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Von LED bis Erdwärme: Gemeinden suchen nach Einsparmöglichkeiten

Damit der Gasverbrauch sinkt, sollen die Kommunen sparen. Von einem Tag auf den anderen lasse sich die Energiewende aber nicht schaffen, sagt Essens Bürgermeister. Die örtliche SPD macht indes Druck.

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Bald kälter? Die Wassertemperatur im Essener Solebad könnte gesenkt werden, um Energie zu sparen. Foto: G. Meyer

Bald kälter? Die Wassertemperatur im Essener Solebad könnte gesenkt werden, um Energie zu sparen. Foto: G. Meyer

Die SPD Essen fordert Energieeinsparungen in öffentlichen Gebäuden der Gemeinde. Grund sei die angespannte Lage der Gasversorgung wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, teilt Fraktionsvorsitzender Detlef Kolde mit.

"Die Energiepreise steigen unentwegt und besonders einkommensschwache Haushalte sind schon heute überfordert", stellt Kolde fest. In Hannover würden gleich mehrere Krisenstäbe unter Beteiligung von Wirtschaft, Gesellschaft und den kommunalen Spitzenverbänden tagen, um Lösungsansätze zu erarbeiten.

Solange will die Essener SPD aber nicht warten.  Sie möchte vorangehen und  schlägt eine Absenkung der Heiztemperaturen im Solebad und in den anderen öffentlichen Gebäuden vor. Geschlossen werden soll das  Schwimmbad aber nicht. "Davon sehen wir ausdrücklich ab", sagt Fraktionsmitglied Dr. Sonja von Berg. Auch könnten Straßen- und Gebäudebeleuchtungen abgeschaltet  werden.

Die Fraktion hat einen entsprechenden Antrag formuliert. Zurzeit befindet sich der Gemeinderat in der Sommerpause. Kolde drängt die  Verwaltung trotzdem zur Eile. Sie solle nicht erst die Beratungen in den Ratsgremien abwarten, sondern bereits jetzt Antworten auf mögliche Einsparpotenziale geben.

Bürgermeister weist auf Maßnahmen hin

Essens Bürgermeister Heiner Kreßmann sieht die Kommune ebenfalls in der Pflicht. "Wir werden ein Signal zum Sparen senden, das ist Fakt", bekräftigt er gegenüber OM-Online. Zugleich verweist er auf jahrelange Bemühungen der Verwaltung, die Energieeffizienz zu verbessern. Die reichten von der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf sparsame LED-Technik bis hin zur Beheizung der neuen Grundschule mit Erdwärme. Reichen würde das aber nicht. "Die Gedankenspiele laufen", bestätigt Kreßmann, um anschließend auf die Schwierigkeiten bei der Umsetzung hinzuweisen. "Wer heute eine Wärmepumpe bestellt, muss 1 Jahr auf sie warten." Auch Handwerker seien schwer zu bekommen.

Den Kopf in den Sand stecken will Kreßmann aber keineswegs. "Es gibt Potenziale, die wir ohne große Einschränkungen nutzen können." Die größten öffentlichen Energiefresser sind aktuell das Sportzentrum und die Oberschule. Der Bürgermeister glaubt jedoch nicht, dass sich die energetische Sanierung bei allen Gebäuden lohnt. "In einigen Fällen wird es auch zum Abriss und Neubau kommen müssen." Wo das der Fall sei, stehe aber noch nicht fest. Im neuen Baugebiet an der Cloppenburger Straße würden weiterhin Gasleitungen verlegt. Dort ist der besonders energieeffiziente Baustandart KfW 55 vorgeschrieben. Soweit er wisse, setzten die Häuslebauer deshalb größtenteils auf Alternativen zu Gas, wie etwa Erdwärme und Wärmepumpen.

Nur für den Sommer: Das Naturbad in Lastrup wird ausschließlich von der Sonne beheizt. Foto: MeyerNur für den Sommer: Das Naturbad in Lastrup wird ausschließlich von der Sonne beheizt. Foto: Meyer

Auch im benachbarten Lastrup klopft die Verwaltung  inzwischen ihre Einsparpotenziale ab.  "Wir werden alle öffentlichen Liegenschaften überprüfen", kündigt Bürgermeister Michael Kramer an. In einem ersten Schritt wurde die Wassertemperatur im Hallenbad bereits von 34 auf 28 Grad Celsius gesenkt. Ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk sorgt dort für die nötige Wärme. "Bislang haben wir das BHKW im Sommer laufen lassen, weil wir mit der Stromproduktion Geld verdienen", erklärt Kramer. Das dürfte sich wegen der drastisch ansteigenden Gaspreise aber ändern. Kramer stellt daher die Nutzung des Hallenbades während der Sommermonate grundsätzlich in Frage.  Mit dem Naturbad stehe eine Schwimmmöglichkeit zur Verfügung, die nicht beheizt werden müsse. Dass die Gäste der Sportschule in der warmen Zeit kalt duschen müssten, fände Kramer ebenfalls nicht schlimm. Künftige Bau- und Gewerbegebiete sollen außerdem von Anfang an energieautark sein. Entsprechende Planungen liefen, bestätigt Kramer.

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