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Weg vom "Wünsch-Dir-was-Modus"

Thema: Gegenwind für E-Autos – Wenn sie ihr für 2030 gesetztes E-Auto-Ziel erreichen will, muss die Bundesregierung jetzt steuernd eingreifen. Auch den Verbrauchern würde Realitätssinn guttun.

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Pünktlich zum Mobilitätsgipfel, der angesichts der personellen Zusammensetzung besser "Automobilgipfel" heißen müsste, kommt eine Umfrage zu dem Ergebnis, dass die Akzeptanz für E-Autos in Deutschland sinkt. Ein schlechtes Zeichen für das Klima und die Verkehrswende, vor allem aber ein Weckruf für die Politik.

Die nämlich muss sich jetzt entscheiden, ob sie es mit ihrem Ziel ernst meint, bis 2030 mindestens 15 Millionen E-Autos auf die Straßen zu bringen. Wenn dem so ist, muss sie den Mut haben, steuernd einzugreifen. Das kann weiter über finanzielle Kaufanreize geschehen, mindestens genauso wichtig aber ist ein Triple-Wumms bei der Ladeinfrastruktur.

Hier nämlich müsste die Bundesregierung den Ausbau der Ladesäulen vorantreiben, das Wirrwarr an Bezahlsystemen beenden und verbindliche Mindeststandards für die Leistungsfähigkeit der Ladepunkte festlegen. Zumindest was die Quantität der Ladesäulen anbelangt, sind andere Länder wie etwa die Niederlande uns (wieder einmal) meilenweit voraus. Und wer mit dem E-Auto auf französischen Autobahnen unterwegs ist, lernt die langen Reihen an Schnellladesäulen schätzen.

Doch auch die Verbraucher müssen vom Wünsch-Dir-was- in den So-isses-Modus wechseln. Eine Reichweite von 500 bis 600 Kilometern ist in der Realität vollkommen überflüssig. Pro Tag legen die Deutschen rund 40 Kilometer mit dem Auto zurück, nur 1 Prozent aller Fahrten ist länger als 100 Kilometer. Urlaubsfahrten allein sind kein Argument, zumal wohl niemand 600 Kilometer, also etwa 4,5 bis 5 Stunden, ohne Pause zurücklegt. 30 Minuten an einer Schnellladesäule sind da immer drin.

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