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Warum nicht eine gelb-grüne Zukunftsagenda?

Die FDP und die Grünen haben es in der Hand, in Deutschland für Aufbruch zu sorgen. Was Deutschland braucht, ist ein Aufbruch in der Mitte, der vor allem die jungen Menschen mitreißt.

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Den nächsten Kanzler oder die nächste Kanzlerin wählt der Bundestag. Am Sonntag wird lediglich festgelegt, aus welcher Ausgangslage heraus eine neue Regierung gebildet wird. Ins Kanzleramt einziehen kann Mann oder Frau auch aus der zweiten Reihe. Bekanntlich hat die SPD in den 1970er Jahren mit Hilfe der FDP die stärkere CDU viele Jahre in der Opposition gehalten. Armin Laschet hätte also auch noch eine Chance, Regierungschef zu werden, wenn die CDU nur auf Platz 2 ins Ziel kommt. Für eine Koalition mit FDP und Grünen könnte ein solches Debakel trotzdem noch reichen.

Die Optionen von Kanzlerkandidat Olaf Scholz sind größer, selbst wenn die in den Umfragen führende SPD doch noch von der Union übertrumpft würde. Die SPD kann nicht nur mit FDP und Grünen eine Regierung bilden, sondern auch mit Grünen und Linkspartei. Im Gegensatz zur CDU, die Kante zur AfD zeigt, sind die Sozialisten für viele Sozialdemokraten nicht Tabu.

Allerdings ist es noch immer schwer vorstellbar, dass sich Scholz als ehemaliger Bürgermeister der Wirtschaftsmacht Hamburg auf ein ideologisches Experiment mit einer irrlichternden Partei einlässt, die allen Ernstes Deutschland aus der Nato herausführen will. Scholz stünde als Kanzler am rechten Rand und hätte womöglich nicht mehr viel zu sagen. Auch bei den Realos unter den Grünen dürfte sich die rot-grün-rote Sehnsucht in Grenzen halten.

"Kühnert und Walter-Borjans mögen die rot-grün-rote Morgenröte aufziehen sehen. Doch Deutschland braucht einen Aufbruch in der Mitte."Ulrich Suffner

Also ist auch die erste Machtoption der SPD eine Koalition mit Grünen und FDP. Zudem hätte auch eine Große Koalition mit umgekehrten Vorzeichen die Kanzlermehrheit. Sehr schwer vorstellbar. Aber schwer vorstellbar war eine Groko auch am Wahlabend 2017.

Hält das Wahlergebnis nur annähernd, was die Demoskopen voraussagen, wird Grünen und FDP die Rolle der Königsmacher zufallen. Bisher wurde die Koalitionsentscheidung stets von der stärksten Fraktion im neuen Bundestag geprägt – aus einer Position der Stärke. Doch haben sich die Kräfteverhältnisse weiter verschoben.

Was passierte, wenn sich die Herren Habeck und Lindner auf einen Zukunftsplan verständigten, der liberale Anliegen wie starke Wirtschaft, Entbürokratisierung und seriöse Haushaltspolitik mit ökologischen Herausforderungen versöhnt, die von den Grünen mit Recht eingefordert werden? Wäre eine solche Reformagenda besser mit der SPD oder mit der CDU umzusetzen? Ließe sich für die Kanzlerstimme gemeinsam nicht ein stolzer Preis erzielen?

Deutschland braucht einen Aufbruch in der Mitte

Kevin Kühnert und Norbert Walter-Borjans mögen schon die rot-grün-rote Morgenröte aufziehen sehen. Doch was Deutschland braucht, ist ein Aufbruch in der Mitte, der vor allem die jungen Menschen mitreißt. Sicher nicht zufällig wird die Hälfte der Erst- und Jungwähler laut Umfragen gelb und grün wählen. Am Sonntag werden die Startplätze für den Koalitionspoker vergeben. Es ist Bürgerpflicht, das Kreuz da zu setzen, wo man sich am besten vertreten fühlt. Die Programme unterscheiden sich erheblich. Aus dem Ergebnis das Beste für unser Land zu machen, ist dann Aufgabe und Pflicht der Parteien, der neuen Regierung und des neuen Kanzlers oder der neuen Kanzlerin.

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