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Viel Lob für Expertenrat-Stellungnahme zu Kindeswohl

Der Expertenrat hat der Politik aufgetragen, in der Pandemie besonders auf das Wohl von Kindern und Jugendlichen zu achten. Das stößt auf Zustimmung. Die Schlussfolgerungen sind unterschiedlich.

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„Weiter regelmäßig und verbindlich testen“: Anne Spiegel. Foto: dpa/Nietfeld

„Weiter regelmäßig und verbindlich testen“: Anne Spiegel. Foto: dpa/Nietfeld

Die Empfehlung des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, in der Pandemie das Kindeswohl besonders zu berücksichtigen, ist auf breite Zustimmung gestoßen.

Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Gremium habe ein extrem wichtiges Thema aufgegriffen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sprach von einer "vorzüglichen Ausarbeitung". Die Expertinnen und Experten hätten darauf hingewiesen, "dass auch der Schutz der Kinder vor Infektion sehr wichtig ist", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin und sprach sich vor diesem Hintergrund bei hohen Infektionszahlen wie derzeit weiterhin für Masken bei Kindern aus.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) begrüßte die Stellungnahme. Sie lenke das Augenmerk "neben der primären auf die sekundäre Krankheitslast der Pandemie für die Kinder". Die Ausnahmesituation werde von vielen Kindern als belastend und angstbesetzt beschrieben, mit teils relevanten Folgeproblemen im seelischen und sozialen Bereich. "Zwar gelten Kinder nicht als vulnerable Gruppe, wenn es um die Schwere von Covid-19-Erkrankungen geht, in der Folge der gewählten Pandemiemaßnahmen aber sind gerade sie sehr verletzlich. Hier gilt es nun, schützend aktiv zu werden", teilte die DKGJ mit.

Hinweis auf sekundäre Krankheitslast

Der Expertenrat hatte in der am Donnerstagabend veröffentlichten Stellungnahme beides gefordert: Kinder müssten vor Infektionen und vor Erkrankungen infolge der Pandemie gleichermaßen geschützt werden. Als "besonders schwerwiegend" wird die sogenannte sekundäre Krankheitslast durch psychische und physische Erkrankungen bezeichnet, ausgelöst etwa durch Lockdown-Maßnahmen, Belastungen in der Familie wie Angst, Krankheit, Tod oder Existenzverlust, Verlust an sozialer Teilhabe oder an Planungssicherheit.

Seit dem Beschluss von Bund und Ländern für ein schrittweises Aufheben vieler Corona-Maßnahmen bis zum Frühlingsbeginn am 20. März wird verstärkt auch darüber diskutiert, wie lange und in welchem Umfang etwa Masken und Tests für Kinder und Jugendliche in Schulen oder Kitas noch notwendig sind.

Der Koordinator der unionsregierten Bundesländer in der Kultusministerkonferenz, Hessens Bildungsminister Alexander Lorz (CDU), sagte der dpa in Wiesbaden, wenn in allen Bereichen der Gesellschaft gelockert werden solle, müsse man im Sinne der Kinder und Jugendlichen auch an den Schulen für eine Rückkehr zur Normalität Erleichterungen schaffen. "Das bedeutet, dass wir über Änderungen bei der Maskenpflicht am Platz und den Tests sprechen müssen." Das sei man Schülerinnen und Schülern nach vielen Wochen und Monaten der extremen Belastung schuldig.

Lauterbach: Durchseuchung nicht zulassen

Lauterbach sprach sich gegen ein schnelles Ende von Maßnahmen in Schulen aus. Wie bei Erwachsenen gelte es, auch die Kinder in einen "geschützten Raum hinein" mitzunehmen und "nicht eine Durchseuchung in den letzten Monaten bis zum besseren Wetter" zuzulassen. Die Bundesregierung fordere weiter zu einem guten Schutz der Kinder auf. Dazu zählten bei den gerade noch hohen Inzidenzen natürlich auch Masken. Er ärgere sich immer, wenn die Rede davon sei, dass Infektionen für Kinder unbedenklich seien oder gar unbedenklicher als Impfungen. "Das ist beides schlicht falsch", sagte Lauterbach.

Nach Ansicht von Ministerin Spiegel sollten Kinder und Jugendliche auch weiterhin regelmäßig auf Corona getestet werden. Sie stimme der Empfehlung des Expertenrats uneingeschränkt zu, dass Schulen, Kitas und außerschulische Bildungs-, Freizeit- und Sporteinrichtungen für Kinder und Jugendliche offenbleiben müssten. "Um sie allerdings bestmöglich vor einer Ansteckung zu schützen, muss weiter regelmäßig und verbindlich getestet werden."

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