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Warum der Bund die Sprachkindergärten erhalten soll

Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers informiert sich in Langenberg über die Arbeit in der Kita St. Barbara. Dort erklärt die Leiterin, wie sich das soziale Umfeld im Ortsteil verändert hat.

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Ortstermin Kindertagesstätte: Beim Besuch in St. Barbara waren unter anderem die CDU-Ratsherren Markus Vocks, Dirk Schwertmann, CDU-Kreisgeschäftsführer Walter Goda, Ortsvereinsvorsitzender Udo Schlarmann, Kita-Leiterin Anneliese gr. Schlarmann, CDU-Landtagskandidat Andre Hüttemeyer, Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers und Bürgermeister-Vertreter Heiner Themann dabei. Foto: Röttgers

Ortstermin Kindertagesstätte: Beim Besuch in St. Barbara waren unter anderem die CDU-Ratsherren Markus Vocks, Dirk Schwertmann, CDU-Kreisgeschäftsführer Walter Goda, Ortsvereinsvorsitzender Udo Schlarmann, Kita-Leiterin Anneliese gr. Schlarmann, CDU-Landtagskandidat Andre Hüttemeyer, Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers und Bürgermeister-Vertreter Heiner Themann dabei. Foto: Röttgers

„Wenn unsere Kinder nicht lernen, ihr Leben eigenständig zu leben, wird es für alle teuer!“ Mit diesen Worten an den niedersächsischen Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) machte die Leiterin der Langenberger Kindertagesstätte St. Barbara Kita, Anneliese gr. Schlarmann, darauf aufmerksam, dass die Sprachförderung in den Kindertagesstätten unbedingt weiterfinanziert und erhalten bleiben müsse. Hilbers war Gast des CDU-Ortsverbandes Handorf-Langenberg und nahm an einer Fahrradtour durch den Ortsteil teil. „Sprache ist der Schlüssel zur Welt“, erklärte gr. Schlarmann, die zusammen mit ihrem 17-köpfigen Team aus Staatlich anerkannten Erzieherinnen, Sonderpädagoginnen und Fachkräften für Sprachheilförderung aktuell 98 Kinder in 2 Krippen, 2 Regelgruppen und 1 Ganztagsgruppe betreut.

Die Leiterin der schon seit 1957 existierenden Kinderstätte erzählte, wie sich das soziale Umfeld selbst in Handorf-Langenberg „in den vergangenen 5 Jahren sehr stark geändert“ habe und „sehr belastend“ für ihre Mitarbeiterinnen geworden sei. Denn neben einer Integrationsgruppe mit deutlich höherem Förderbedarf ist auch die Notwendigkeit, Kinder von 7 bis 15.30 Uhr zu betreuen, „stark gewachsen“. Denn Handorf-Langenberg sei eine „Pendlerortschaft“, in der überwiegend auswärts in Damme, Dinklage Holdorf und Steinfeld gearbeitet werde.

Die Kita wird immer mehr zur reinen Betreuungsstätte

Anneliese gr. Schlarmann gab dem Minister Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Sie sorge sich, dass ihre Bildungseinrichtung sich zur reinen Betreuungsstätte wandele. „Allein 26 Kinder erleben bei uns Deutsch als Zweitsprache“, unterstrich gr. Schlarmann den ungebrochenen Sonderbedarf der Sprachförderung. „Wir wollen unsere Kinder ja zu lebenstüchtigen und lebensfähigen Menschen heranziehen, benötigen aber dazu viele helfende Hände für ein gutes und starkes Ende."

Finanzminister Hilbers, der sich auch über die Genossenschaft Schanko und Initiative zur Rettung des letzten Dorfladens informieren ließ, hörte aufmerksam zu. Seine Partei werde sich auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die Sprachförderung fortgesetzt werde. „Wir brauchen Verlässlichkeit! Es kann nicht sein, dass der Bund Projekte für ein paar Jahre bloß anfüttert, um sie dann fallen zu lassen und in die alleinige Verantwortung von Ländern oder Kommunen zu überlassen. Es muss eine dauerhafte Bezahlung her." Hilbers hob hervor, dass die Sprachförderung und Kinderbetreuung aufgrund des anhaltenden Flüchtlingszuzuges aus der Ukraine „aktueller denn je“ sei. „Wir haben bereits wieder die Zahlen der höchsten Flüchtlingskrise von 2015/16 erreicht“, zählte der Emsländer auf.

Elke Eggers aus Steinfeld, Staatlich anerkannte Erzieherin und Fachbereichsleiterin für Sprachförderung, betonte: „Von der Sprachförderung profitieren ja nicht nur Kinder mit Sprachschwierig- oder -auffälligkeiten, auch sprachbegabte Kinder werden schließlich von einer Fachkraft gefördert. Das lassen viele Kritiker oft einfach außer Acht."

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