle Absage sei es derzeit noch zu früh. Er erklärte aber, dass die traditionellen Veranstaltungen zum Jahresende verglichen mit anderen, wieder zunehmenden Treffen in geschlossenen Räumen tendenziell weniger riskant seien: «Weihnachtsmärkte haben den Vorteil, dass sie an der frischen Luft stattfinden. Das reduziert die Infektionsgefahr schon einmal erheblich.» Er halte Veranstaltungen unter dem Titel Weihnachtsmarkt für möglich.

Groß-Events bleiben bis Silvester verboten

Großveranstaltungen bleiben nach aktuellem Stand bis mindestens zum Jahresende verboten. Das trifft vor allem die Ausstellungsbranche hart. Nur Veranstaltungen, bei denen im Fall von Neuinfektionen Kontakte präzise nachzuverfolgen sind und die über umfassende Hygienekonzepte verfügen, sind davon ausgenommen. So rechnet etwa die Messe in Hannover damit, schon bald wieder starten zu können.

Das Land Niedersachsen hatte vor dem Hintergrund wieder zunehmender Ansteckungen geplante Lockerungen der Corona-Regeln um weitere zwei Wochen auf den 1. Oktober verschoben. Wie eine Regierungssprecherin am Mittwoch zur Begründung gesagt hatte, sind die Infektionszahlen noch nicht stabil. Zunächst war der 1. September für weitere Erleichterungen angepeilt worden.

"Wir müssen uns noch länger auf einen Alltag unter Corona-Bedingungen einstellen."Ministerpräsident Stephan Weil

Nach den Beschlüssen von Bund und Ländern in der vergangenen Woche hatte sich Weil gegen vorschnelle Lockerungen ausgesprochen. «Wir müssen uns noch länger auf einen Alltag unter Corona-Bedingungen einstellen und den Schutz insbesondere für diejenigen Gruppen sicherstellen, die besonders gefährdet sind», sagte er im Anschluss an die Beratungen der Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel.

Geändert wurden auch die Regeln für Virustests bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten. Diese sollen nun eine verpflichtende Quarantäne frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach Wiedereinreise in die Bundesrepublik beenden können. Weil forderte die Bürger in Niedersachsen dazu auf, auf nicht nötige Reisen zu verzichten: «Wer trotz aller Warnungen in den nächsten Monaten ohne zwingenden Grund in ein Risikogebiet fährt, muss Nachteile in Kauf nehmen.»

Wichtig sei es, genügend Testkapazitäten für Beschäftigte in Pflegeheimen und Krankenhäusern sowie für Lehrkräfte und Erzieher zu haben. Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht werden in Niedersachsen gemäß einem neuen Bußgeldkatalog zudem 100 bis 150 Euro fällig.

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