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Vertrauen schmilzt

Thema: Kritik an Spahns Moderna-Vorstoß. Die Pläne, die Vergabe des Biontech-Impfstoffs zu deckeln zeugen von wenig Weitblick. So verspielt der Gesundheitsminister viel Vertrauen.

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Gerade erst nehmen die Booster-Impfungen in Deutschland Fahrt auf, da prescht Jens Spahn (CDU) mit Plänen zu einer Deckelung der Biontech-Bestellungen vor, um möglichst viel des Moderna-Impfstoffs loszuwerden, da dieser kein langes Haltbarkeitsdatum mehr hat. Schlimmer hätte der Bundesgesundheitsminister die ohnehin fragile Impfkampagne Deutschlands kaum torpedieren können. Kein Impfstoff ist in der deutschen Gesellschaft so akzeptiert, wie der von Biontech. Nun genau dieses Vakzin zu reduzieren, zeugt also von wenig Weitblick.

Ohne Frage, der Moderna-Impfstoff ist in vielerlei Hinsicht dem Biontech-Impfstoff ebenbürtig. Er eignet sich jedoch nur für bestimmte Altersgruppen. Für Menschen unter 30 Jahren wird das Vakzin schon gar nicht mehr empfohlen. Doch genau in diesen Altersgruppen hapert es gewaltig mit der Impfbereitschaft. Auch bei bei den besonders gefährdeten schwangeren Frauen kann Moderna nicht verwendet werden.

Arztpraxen schon jetzt am absoluten Limit

Gleichzeitig würde ein größerer Einsatz des Moderna-Impfstoffs eine kaum noch leistbare Anstrengung der am Anschlag arbeitenden deutschen Arztpraxen bedeuten, da die Dosierung und Verabreichung viel aufwendiger sind, als beim Präparat von Biontech.

Mit seinem Vorstoß hat Spahn dem Gesundheitswesen nun einen Bärendienst erwiesen. Die Fehlkalkulation bei den Bestellungen der Impfstoffe sollen nun Praxen und Patienten ausgleichen. Eine Ohrfeige für alle, die bereit sind, ihren Beitrag zum Ende der Pandemie zu leisten. Genau auf diese Art verspielt die Politik das Vertrauen.

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