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Weichen für mehr Windenergie in Visbek gestellt

Bislang können entsprechende Anlagen nur in Astrup errichtet werden. Nun soll geprüft werden, ob sich das ändern lässt.

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Bald auch in Endel? Die Mitglieder des Visbeker Bauausschusses sprachen sich dafür aus, dass geprüft werden soll, wo Windkraftanlagen gebaut werden können.   Foto: dpa/Frankenberg

Bald auch in Endel? Die Mitglieder des Visbeker Bauausschusses sprachen sich dafür aus, dass geprüft werden soll, wo Windkraftanlagen gebaut werden können.   Foto: dpa/Frankenberg

In Visbek soll mehr Windenergie produziert werden können. Darin waren sich die Vertreterinnen und Vertreter aller Fraktionen am Dienstagabend während der Sitzung des Bau-, Umwelt- und Digitalisierungsausschusses einig. Einstimmig votierten sie dafür, dass die Verwaltung eine Änderung des Flächennutzungsplans für die Ausweisung eines weiteren Sondergebiets Windenergie prüfen soll. Doch gänzlich einmütig verlief die vorangegangene Debatte nicht.

Eingangs führte Bauamtsleiter Frank Wahls aus, dass eine Eigentümergemeinschaft von acht Personen aus Endel und Erlte an die Verwaltung wegen der Ausweisung von weiteren Sondergebietsflächen für Windenergie herangetreten sei. Aktuell verhalte es sich so, dass der Flächennutzungsplan der Gemeinde Visbek eine Sondergebietsfläche Windenergie im Bereich Astrup vorhält. Heißt: Momentan sind in Visbek nur Windkraftanlagen in Astrup zulässig, außer es handelt sich um eine Nebenanlage eines landwirtschaftlichen Betriebs. Wenn also weitere Gebiete ausgewiesen werden sollen, muss der Flächennutzungsplan entsprechend angepasst werden, erklärte Wahls weiter. Dafür bedarf es einer sogenannten Potenzialanalyse, die ermittelt, wo im Gemeindegebiet Windenergieanlagen zulässig sein können.

Endeler fühlen sich übergangen

Die Eigentümergemeinschaft hat vom Hannoveraner Unternehmen Nwind eine solche Potenzialanalyse bereits durchführen lassen. Daraus ergibt sich, dass eine Fläche in Endel sich für die Errichtung von Windkraftanlagen eignet. Der Analyse zufolge gibt es weitere geeignete Flächen, aber dort ergeben sich unter anderem Einschränkungen durch Bohrpunkte oder Sauer- und Süßgasleitungen, sagte Frank Wahls.

Den Standort in Endel halte er für gut geeignet, sagte Josef Langfermann (Grüne) und betonte, dass die Gemeinde Windenergie brauche. Dennoch würde er sich wünschen, dass anstatt eines Anbieters aus Hannover der örtliche Grundversorger – EWE – sich der Aufgabe annehmen würde. Zudem müsse es eine aktive Beteiligung der Nachbarn und Naturschutzverbände geben. Viele Fragen, die mögliche Windkraftanlagen mitbringen, müssten noch geklärt werden. Die Informationen dazu empfinde er bislang als zu dürftig, sagte Langfermann. Auch kritisierte er, dass die Fraktionen über diese Pläne zu spät informiert worden seien. Sei überdies mit den betroffenen Nachbarn in Endel schon gesprochen worden? Peter Kuhlmann (FDP) sowie Endels Ortsvorsteher Franz Zurwellen ließen kritisch durchblicken, dass die meisten Menschen in Endel lediglich über die Zeitung erfahren hätten, dass ihre Nachbarschaft für Windkraftanlagen infrage kommen könnte.

Bürgermeister Gerd Meyer wies darauf hin, dass die Bauausschusssitzung mit diesem Tagesordnungspunkt in der Zeitung angekündigt wurde. Überdies halte er eine frühzeitige Präsentation gar nicht für angemessen. „Wenn ich jetzt das alles schon präsentiert hätte, hätte es ausgesehen, als hätte die Verwaltung das schon eingetütet und der Rat soll es nur noch abnicken“, sagte Meyer. Das Ganze soll in die Öffentlichkeit getragen werden – aber nicht mit Halbwissen, sondern sauber vorbereitet. Jetzt gehe es erst einmal um den Beschluss, eine Flächennutzungsplanänderung anzuschieben. Dann könnten weitere Gespräche geführt werden. Für die Flächennutzungsplanänderung bedarf es schließlich der entsprechenden Beteiligungen. Das Ziel sei, alle mitzunehmen.

Pläne stehen noch am Anfang

In diese Kerbe schlug auch Klaus Muhle (CDU): „So weit sind wir ja noch gar nicht.“ Im Rahmen einer Flächennutzungsplanänderung „werden alle beteiligt“. Vor ein paar Jahren sei das schon einmal Thema gewesen, da wurde es abgewiesen, gab Muhle zu. Jetzt sehe es aber anders aus. Energie müsse, wenn möglich, vor Ort erzeugt werden. Das Gebiet in Endel scheint für Windkraftanlagen geeignet zu sein, aber abschließend lasse sich das erst feststellen, „wenn wir den Prozess der Flächennutzungsplanänderung gehen“. Martin Rohe (SPD) begrüßte das und betonte, wie wichtig die Bürgerbeteiligung ist. Ähnlich äußerte sich Peter Kuhlmann (FDP), der wissen ließ, dass er das Projekt unterstütze.

Endels Ortsvorsteher Franz Zurwellen befürchtet für sein Grundstück Schattenwurf und Krach, wenn in Endel tatsächlich die Anlagen errichtet werden. Nichtsdestoweniger wisse er, dass die Gemeinde um Windenergie nicht herum komme. Bernhard Zurhake von der Eigentümergemeinschaft wies schließlich noch einmal darauf hin, dass noch überhaupt nichts beschlossen sei. „Wir wollen keinen überfahren“, sagte er. Die Planung stehe noch am Anfang. In der Vergangenheit wurden die Pläne „immer wieder abgeschmettert“. Jetzt gehe es darum, zu prüfen, welche Standorte geeignet sind.

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