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Was bewegt die Dinklager Jugendlichen?

Das wollte die SPD in ihrem Online-Talk wissen. Über Probleme und Sorgen, Wünsche und Hoffnungen diskutieren am Ende allerdings nur Erwachsene – bis auf eine Ausnahme.

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Was bewegt Kinder und Jugendliche in Corona-Zeiten? Das war Thema beim „Talk im Netz“, den Jugendpflegerin Anna Nies per Videokonferenz moderiert hat. Foto: Röttgers

Was bewegt Kinder und Jugendliche in Corona-Zeiten? Das war Thema beim „Talk im Netz“, den Jugendpflegerin Anna Nies per Videokonferenz moderiert hat. Foto: Röttgers

Was bewegt die Dinklager Jugendlichen? Welche Belange sollten in der Stadt in den Fokus rücken? Auch, um vor einer möglichen 4. Corona-Welle gewappnet zu sein. Das wollte die SPD bei ihrem Online-Talk unter dem Titel „Die vergessene Jugend in Zeiten von Corona“ wissen. Das Interesse dieser Altersgruppe war an dem Format allerdings gering. Denn zu der  von der Jugendtreff-Leiterin Anna Nies geleiteten Diskussion befand sich unter den 16 Teilnehmern mit Kevin Meier lediglich ein Jugendlicher.  Die Ortsvereinsvorsitzende Susanne Witteriede zeigte sich dementsprechend enttäuscht, dass nicht mehr Schülerinnen und Schüler teilgenommen hätten, um ihre Meinung zu sagen. Dabei sei bei diversen Organisationen und Schulen in Dinklage für das Format geworben worden.

„Jugendliche schalten sich ja in der Regel hier nicht dazu, um mit Erwachsenen zu diskutieren“, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Windhaus. Vielleicht sei das Format einer Videokonferenz eher eine „Struktur für Erwachsene“. Es sei in der Pandemiezeit ohnehin schwierig gewesen, mit Kindern und Jugendlichen Kontakt zu halten, gab der Förderschullehrer Einblicke auch in seinen pädagogischen Alltag.

Auch mit Blick auf das einzurichtende Jugendparlament betonte Windhaus, dass Erwachsene lernen müssten, Kinder und Jugendliche selber gestalten zu lassen, damit die politische Jugendvertretung „keine Alibi-Funktion“ werde. Er appellierte, "der Jugend mit offenen Augen und Ohren" zu begegnen und ihnen Möglichkeiten zu geben, selber etwas zu entwickeln, was sie wollen. Erst dann fühlten sich Jugendliche ernst genommen.

Der Dinklusiv-Projektleiter Heinz Fischer berichtete, dass der Lockdown für die Jugendlichen des Kardinal-von-Galen-Hauses eine sehr „herausfordernde Zeit“ gewesen sei. Im Internat und Wohnbereich sei es noch schwieriger gewesen, auf Sozialkontakte zu verzichten, was jedoch aufgrund des besonderen Schutzes wegen diverser Vorerkrankungen zwingend erforderlich gewesen sei. „Das Alleinsein hat sich auf das Verhalten ausgewirkt“, stellte Fischer fest. „Viele haben am Bildschirm bis weit nach Mitternacht einfach nur gezockt, haben wenig bis gar keinen Sport gemacht und an Gewicht zugenommen."

Wenn Kinder wieder gerne in die Schule gehen

Von einer „Katastrophe für Jugendliche“ während des Lockdowns sprach SPD-Ratsherr Markus Blömer. Der Vater von zwei Jungen im Alter von 6 und 10 Jahren schilderte, dass er „hautnah“ miterlebt habe, dass sich in dieser Zeit Schule und Freizeit total geändert hätten. „Am Ende herrschte sogar große Freude, wieder in die Schule gehen zu dürfen, um auch die Freunde wiedersehen zu können“, erklärte Blömer. Es müssten mehr Angebote geschaffen werden, auch für die jüngeren Kinder. Das bestätigte auch Jugendtreff-Leiterin Nies.  Die Jugendlichen seien nicht mehr ausgelastet. "Sie wirken unruhig und unkonzentriert."

Zurück zu Kevin Meier: Der 8-Klässler der Oberschule Dinklage berichtete, dass es sehr schwierig gewesen sei, die Freunde nicht mehr sehen zu dürfen.  Gerade in dieser Zeit sei daher auch das Interesse am Skaten bei vielen Gleichaltrigen gestiegen. Und welche Wünsche haben er und seine Freunde? Ein Ort mit Tischen und Bänken, wo man sich draußen treffen könnte, wäre schön. Eine eigene Piste für Mountainbiker wäre ebenfalls toll. 

SPD-Ratsherr Udo Quaschigroch, seines Zeichens Vorsitzender des Jugendausschusses, sah gerade im neu einzurichtenden Jugendparlament ein wichtiges „Sprachrohr für die Jugend“. Hier müsse sich die Arbeit allerdings erst noch entwickeln, meinte der SPD-Politiker. Auch Jugendpfleger Karl-Heinz „Kalle“ Kamlage sieht in dem Jugendparlament ein wichtiges Gremium, um demokratische Prozesse zu vermitteln. 

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