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Warum die Holdorfer Oberschule ein größeres Lehrerzimmer benötigt

Der Raum ist nur 60 Quadratmeter klein und hat 32 Sitzplätze, doch bisweilen tummeln sich dort bis zu 40 Mitarbeiter. Das ist nicht nur in Corona-Zeiten zu wenig Platz.

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Eine Schule mit wachsender Schüler- und Lehrerzahl: An der Georg-Kerschensteiner-Schule in Holdorf sind die nächsten großen Investitionen wahrscheinlich. Foto: Böckmann

Eine Schule mit wachsender Schüler- und Lehrerzahl: An der Georg-Kerschensteiner-Schule in Holdorf sind die nächsten großen Investitionen wahrscheinlich. Foto: Böckmann

In den Pausen, bei der Vorbereitung und vor allem bei Besprechungen war es im Lehrerzimmer der Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS) in Holdorf in den vergangenen Jahren eng. Ja, zum Teil sehr eng. Durch die aktuell 32 Lehrkräfte sowie Studenten, Schulsozialarbeiter, Praktikanten, FSJler und pädagogische Mitarbeiter versammelten sich in dem 60 Quadratmeter großen Raum teilweise bis zu 40 Personen gleichzeitig – bei nur 32 Sitzplätzen.

Irgendwie arrangierten sich alle Mitarbeiter der Oberschule zwangsläufig mit der Situation, berichtete Rektor Raimund Haskamp in der Sitzung des Schulausschusses. Doch dann kam Anfang 2020 Corona. Die Lehrkräfte und alle anderen Mitarbeiter wichen in die Pausenhalle als Aufenthaltsraum aus, um die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, wodurch die Pausenhalle wiederum als Ort für Veranstaltungen fehlt. Spätestens da wurde Rektor Haskamp bewusst: Das Lehrerzimmer ist zu klein, es muss zukünftig größer werden – nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Sondern auch, weil die Schülerzahlen an der GKS kontinuierlich steigen und vermutlich künftig noch mehr Lehrer dort unterrichten werden.

Für die Erweiterung gibt es mehrere Varianten

Überraschend war die Lehrerzimmer-Problematik für den Fachausschuss nicht. Rektor Haskamp hatte darauf schon im Sommer hingewiesen. In der jüngsten Sitzung des Schulausschusses waren sich Verwaltung, Politik und beratende Mitglieder einig, dass sechs Jahre nach der jüngsten Sanierung des Lehrerzimmers dort wieder etwas getan werden muss – und damit vielleicht Millioneninvestitionen nötig sein könnten. Rektor Haskamp stellte drei Erweiterungs-Varianten inklusive der Vor- und Nachteile vor, Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug brachte für die Verwaltung eine vierte Variante ins Spiel, die CDU eine fünfte Idee.

Im Lehrerzimmer der Oberschule Holdorf wirds eng – nicht nur in Corona-Zeiten: Darauf machte Rektor Raimund Haskamp die Mitglieder des Fachausschusses im Sommer aufmerksam. Foto: BöckmannIm Lehrerzimmer der Oberschule Holdorf wird's eng – nicht nur in Corona-Zeiten: Darauf machte Rektor Raimund Haskamp die Mitglieder des Fachausschusses im Sommer aufmerksam. Foto: Böckmann

Variante 1: Sie sieht eine Erweiterung des Lehrerzimmers in Richtung Norden – also Richtung Schulstraße – vor. Es ist die kleinste Erweiterung, weil vieles (Flure, Toiletten, Elektronik) nicht verändert werden muss. Die Investitionen sind mit 930.000 Euro brutto (inklusive Ausstattung) am niedrigsten. Außerdem bleiben Bäume bestehen. Nachteile: Die Erweiterung des Lehrerzimmers fällt klein und außerdem wenig zukunftsorientiert aus.

Variante 2: Sie bedeutet eine Erweiterung in Richtung Süden. Der bestehende Grundriss müsste komplett umgeplant werden, unter anderem müssten Küche und Toilette verlegt werden. Die Kosten betragen 834.000 Euro (ohne Ausstattung und Nebenkosten). Nachteile sind neben den hohen Kosten die Verkleinerung der Spielfläche und eine Baumfällung. Dafür könne das Lehrerzimmer, so Haskamp, komplett an Bedarf und Bedürfnisse angepasst werden.

Variante 3: Hier ist eine Erweiterung ins Obergeschoss vorgesehen. Das Lehrerzimmer könnte frei von Zwängen gestaltet werden. Es gibt eine optimale Belichtung und Belüftung. Allerdings ist die Variante sehr teuer. Die Kosten dürften rund 2 Millionen Euro brutto (inklusive Ausstattung und Nebenkosten) betragen.

Variante 4: Bürgermeister Krug schlug vor, die Teeküche, die Toiletten, den Druckerraum und den Flur dem Lehrerzimmer "zuzuschlagen". Sein Argument: Dann blieben die kürzlich sanierten Räume unangetastet und das Lehrerzimmer hätte dann eine Größe von 90 statt jetzt 60 Quadratmetern. Die fehlenden Räume sollten dann in Richtung Süden zum Basketballfeld angebaut werden.

Variante 5: CDU-Fraktionschef Jan-Dierk Brand schlug vor, das Lehrerzimmer in Richtung der jetzigen Feuerwehrzufahrt zu erweitern. Sein Argument: Sollte eine alternative Zufahrt für die Wehr über das Sportzentrum möglich sein, könnte das Lehrerzimmer ohne weitere Umbauarbeiten in Richtung Osten umgebaut werden.

Wie geht es nun weiter? Alle Fraktionen nahmen das Thema mit in ihre Haushaltsberatungen für 2022. Die Kosten für die Varianten 4 und 5 will die Verwaltung in der Sitzung des Verwaltungsausschusses am Dienstag (7. Dezember) vorstellen. Die Empfehlung des Ausschusses lautete, zumindest 300.000 Euro als Planungskosten in den Haushalt für 2022 einzustellen.

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