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Visbeker Baugebiet nimmt weitere Hürde

Der Gemeinderat stimmte den erarbeiteten Entwürfen zu, die jetzt ein weiteres Mal öffentlich ausgelegt werden. Deutliche Kritik äußerte indes Ratsherr Josef Diersen.

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Das geplante Wohngebiet an der Goldenstedter Straße in Visbek hat eine weitere Hürde genommen. Foto: dpa/Koch

Das geplante Wohngebiet an der Goldenstedter Straße in Visbek hat eine weitere Hürde genommen. Foto: dpa/Koch

Das geplante Wohngebiet an der Goldenstedter Straße in Visbek hat eine weitere Hürde genommen. In seiner jüngsten Sitzung billigte der Gemeinderat den Entwurf des erforderlichen Bebauungsplans und die nötige Flächennutzungsplanänderung.  Der Plan wird nun ein zweites Mal öffentlich ausgelegt.

Entwickelt hatte den neuen Entwurf das Planungsbüro Diekmann, Mosebach & Partner. Dessen Mitarbeiterin Anastasia Peus stellte die vorgenommenen Veränderungen vor. "Das Gebiet ist fast vollständig als Wohngebiet ausgewiesen", sagte Peus. Nur ein kleinerer Teil im Süden sei bisher für die Landwirtschaft bestimmt. Im Zuge der Flächennutzungsplanänderung solle dort nun eine Wohnbaufläche sowie eine öffentliche Grünfläche für ein Regenrückhaltebecken vorgesehen werden. 

"Schutzkreis" aufgrund von Gasbohrungen festgelegt

Im neuen Bebauungsplan sei ein "Schutzkreis" im nordöstlichen Bereich hinterlegt. "Das hat mit den Gasbohrungen der Firma ExxonMobil zu tun", erklärt Peus. Erstmal dürften in dem Bereich keine Häuser gebaut werden; es sei aber die Vereinbarung über die Errichtung von zunächst maximal 5 Gebäuden getroffen worden. Bei einer möglichen Reduzierung des Schutzkreises könnten dort bis zu 24 Grundstücke entstehen. Ratsherr Josef Diersen (Grüne) kritisierte die Gemeinde indes dafür, dort ein Wohngebiet auszuweisen. "Schließlich ist die Gasförderung nicht abgeschlossen." Die Entscheidung der Verwaltung zeuge von wenig Verantwortungsbewusstsein, solche Schutzmaßnahmen zu ignorieren.

So soll der neue Bebauungsplan aussehen: Im Nordosten ist der wegen der Gasförderung notwendige Schutzkreis grau hinterlegt. Entwurf: Diekmann, Mosebach & PartnerSo soll der neue Bebauungsplan aussehen: Im Nordosten ist der wegen der Gasförderung notwendige Schutzkreis grau hinterlegt. Entwurf: Diekmann, Mosebach & Partner

Die neuen Entwürfe wurden vom 14. August bis zum 15. September öffentlich ausgelegt, sodass sowohl Bürger als auch öffentliche Träger Stellungnahmen oder Bedenken äußern konnten. Davon machte vor allem der Landkreis Vechta Gebrauch, der anstelle der vorgesehenen 2 Metern einen 5-Mete-Abstand zu einem Wallheckenschutzsteifen anregte. "Aus naturschutzfachlicher Sicht sind 2 Meter ausreichend", betonte Peus. Deshalb werde der Anregung nicht gefolgt. Auch hier war Diersen nicht einverstanden. "Die Fläche ist als ökologisch wertvoll zu bezeichnen." Deswegen sollte bei der Wallhecke eine Bebauung vollkommen ausgeschlossen sein.

Bürger betrachten das Verkehrskonzept kritisch

Bei 2 Bürgerstellungnahmen ging es um die Anbindung des neuen Baugebiets an die Schubert- bzw. Wilkenstraße. Die Sorge: mehr Autoverkehr. "Die Schuberstraße soll durch einen Fuß- und Radweg angebunden werden", beruhigte Peus. Hier werde es also keinen Durchgangsverkehr geben. Anders sehe das bei der Wilkenstraße aus: "Eine Anbindung ausschließlich über die Goldenstedter Straße wäre bei langfristig 70 Wohnungsgrundstücken nicht ausreichend", meinte Peus. Deshalb müsse auch über die Wilkenstraße gefahren werden. Meyer kündigte an, im weiteren Verfahren das Gespräch mit den Anwohnern über das Verkehrskonzept zu suchen.

Neben den Detailfragen hatte Josef Diersen auch grundsätzliche Bedenken. "Die Entwicklung von Gewerbe- und Wohnbauflächen in Visbek ist insgesamt nicht nachhaltig", monierte der Ratsherr. Die Bevölkerung im Landkreis Vechta wachse nämlich zum großen Teil durch Wanderungsgewinn. Diersen folgerte: "Dadurch wird Wohnraum für die Einheimischen immer unerschwinglicher und knapper." Wenn dieser Kreislauf nicht durchbrochen werde, sei keine nachhaltige Entwicklung im Sinne des Gemeinwohls möglich. 

Kritik an Diersens Äußerungen

Klar gegen diese Aussagen positionierte sich Ratsherr Andre Hüttemeyer (CDU). "Es ist doch gerade nachhaltig, den Pendlern die Möglichkeit zu geben, hier in Visbek zu wohnen", meint der CDU-Kreisvorsitzende. Diese müssten dann keine 100 Kilometer mehr einpendeln. "Außerdem sind wir immer nach dem Einheimischen-Prinzip verfahren." Das heiße, dass vorrangig Visbeker einen Bauplatz bekommen hätten. Bürgermeister Meyer verwies zudem darauf, dass  "der Bedarf definitiv da ist". Es lägen mehr als 200 Bauanfragen, überwiegend von Visbekern, vor, berichtet Meyer.

"Es ist doch gerade nachhaltig, den Pendlern die Möglichkeit zu geben, hier in Visbek zu wohnen."Andre Hüttemeyer, Ratsherr in Visbek

Diersens Antrag, die Planungen in der jetzigen Form nicht weiterzuverfolgen, wurde abgelehnt. Stattdessen beschloss der Rat, den vorliegenden Entwurf ein zweites Mal in der Öffentlichkeit auszulegen. Laut Bauamtsleiter Karl-Josef Klossok solle das nach Möglichkeit noch in diesem Jahr passieren.

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