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Viele Gäste erledigen am Naturspielplatz ihre Notdurft im Waldstück

Das Lorser Spielplatz-Team hat nun eine mobile Toilette besorgt. Die Gemeinde Holdorf finanziert die WC-Anlage testweise bis Ende des Jahres (Update).

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Ein beliebtes Ausflugsziel: der Naturspielplatz in Fladderlohausen Am Wasserwerk. Foto: Böckmann

Ein beliebtes Ausflugsziel: der Naturspielplatz in Fladderlohausen Am Wasserwerk. Foto: Böckmann

Der Naturspielplatz in Fladderlohausen, die Situation der Tagespflege, die finanzielle Unterstützung für die Kita Katharina von Bora und die Stärkung des Ehrenamts: Das waren Themen, über die der Holdorfer Jugend-, Kultur- und Sozialausschuss in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend sprach. OM online gibt einen Überblick über die Debatte.

Holdorf finanziert mobile Toilette am Naturspielplatz

Der Naturspielplatz in Fladderlohausen erfreut sich großer Beliebtheit. Nicht nur bei Holdorfern und Familien aus dem Landkreis Vechta übrigens; auch in den Nachbarkreisen gibt es Fans. Die wiederum reisen mit dem Auto an, parken an der Straße Am Wasserwerk in langer Reihe.  Auch im Internet wird mittlerweile der Spielplatz mit seinen vielfältigen Möglichkeiten beworben, wie Inge Olberding, Sprecherin des Spielplatzteams und SPD-Ratsfrau aus Lorse, berichtete. An manchen warmen Tagen in der Corona-Pandemie war der Zustrom so groß, dass die Polizei eine Verwarnung wegen der Menschenansammlung aussprach.

Ein weiteres Problem des großen Zulaufs:  Einige Gäste verrichten ihre Notdurft in dem angrenzenden Waldstück. Ein Problem, das auch die Lohner kennen. Auf ihrem Abenteuerspielplatz "Rehwiese" gibt es daher seit einiger Zeit eine WC-Anlage.

Um eine weitere Verunreinigung des Waldes zu vermeiden, hat das auch das Lorser Spielplatz-Team im Mai eine mobile Toilette aufstellen lassen. Olberding warb für eine Übernahme der Kosten von 670 Euro testweise für dieses Jahr, was der Ausschuss einstimmig unterstützte. Das entscheidende Ja des Verwaltungsausschusses dürfte nur Formsache sein.

Der Naturspielplatz in Fladderlohausen lockt mit vielen Angeboten: Seit Kurzem steht dort auch eine von Tischler Jens Berens (rechts) gebaute Matschküche. Foto: VollmerDer Naturspielplatz in Fladderlohausen lockt mit vielen Angeboten: Seit Kurzem steht dort auch eine von Tischler Jens Berens (rechts) gebaute Matschküche. Foto: Vollmer

Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug konnte dem Antrag "sehr viel abgewinnen".  Wenn man den Spielplatz attraktiv halten wolle, dann komme man um mobile Toiletten nicht drumherum. Zufriedene Gäste, gutes Image, erklärte Krug und ergänzte: Sofern gewünscht, würde die Gemeinde auch beim Naturlehrpfad am Handorfer Mühlenbach eine mobile Toilette finanzieren. 

Die CDU-Vertreter befürworteten den Antrag ebenfalls. Sie fürchten allerdings Vandalismus. Ein Versuch sei es dennoch wert.

Wie ist die Situation der Holdorfer Tagesmütter?

Soll die Gemeinde die Tagesmütter in Holdorf finanziell noch besser unterstützen? Ja, findet Kim Rottinghaus, "sonst bricht der Pool an Tagesmüttern irgendwann weg". Der Beruf müsse attraktiv bleiben. Rottinghaus ist eine von zurzeit 7  aktiven Tagesmüttern in Holdorf.  Aktuell erhalten Tagesmütter in der Gemeinde  einmalig 1.000 Euro für die Erstausstattung plus 10 Euro pro Monat und betreutem Kind.

Um die Tagespflege auch angesichts zunehmend höherer Kosten für  Anschaffungen "am Leben zu erhalten", plädiert Rottinghaus dafür, die finanzielle Unterstützung zu erhöhen. Zum Beispiel auf 12 Euro pro Monat und betreutem Kind plus eines weiteren Zuschusses für Instandhaltungskosten. Nachbarkommunen im Südkreis zahlen zum Beispiel alle paar Jahre noch 750 Euro zusätzlich. (Weiterlesen: Gibt's in Holdorf genügend Kita-Plätze?)

Die 7 Tagesmütter in Holdorf betreuen zurzeit 25 Kinder. Mit ihren flexiblen, individuellen Angeboten und Öffnungszeiten seien sie eine sinnvolle Ergänzung zum Betreuungsangebot der Kindertagesstätten in der Gemeinde, findet Kim Rottinghaus. Das fänden viele Eltern gut. Die Nachfrage sei groß. Sie selbst, sagt Rottinghaus, sei zum Beispiel für das nächste Jahr schon komplett ausgebucht. Die Fraktionen wollen die Frage nach höheren Zuschüssen nun mit in ihre Haushaltsberatungen für 2022 nehmen.

Holdorf übernimmt Kosten für FSJ-Kraft

Die Gemeinde Holdorf soll die Kosten von rund 8400 Euro für eine FSJ-Kraft im evangelischen Kindergarten Katharina von Bora in Fladderlohausen vollständig übernehmen. Das hat der Fachausschuss einstimmig empfohlen, das Ja des Verwaltungsausschusses gilt als sicher. Im vergangenen Jahr waren die Mittel für die bewilligte halbe Stelle nicht abgerufen worden, weil sich kein FSJler finden ließ. Jetzt ist die Stelle zum 1. August besetzt.

Wie Ratsfrau Inge Olberding als Antragstellerin für die evangelische Kirchengemeinde erklärte, bestehen durch die Größe der Kita in Vertretungsfällen immer wieder Engpässe, die durch die FSJ-Kraft abgemildert werden könnten. Gleichzeitig würde sich die Betreuungsqualität erhöhen, ist Olberding überzeugt. 

Keine Diskussion um CDU-Antrag zum Ehrenamt

Das Ehrenamt spielt in Holdorf eine wichtige Rolle. Das schätzen die Parteien und wollen die Strukturen für Vereine verbessern. Wie das gelingen kann, dafür wählen die CDU-Mehrheitsfraktion und die Opposition allerdings (noch) unterschiedliche Wege. Die SPD/FDP-Gruppe hat einen Antrag eingereicht. Die Parteien möchten die Vereinsarbeit mit höheren Förderungen, Zuschüssen auch für Gruppen außerhalb der Vereine und durch eine Beratungsstelle verbessern. Damit reagiert die SPD/FDP indirekt auch auf einen Antrag der CDU.

Im Antrag der Christdemokraten ging es um 3 Punkte: Sollen Ehrenamtliche bei der Bauplatzvergabe bevorzugt werden? Braucht die Gemeinde einen Ehrenamtsmanager? Und: Soll die Corona-Förderung wiederholt werden? Diskutiert wurde über den CDU-Antrag, der auf der Tagesordnung stand, aber nicht. Auf Vorschlag von Jan-Dierk Brand wurde das Thema zurück in die Fraktionen verwiesen. Sein Ziel, das auch die SPD, unterstützt: "Wie können wir mit unseren Anträgen die größtmögliche Schnittmenge erzielen?" Es sollte ein gemeinsames Paket geschnürt werden und dann möglichst den Vereinen auf  einer Versammlung zur Diskussion gestellt werden.

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