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Weder sauber noch rein

Zum Thema: Erste Kohlekraftwerke fahren herunter - Im Schneckentempo werden die letzten Umweltschleudern vom Netz genommen. Dabei ist das Vorhaben weder sauber noch rein.

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Der Kohleausstieg ist beschlossene Sache. Greifen wird diese Regelung allerdings erst im fernen Jahr 2038. Selbst wenn nun der schrittweise Abschied beginnt, werden in den kommenden fast 20 Jahren also noch viele dreckige Kilowattstunden fließen.

Entsprechend sieht auch die Realität aus: Im dritten Quartal 2020 sank die eingespeiste Strommenge aus Kohlekraftwerken gegenüber dem Vorjahr zwar um 10 Prozent, dennoch hatte Kohlestrom mit 26 Prozent immer noch den größten Anteil an der insgesamt eingespeisten Strommenge - vor Windkraft und Erdgas.

So erreicht Deutschland seine Klimaziele nicht, schließlich ist die Verstromung von Braun- und Steinkohle eine der Hauptursachen für die weiterhin sehr hohen CO2-Emissionen hierzulande - ganz abgesehen von der Zerstörung der Landschaft und dem gesundheitsschädlichen Ausstoß aus den Kraftwerken. Daran wird auch das Produktionsende der ersten Dreckschleudern im Jahr 2021 maßgeblich nichts ändern. Denn heruntergefahren werden zwar 6 Steinkohlekraftwerke aber nur eines, in dem die weitaus klimaschädlichere Braunkohle verbrannt wird.

Für diesen Ausstieg im Schneckentempo lassen sich die großen Kraftwerksbetreiber auch noch fürstlich entlohnen. 316 Millionen Euro zahlt der Bund an die Betreiber der Steinkohlekraftwerke und sogar 4,35 Milliarden Euro an die Braunkohleunternehmen. Dabei sind einige der alten Anlagen unabhängig vom Ausstiegsgesetz bereits so unrentabel geworden, dass sie ohnehin bald vom Netz genommen würden - freiwillig. Das alles ist also weder sauber noch rein.

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