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Versorgung der Bürger mit schnellem Internet steht im Mittelpunkt

Trotz neuer finanzstarker Anbieter wie der Deutschen Glasfaser setzt die Gemeinde Lindern auf eine rasche  Lösung für schnelles Internet durch das richtfunk-basierte Modell der ETN-Group aus Meppen.

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Hoffnung für ländliche Regionen: Die Konkurrenz  durch richtfunk-basiertes schnelles Internet und neue finanzstarke Anbieter sorgt für mehr Ausbau-Tempo mit Glasfaser bis ins Haus.    Symbolfoto: dpa

Hoffnung für ländliche Regionen: Die Konkurrenz  durch richtfunk-basiertes schnelles Internet und neue finanzstarke Anbieter sorgt für mehr Ausbau-Tempo mit Glasfaser bis ins Haus.    Symbolfoto: dpa

GeEinen deutlichen Wandel im Markt für den Ausbau von Breitband für schnelles Internet mit der FTTH-Technologie (Glasfaser bis ins Haus) sieht Linderns Bürgermeister Karsten Hage. Ob das nun, nach vielen Jahren Kampf,  ein grundlegender Durchbruch für eine rasche Versorgung der Menschen auf dem Lande mit der heute nötigen Infrastruktur darstellt, da ist Hage nach den bisherigen Erfahrungen skeptisch.

Es sei grundsätzlich erfreulich, dass neue Player auf den Markt drängten und so für Konkurrenz sorgten. Mit der Deutschen Glasfaser und der Glasfaser Nordwest, einem Joint Venture von Telekom und EWE, gebe es gleich 2 neue Anbieter,  die Telekom und EWE Marktanteile abjagen wollten. Als ersten greifbaren Beleg für die sich ändernde Lage verweist der Bürgermeister auf das Angebot der EWE, die rund 30 Bauplätze im neuen Baugebiet an der Löninger Straße mit Glasfaser-Anschlüssen zu versehen. Noch vor gut 2 Jahren habe die Gemeinde auch mithilfe der Öffentlichkeit dafür kämpfen müssen, dass die Telekom neben der vorgeschriebenen Telefonleitung für die 16 Bauplätze am „Sandflag“ überhaupt mit Kupfer ausbaut.

"Glasfaser Nordwest" für Lindern keine Perspektive

Nach den bereits geführten Gesprächen mit den Verantwortlichen von Glasfaser Nordwest stellten deren Pläne nicht einmal mittelfristig eine Perspektive für Lindern dar. Sie dürften oder wollten nicht sagen, wann für die Gemeinde Ausbaupläne bestünden, wie sie beispielsweise für andere Kommunen verkündet worden seien. „Mir geht es vor allem und fast ausschließlich um die möglichst schnelle Versorgung der Bewohner unseres Ortes, und zwar sehr wohl bis zur letzten Milchkanne“, betont Hage. Welche Probleme das Fehlen von schnellem Internet mit sich bringe, das höre er leider noch viel zu häufig, nicht nur von Unternehmen oder genervten Eltern und Schülern.

Hage dankbar für Angebot der Meppener ETN-Group

Als wichtigen Beitrag wertet Hage den Anschluss der weißen Flecken durch den, mit 800.000 Euro in den kommenden Jahren, subventionierten Breitband-Ausbau – für den auch öffentliche Gelder unter anderem des Kreises und der Gemeinde fließen. Doch das dauere seine Zeit. Grundsätzlich sei es das Ziel der Kommune, Kooperationen beim eigenwirtschaftlichen Ausbau-Modell zu vermeiden. Denn es seien die Kunden, die entscheiden. Dankbar zeigte sich Hage angesichts der Pläne der ETN-Group aus Meppen, die mit ihrer, im Emsland bereits etablierten richtfunkbasierten Technologie, eine schnelle Lösung für die unterversorgten Gebiete und zudem durch ihre zugesagte Kooperation mit den Mobilfunk-Anbietern einen besseren Handy-Empfang böten.

Wimberg hat für schnelle Genehmigung Hilfe zugesagt

Auch alle anderen Kommunen im Kreis wollten dieses, auf einem Netz von Gittermasten basierende Angebot annehmen. Einziges Hindernis für die 30 vorliegenden Bauanträge sei die Genehmigung des Kreises. Landrat Johann Wimberg habe mehrfach seine Unterstützung zugesagt: "Wir hoffen jetzt auf eine schnelle Lösung", so Hage. Mit Glasfaser Nordwest habe die Gemeinde keine Kooperation unterschrieben. Die von Hedgefonds mit viel Geld ausgestattete Firma mit Sitz in Borken will nach eigenen Angaben 7 Milliarden Euro investieren und der größte FTTH-Glasfaserausbauer werden.

Schwerpunkt sollen ländliche Regionen werden, da dort keine Konkurrenz durch Kabelnetze bestünden. Auch in Lindern werbe sie eifrig um Kunden, wie zahlreiche blaue Fähnchen zeigten, so Hage. Nach Informationen, die aus einer Übersichtskarte hervorgehen, sei für die Gemeinde eine „Nachfragebündelung“ von 20 Prozent erreicht, 40 Prozent seien das Ziel - dann beginne wahrscheinlich der Ausbau. Linderns Bürgermeister treibt dabei eine ganz andere Sorge nach negativen Erfahrungen um: „Wir haben viel Geld in unsere Bürgersteige und Straßen investiert." Er hoffe, dass diese durch künftige Arbeiten im Zuge des Internetausbaus keine Schäden nähmen.

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