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Vor Siziliens Küste geht die Menschlichkeit unter

Thema: Bootsmigranten dürfen nicht an Land – Mit der rechten Regierung Italiens droht der Europäischen Union in der Migrationspolitik erneut eine Zerreißprobe, wenn das Modell Italiens Schule macht.

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Im sizilianischen Hafen Catania zeigt sich gerade, dass es nie eine europäische Migrationspolitik gab. Dort werden 89 Migranten der deutschen „Rise Above“ an Land gelassen, während fast 250 Menschen auf zwei Schiffen darauf warten, endlich von Bord gelassen werden. Und das alles wegen Meloni, die die Aufnahme der Menschen verweigert.

Die Situation im Mittelmeer zeigt, wie wenig vereint die Europäische Union (EU) an manchen Stellen ist. Während Meloni beschwört, als verlässliche Partnerin in der EU aufzutreten, lässt sie Menschen, die lieber ertrinken würden, als in ihr von Bürgerkrieg befallenem Heimatland zurückzukehren, vorm sicheren Hafen nicht von Bord gehen. Das ist berechnend und unmenschlich. Und wie immer soll Deutschland den Retter in der Not spielen. So stellt sich das zumindest die Faschistin Giorgia Meloni vor.

„Ungarn verfolgt dieses Modell ebenfalls. Andere könnten auf den Zug mit aufspringen.“Max Meyer

Der Aufnahmestopp erscheint wohl bei vielen Italienern populär, weil das Land – wie andere auch – durch Ukraine-Krieg, Inflation und Klimawandel geplagt ist. Dann kommen einfache Antworten auf komplexe Fragen gut an.

Das birgt eine große Gefahr für die Europäische Union: Wenn Melonis Migrationspolitik Schule macht, steht die Union, steht Europa, das aus großen Teilen wegen des wirtschaftlichen Zusammenhalts kooperiert, erneut vor einer Zerreißprobe.

In Italien wird die Menschlichkeit für „Nicht-Italiener“ in den kommenden Jahren untergehen. Deshalb sollten die Unionspartner gewarnt sein. Ungarn verfolgt dieses Modell ebenfalls. Andere könnten auf den Zug mit aufspringen.

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