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Vereinigte Staaten, ein gespaltenes Volk: Die USA in der Dauerkrise

Die politischen und persönlichen Gräben im Land der Verheißung, der unbegrenzten Möglichkeiten, sind tief. Joe Biden, Ronald DeSantis, Donald Trump: Sind das wirklich rosige Aussichten?

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Vielfach vorhergesagt, aber dennoch ausgeblieben ist die große Klatsche für die Demokraten bei den Midterms. US-Präsident Joe Biden kann aufatmen – für den Moment. Denn der Marathon zur US-Präsidentschaftswahl 2024 ist längst gestartet. Und die Durststrecke für den Chef im Oval Office wird lang. Denn der „American Dream“ im Land der Verheißung und der unbegrenzten Möglichkeiten ist längst geplatzt.

Die Vereinigten Staaten sind durch die kruden Machenschaften von Ex-US-Präsident Donald J. Trump weniger vereint, sondern sie sind gespaltener denn je.

Biden wirkt verwirrt, Harris fällt mit Abwesenheit auf

In gewisser Weise liegt es womöglich in der Natur der Dinge, dass ein Zwei-Parteien-System mit jeweiligen Flügelpositionen innerhalb der Demokraten und Republikaner dafür sorgt, dass politische Positionen weniger an die Mitte denn an die Ränder führen. Und je stärker die Unterschiede – siehe Trump zu Obama/Biden –, desto heftiger das Lagerdenken.

Die politische Situation befeuert diese Gegensätze: Ukraine-Krieg, Inflation, das außenpolitische Verhältnis zu Russland, China und Europa, Identitätspolitik (Gender-Debatten, Wokeismus) und ihre Gegner, die Abtreibungsdebatte, die Einwanderungspolitik, Rassismus, der Klimawandel, das Gesundheitssystem, der Markt – die Positionen gehen immer weiter auseinander. Das Land sucht vergeblich nach Zusammenhalt, einem gemeinsamen Nenner – und die US-Amerikaner werden immer frustrierter.

Kein Wunder: Politisch bilden die Demokraten unter Joe Biden meist eine Einheit gegen die Republikaner, aber haben auch innere Differenzen. Sie wirken führungslos ob eines alten weißen Mannes, der öfter verwirrt wirkt bei öffentlichen Auftritten. Im Gepäck: Kamala Harris, das mögliche zukünftige Gesicht der US-Demokraten, das nicht mit Präsenz glänzt, aber mit Abwesenheit „unauffällt“, beziehungsweise untergeht.

Scheinwerferlicht bei den Republikanern, aber die Einheit liegt im Schatten verborgen

Bei den US-Republikanern ist das Scheinwerferlicht deutlich heller, aber die Einheit nicht ausgeleuchtet, sondern im Schatten verborgen. Ein Ex-US-Präsident, der demokratische Mittel wie faire Wahlen nicht nur anzweifelt, sondern leugnet und wahrscheinlich seine Anhänger angestachelt hat, die gestohlene Wahl, the „Big Lie“, zurückzuholen, konkurriert mit seinem eigenen Ziehsohn, Ronald DeSantis. Floridas Gouverneur erfreut sich bester Umfragewerte und kann eine Vielzahl von Republikanern hinter sich vereinen. Allerdings sind auch diese Republikaner überwiegend radikalisierte Parteianhänger, die den Trumpisten ähnlich sind, aber die Ergebnisse demokratischer Wahlen auch akzeptieren, wenn sie nicht zu ihren Gunsten ausfallen.

Die DeSantis- und Trump-Anhänger innerhalb der Republikaner werden bis 2024 um die Deutungshoheit ringen. Trump wird nichts unversucht lassen, ins Oval Office zurückzukehren. Dafür ist er zu empathie- und skrupellos. Ronald DeSantis steht ihm in diesem Punkt wenig nach. Er ist mit allen Wassern gewaschen, hat vom besten Populisten gelernt. Aber: Er ist politisch deutlich geschickter und kein Horror-Clown.

"Vielleicht festigen sich bis 2024 drei politische Lager – und diese einen noch gespalteneren, vereinigten Staat in Nordamerika."Max Meyer

Und Joe Biden? Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte? Ihm wird der bevorstehende Zwist innerhalb der republikanischen Partei gerade recht kommen. Aber die Mehrheiten wird er im Repräsentantenhaus und Senat womöglich verlieren – und es schwer haben, seine politischen Inhalte bis zur Wahl durchzudrücken und damit zu überzeugen.

Wer wird am Ende derjenige sein, der ab 2024 das Land der unbegrenzten Möglichkeiten regiert? Wer es schafft, das schwerst gespaltene Amerika zu einen, hat das größte Potenzial.

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