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Visbeker Rat stellt Weichen für Wohnbebauung

Die Mitglieder des Gemeinderates haben sich mit mehreren Bebauungsplänen befasst. Ein Ratsherr hat gerade beim Thema Umweltschutz einige Anmerkungen.

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Symbolfoto: Pixabay

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Mit mehreren Bebauungsplänen hat sich der Visbeker Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Den Beschlussvorschlägen wurde in allen Fällen mehrheitlich zugestimmt. Somit steht der Wohnbebauung in mehreren Gemeindegebieten nichts mehr im Weg. Jedoch insbesondere Josef Diersen (Grüne) war nicht mit allem einverstanden. Ein Überblick:

Flächennutzungsplanänderung Nr 17. „Heide/Sillenbäke II“ sowie Bebauungsplan Nr. 117 „Heide/Sillenbäke II“

Monique Droste und Tom Walther vom Planungsbüro Mosebach und Diekmann stellten die jeweiligen Planungen vor. Bei dem betreffenden Planungsgebiet handelt es sich um eine 5,5 Hektar große Fläche. Dort ist eine allgemeine Wohnbebauung mit maximal 2 Geschossen vorgesehen. Die Firsthöhe ist auf 9,5 Meter begrenzt und die Anzahl der Wohnungen auf 2 reglementiert, erläuterte Walther.

Seine Kollegin Monique Droste stellte die Abwägungsvorschläge zu den in der frühzeitigen Beteiligung eingegangenen Stellungnahmen vor. So schlägt der Landkreis Vechta unter anderem vor, Wallhecken zu verlagern und eine Waldersatzfläche nachzuweisen. Beidem soll gefolgt werden. Zusätzlich wünscht sich ein Bürger eine Sackgasse in dem Wohngebiet. Tom Walther erläuterte, dass aufgrund von Sicherheitsaspekten stattdessen eine Ringerschließung festgesetzt werden sollte. Durchgangsverkehr befürchtet der Experte nicht.

Josef Diersen (Grüne) führte aus, dass zwar 18 Anregungen des Landkreises eingegangen seien, aber 9 nicht befolgt würden. „Das finde ich bedauerlich.“ Er kritisiert unter anderem, dass die Kompensationsfläche aus der Planung herausgenommen wurde. Da die Pläne nochmal ausgelegt werden, erkundigte Diersen sich danach, wie das konkret mit der Kompensation laufe.

Bürgermeister Gerd Meyer stellte daraufhin klar, dass man sich in einem „Abwägungsprozess“ befinde. Die Verwaltung sei dabei, eine geeignete Kompensationsfläche zu finden. Bernhard Schmidt (FDP) bestätigte die Ausführungen des Bürgermeisters und wies darauf hin, dass es sich lediglich um Empfehlungen seitens des Landkreises handele.

Den Beschlussvorschlägen zur erneuten Auslegung der Pläne stimmten alle Ratsmitglieder bis auf einer Gegenstimme und einer Enthaltung zu.


Bebauungsplan Nr. 116 "Goldenstedter Straße II"

Tom Walther vom Planungsbüro Mosebach und Diekmann umriss die Festsetzungen für das 0,68 Hektar große Plangebiet. So sind 2 unterschiedliche Wohngebiete vorgesehen. In dem einen ist maximal eine 2-Geschossigkeit vorgesehen sowie eine Firsthöhe von maximal 9,5 Metern. Es dürfen Einzel- wie Doppelhäuser gebaut werden. In dem anderen Gebiet sind durchaus Mehrfamilienhäuser erlaubt. Bei einer maximalen 2-Geschossigkeit darf eine Firsthöhe von 11,5 Metern erreicht werden.

Der Landkreis weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass es in dem Gebiet Wallhecken gebe, die geschützt werden müssten. Dem werde nachgekommen, führte Monique Droste aus. Eine artenschutzrechtliche Prüfung wie vom Landkreis gewünscht wurde durchgeführt und den Unterlagen beigefügt. Diersen kritisierte erneut, dass mehreren Anregungen des Landkreises bezüglich des Umweltschutzes nicht gefolgt werde.

Anwohner der Wilkenstraße befürchten eine angespannte Verkehrssituation während der Bauphase, sagte Walther. Die Erschließung während der Bauphase werde schließlich nicht über die Wilkenstraße durchgeführt. Entweder werde das vorliegende Plangebiet während der Bauphase über die Flächen des Bebauungsplanes Nr. 112 erschlossen oder es werde eine separate Baustraße hergestellt, erklärte er. Schilder sollen zudem darauf hinweisen, dass die Wilkenstraße nicht als Baustellenzufahrt genutzt werden dürfe. Falls Schäden an der Wilkenstraße entstehen, übernimmt die Gemeinde die Kosten.

Der Bebauungsplan wurde von der Mehrheit des Rates – mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung – als Satzung beschlossen.


Bebauungsplan Nr. 114 „Astrup II“

Das 1,02 Hektar große Plangebiet ist umgrenzt von Wallhecken, wie Tom Walther vom Planungsbüro erklärte. Diese sollen geschützt werden, und es ist bei der Bebauung ein Abstand von 5 Metern einzuhalten. In dem Wohngebiet ist eine eingeschossige Bebauung mit maximal zwei Wohneinheiten zulässig. Die Firsthöhe ist auf 9,5 Meter begrenzt. Es sind Stichstraßen geplant, so Walter, und daher soll es einen Mülltonnensammelplatz geben, da es keine Wendemöglichkeit für Müllwagen gibt. Der Bebauungsplan wurde einstimmig beschlossen.


Bebauungsplan Nr. 119 „Varnhorn III“

Südöstlich der Bauerschaft Varnhorn soll Wohnbebauung stattfinden. Dafür steht eine Fläche von 0,97 Hektar zur Verfügung. Das Planungsbüro Mosebach und Diekmann hat einen Vorentwurf erstellt und den Visbeker Ratsmitgliedern vorgestellt. Vorgesehen ist ein allgemeines Wohngebiet mit eingeschossiger Bebauung und maximal 2 Wohneinheiten. Die Firsthöhe ist auf maximal 9,5 Meter begrenzt.

Josef Diersen formulierte seine Befürchtung, dass die Baumreihe, die es derzeit dort gibt und auch entsprechend in dem Vorentwurf eingezeichnet ist, in ein paar Jahren nicht mehr vorhanden sein werde. Gerd Meyer entgegnete, dass der Baumbestand jetzt erfasst und Gegenstand des Entwurfes sein werde.

Die Mehrheit des Gemeinderates – mit einer Gegenstimme – sprach sich dafür aus, den Bebauungsplan aufzustellen und auszulegen. Ebenfalls mit einer Gegenstimme sprach sich die Mehrheit dafür aus, das Planungsbüro Mosebach und Diekmann mit der Ausführung des Planverfahrens zu beauftragen.


Änderung der Bebauungspläne Nr. 62 „Erlte“, Nr. 63 „Hagstedt“, Nr. 66 „Hogenbögen“, Nr. 67 „Erlte“ und Nr. 72 „Varnhorn“

Die genannten Bebauungspläne müssen geändert werden, da die externe Kompensationsverpflichtung verlagert wird, wie Tom Walther erklärte. Dieser wird jetzt im Moorbachtal Hülsloh, ehemals Heidelbeerplantage Warnke, nachgekommen. Dies muss entsprechend in den Plänen geändert werden. Für alle betroffenen Bebauungspläne stimmten die Ratsmitglieder dem einstimmig zu.

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