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Verheerender Plan des Agrarministeriums

Thema: Das Strategiepapier des Landesministeriums - Eine Umverteilung der Tierhaltung in Niedersachsen ist weltfremd und ökonomischer Unsinn

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Strategiepapier? Nein, diesen Namen verdienen die zwölf Seiten, die das Agrarministerium in Hannover "für eine zukunftsfähige Nutztierhaltung in Niedersachsen" vorgelegt hat, nun wirklich nicht. Das Konvolut listet einfach nur jede Menge Selbstverständlichkeiten auf, bleibt hinter älteren Positionen sogar zurück - und es steckt voller Widersprüche.

So ist es das erklärte Ziel, den ländlichen Raum vor Strukturbrüchen mit allen negativen wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu schützen, doch wird in diese Richtung letztendlich sogar geplant. Denn ein zentraler Teil der Nutztierhaltungsstrategie ist dieser: Im viehreichen Nordwesten soll es zur Absenkung der Tierzahlen kommen, in Ackerbaugebieten im Süden und Osten von Niedersachsen hingegen ist der Aufbau einer neuen Tierhaltung vorgesehen - samt regionaler Schlachtung und Vermarktung. Fördergelder sollen es möglich machen.

Das Ansinnen ist nicht nur weltfremd, es ist zudem für die Volkswirtschaft des gesamten Landes geradezu absehbar verheerend. Denn es geht hier um die Zukunft der Agrar- und Ernährungsbranche insgesamt, die nach der Automobilindustrie der zweitstärkste Wirtschaftssektor des Landes ist.

Der Plan des Ministeriums mutet geradezu planwirtschaftlich an

Der Transformationsdruck in der Nutztierhaltung ist enorm, aber es muss um einen sinnvollen Wandel gehen - und nicht um eine Lösung, die zur Zerstörung kompletter Wertschöpfungssysteme führt. Und zwar solcher, die längst auf dem Weg in Richtung Nachhaltigkeit sind.

Ein jäher Abbruch dieses Prozesses im Nordwesten wäre die fatale Folge, wenn der geradezu planwirtschaftlich anmutende Ansatz des Agrarministeriums in die Tat umgesetzt wird. Hinzu kommt: Was als Alternative angestrebt wird, hat null Aussicht auf eine ökonomische Potenz. Denn: Jede Menge neue Ställe in Ackerbaugebieten - das wird dort auf heftigen Widerstand in der Bevölkerung treffen. Folglich käme es ausschließlich zum drastischen Rückbau der Tierhaltung im Nordwesten.

Das Agrarministerium verkennt völlig, dass gerade eine deutlichere Unterstützung der im Nordwesten sich derzeit neu formenden Agrarwirtschaft der einzige Erfolg versprechende Ansatz ist, um weiter für Prosperität im ländlichen Raum zu sorgen - und damit für ganz Niedersachsen. Das Oldenburger Münsterland und der Osnabrücker Raum entwickeln sich derzeit mit Hilfe der Wissenschaft zu Zukunftslaboren für eine nachhaltige Agrar- und Ernährungswirtschaft. Weil hier die Tierhaltung ist.

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