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Vor der Kommunalwahl: Kleine Parteien sind noch auf Kandidatensuche

Für die Grünen, die Linken und die FDP ist es schwer, eigene Listen für die Kommunalwahl  zusammenzustellen. Die Zahl der Mitglieder ist klein, potenzielle Kandidaten wollen aktiv angesprochen werden.

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Kandidaten gesucht: Mit Plakaten wollen Bündnis 90/Die Grünen Menschen finden, die für sie bei der Kommunalwahl am 12. September antreten. Auch FDP und Linke arbeiten mit Hochdruck an ihren Wahlvorschlägen. Foto: Stix

Kandidaten gesucht: Mit Plakaten wollen Bündnis 90/Die Grünen Menschen finden, die für sie bei der Kommunalwahl am 12. September antreten. Auch FDP und Linke arbeiten mit Hochdruck an ihren Wahlvorschlägen. Foto: Stix

Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf: Der amtierende Friesoyther Bürgermeister hat seine erneute Kandidatur bereits erklärt, der CDU-Vorstand hat seinen Bürgermeisterkandidaten gewählt, auf der Facebookseite der Friesoyther SPD stellen sich die ersten Ratskandidaten in kurzen Videos vor. Von den kleineren Parteien hingegen ist bislang wenig zu sehen und zu hören.

„Wir sind auf Kandidatensuche“, sagen Vertreter der Grünen, der FDP und der Linken gleichermaßen. Und alle drei Parteien stehen vor dem gleichen Problem. „Es ist schwer, aktive Mitglieder oder gar Kandidaten zu finden“, sagt etwa der stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende, Andreas Tameling, der für die FDP im Friesoyther Stadtrat sitzt.

Bei der FDP stehen zwei Kandidaten fest

Er weiß allerdings schon, dass er für seine Partei im September nicht alleine antreten wird. „Heiner Schütte wird ebenfalls für den Stadtrat und auch für den Kreistag kandidieren“, verkündet Tameling. „Wenn wir beide es in den Stadtrat schaffen, wären wir schon eine Fraktion oder Gruppe und könnten anders agieren als ein Einzelkämpfer.“ Er hoffe zudem, dass sich noch ein oder zwei weitere Kandidaten für die Liste finden lassen. „Da sind wir noch in Gesprächen“, sagt er.

Auf die Suche nach einem eigenen Bürgermeisterkandidaten hat sich die FDP nach Angabe von Tameling bislang nicht gemacht. „Sollte sich jemand melden, der für die FDP in den Bürgermeisterwahlkampf ziehen will, würden wir uns dem wohl nicht verschließen“, sagt er. „Das wäre dann eine echte Überraschungsschlagzeile.“

„Wir sind nicht sonderlich viele. In Friesoythe haben wir meines Wissens keine aktiven Mitglieder.“Stephan Christ, Kreisvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen

Bei den Grünen, die bundesweit inzwischen eher nicht mehr zu den kleinen Parteien gezählt werden können, ist die Kandidatendecke im Landkreis Cloppenburg nach wie vor dünn. „Wir sind nicht sonderlich viele“, gibt Kreisvorstand Stephan Christ unumwunden zu. „In Friesoythe haben wir meines Wissens keine aktiven Mitglieder.“

Dabei ist Christ mit Blick auf die Erfolgschancen bei der Kommunalwahl durchaus optimistisch. „Wenn man, auch wenn das kaum zu vergleichen ist, das Ergebnis der Europawahl 2019 als Basis nimmt, könnten wir in allen Kommunen im Landkreis Sitze in den Räten gewinnen“, hat er ausgerechnet.

Grüne Videokonferenz am 15. März

Dafür allerdings benötige man Kandidaten, so Christ, und darum habe man sich entschlossen, mit einer Plakatkampagne auf die Suche zu gehen. „Das haben wir im Januar schon im Saterland gemacht und viele Kontakte gewinnen können“, erzählt er. Deshalb habe man das jetzt auf viele Kommunen im Landkreis, darunter auch Friesoythe, ausgedehnt. Eine Videokonferenz am Montag, 15. März, soll Interessenten darüber hinaus die Möglichkeit geben, sich genauer zu informieren.

Ein Selbstläufer werde die Kandidatensuche dennoch nicht, befürchtet Christ. „Viele wollen aktiv angesprochen werden und manche wollen sich eine Ratstätigkeit bewusst nicht antun, denn das Klima in der Kommunalpolitik ist zu rau geworden“, hat er beobachtet. „Da sagen schon einige, dass sie sich das in ihrer Freizeit nicht antun müssen.“

Auch bei den Linken ist die Kandidatensuche in vollem Gange. „Im August hatten wir in Friesoythe einen Stand aufgebaut und auch gute Gespräche geführt“, erzählt Tom Dobrowolski, Sprecher der Partei im Landkreis. Vier oder fünf Mitglieder habe die Partei in Friesoythe, aber ob es zu einer eigenen Liste kommen werde, könne er noch nicht sagen. „Es ist für uns Linke schwer, in der Region wahrgenommen zu werden, aber wir kämpfen wirklich.“

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