Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Waldbad Lohne: Nichtschwimmerbecken kostet 1,36 Millionen Euro

Die erste Kalkulation passte überhaupt nicht. Das Büro Thalen Consult korrigierte die Kostenschätzung deutlich nach oben. Allein für das Edelstahlbecken werden fast 820.000 Euro fällig.

Artikel teilen:
Kostspieliger Wasserspaß: Das Nichtschwimmerbecken im Lohner Waldbad muss saniert werden. Politik und Verwaltung setzten auf eine Edelstahlversion – doch das hat seinen Preis. Foto: Timphaus

Kostspieliger Wasserspaß: Das Nichtschwimmerbecken im Lohner Waldbad muss saniert werden. Politik und Verwaltung setzten auf eine Edelstahlversion – doch das hat seinen Preis. Foto: Timphaus

Die Stadt Lohne setzt bei der Sanierung des Nichtschwimmerbeckens im Waldbad voll auf Edelstahl. Der Einsatz des robusten und langlebigen Werkstoffs hat aber seinen Preis – und der fällt mehr als doppelt so hoch aus wie vor wenigen Monaten kalkuliert. Das Büro Geising + Böker Generalplaner aus Vechta schätzte die Kosten für den Austausch des Beckenkopfs und die Auskleidung des Beckens in Edelstahl auf knapp 600.000 Euro. Das Büro Thalen Consult aus Zetel hat die Angaben nun deutlich nach oben korrigiert. Es taxiert den tatsächlichen Aufwand auf circa 1,36 Millionen Euro brutto. Allein für das Edelstahlbecken werden fast 820.000 Euro fällig.

Die Bauzeit beträgt nach Angaben der Verwaltung etwa 6 Monate. Um den Badebetrieb 2023 nicht zu gefährden, strebt die Stadt einen Baustart im September 2023 an.

Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Bau und Stadtentwicklung beschäftigten sich in jüngster Sitzung mit dem Sanierungskonzept, welches das Zeteler Büro um den Diplom-Ingenieur Norbert Storm erarbeitet hatte. Anhand einer Präsentation erläuterte er Details des Projekts, welches auch die Modernisierung der Badewassertechnik und den Einbau einer Gleittreppe für Menschen mit Behinderungen vorsieht.

Die Bauzeit für das neue Nichtschwimmerbecken im Waldbad Lohne beträgt etwa 6 Monate. Um den Badebetrieb 2023 nicht zu gefährden, strebt die Stadt einen Baustart im September 2023 an. Foto: TimphausDie Bauzeit für das neue Nichtschwimmerbecken im Waldbad Lohne beträgt etwa 6 Monate. Um den Badebetrieb 2023 nicht zu gefährden, strebt die Stadt einen Baustart im September 2023 an. Foto: Timphaus

Storm sagte, dass Rundungen und Farbornamente auch bei einem Edelstahlbecken möglich seien. Die amorphe Beckenform werde 1 zu 1 übernommen. Der Beckenkopf müsse erhöht werden, führte der Fachplaner aus, um das Wasser ableiten zu können. Ein weiteres Problem sei die Wasserrutsche, die aber laut Aussage der Stadt ohnehin demnächst angepackt werden sollte.

Während der Aussprache ging kein Ausschussmitglied auf den drastischen Anstieg bei der Kostenschätzung ein. Eckhard Knospe (SPD/Grünen-Gruppe) fragte stattdessen an, ob die Farbornamente in der Kalkulation enthalten seien. Ohne diese Dekoelemente oder eine farbige Beschichtung des Beckenbodens, so seine Befürchtung, hätten viele Menschen das Gefühl, "in einen Kochtopf zu steigen". Er habe bereits entsprechende Anrufe erhalten, sagte er.

Verwaltung besichtigt Freibad Damme

Storm taxierte den Auftrag von Farbornamenten auf 30.000 bis 35.000 Euro. Eine blaue Beschichtung des Beckenbodens sei nicht erforderlich, da das Wasser aus physikalischen Gründen blau erscheine, je tiefer das Becken sei. "Dass das Becken wie ein Kochtopf erscheint, diese Ansicht kann ich nicht teilen", sagte Storm.

Bauamtsleiter Ralf Blömer wies darauf hin, dass Vertreter der Verwaltung das Edelstahlbecken im Dammer Freibad besichtigt haben. "Es macht einen hochwertigen Eindruck."

Konrad Rohe (CDU) stellte Detailfragen zur baulichen Ausführung der Sanierung. Storm erläuterte das Vorgehen. Er sagte unter anderem: "Wir bauen ein komplett neues Becken."

Eine Jalousie fürs Becken ist kaum realisierbar

Knospe verwies auf eine Anfrage aus der vergangenen Sitzung. Der Sozialdemokrat wollte wissen, was es kosten würde, das Becken mit einer Abdeckung zu versehen. Damit könnten Wärmeverluste in der Nacht verhindert und Energiekosten gespart werden.

Storm antwortete, dass es aufgrund der amorphen Beckenform technisch kaum realisierbar sei, eine Abdeckung zu installieren. Weiter teilte er mit, dass eine Jalousie – aus Gründen der Ästhetik und der Unfallgefahr für illegale Nachtbader – selten gewünscht werde.

Auf Nachfrage von Tobias Hermesch (CDU) zu Wartung und Pflege hielt Storm ein Plädoyer für eine Ausführung in Edelstahl. Dieser Werkstoff sei in jedem Fall nachhaltiger.

Zeit für ein Update! Mit der jüngsten Überarbeitung unserer App haben wir das Nachrichten-Erlebnis auf dem Smartphone weiter verbessert und ausgebaut. Jetzt im Google-Playstore und im  Apple App-Store updaten oder downloaden.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Waldbad Lohne: Nichtschwimmerbecken kostet 1,36 Millionen Euro - OM online