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Vereine müssen weiter auf den Kunstrasen warten

Wieder einmal ist in der Politik die Förderung von Kunstrasenplätzen heiß diskutiert worden. Drei Vereine haben Interesse. Eine Entscheidung gibt es aber immer noch nicht.

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Drei Anträge: BW Galgenmoor, TuS Emstekerfeld und BV Cloppenburg wollen einen Kunstrasenplatz. Foto/Montage: Hermes

Drei Anträge: BW Galgenmoor, TuS Emstekerfeld und BV Cloppenburg wollen einen Kunstrasenplatz. Foto/Montage: Hermes

Eine lange Debatte und wieder keine richtungsweisende Empfehlung: Um die Förderung eines Kunstrasenplatzes ist im Sportausschuss erneut eine Diskussion entbrannt. Wie berichtet, hatten BW Galgenmoor, TuS Emstekerfeld und BV Cloppenburg jeweils einen Antrag gestellt.

Die Vereine konnten bislang untereinander keine Einigung zur Reihenfolge einer Förderung erzielen. Somit ist die Politik am Zug, die sich für einen Antragssteller entscheiden muss. Dabei drängt die Zeit. Wie Stadträtin Petra Gerlach berichtete, müssen Fördergelder des Landkreises noch in diesem Jahr abgerufen werden, ein Übertrag in den nächsten Haushalt sei nicht möglich. Zudem sei auch ein kommunaler Platz nicht zu realisieren, die Förderrichtlinien des Kreises schreiben die Beteiligung eines Vereins vor.

Grüne, UWG und SPD pochen auf öffentliche Entscheidung

Lukas Görner (CDU) wollte eine möglichst schnelle Entscheidung und schlug vor, diese schließlich in den nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss zu verschieben. Daraufhin kam Unmut auf, Unklarheiten gab es ebenfalls um die Beratungsreihenfolge. „Das geht gar nicht, das Thema wird heftig diskutiert und dies muss auch von uns öffentlich geschehen. Wir brauchen Transparenz und keine Entscheidung im Hinterzimmer“, sagte Michael Jäger von den Grünen. Zustimmung gab es unter anderem von Jutta Klaus (UWG) und Jan Oskar Höffmann. „Das wäre intransparent. Das Thema muss im Rat entschieden werden“, so der SPD-Fraktionschef.

Er kritisierte zudem, dass es im Ausschuss überhaupt keine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Abwägung von Vor- und Nachteilen der Vereine gebe. Nicht akzeptabel sei ebenfalls, dass mit Prof. Dr. Lucien Olivier (BVC) und Roland Kühn (BWG) zwei Vorstände mit abstimmen würden: „Das schreit nach Befangenheit.“

Dieser Vorwurf sei lächerlich, erwiderte Olivier von der CDU. Auch könne er keine Intransparenz erkennen: „Wir haben hier mehrmals sachlich diskutiert.“ Dr. Franz Stuke von den Christdemokraten drängte unterdessen auf eine Entscheidung: „Wir bringen die Vereine weiter in Verdruss. Es wäre schade, wenn wir das weiter ausbremsen.“ Fraktionskollege Olaf Vocks benötigt nach eigenen Angaben zunächst allerdings ein Konzept der Antragssteller, wie eine Platzvermietung geregelt sein soll.

Foto: HermesFoto: Hermes

Gegen die Kritik einer fehlenden Kontaktaufnahme mit dem Landkreis wehrte sich indes die Stadtverwaltung, Höffmann hatte sich zwischenzeitlich darüber beklagt. „Das wird zu einer unfairen Diskussion. Wenn Sie sich nicht entscheiden können, liegt das nicht an uns“, erklärte Gerlach mit Nachdruck. Man habe die Rahmenbedingungen und Anträge aufgezeigt, der Ball liege bei den Lokalpolitikern.

Schließlich sprachen sich die Ausschussmitglieder dafür aus, das Thema im nächsten Verwaltungsausschuss zu beraten, eine Entscheidung soll aber ausdrücklich erst öffentlich im Rat der Stadt getroffen werden. Dies begrüßte unter anderem Dr. Heinrich Dickerhoff von der CDU: „Wir müssen zeigen, wofür wir stehen.“

Unter diesem Kompromiss zog auch die SPD ihren Antrag zurück, den Tagesordnungspunkt erst bei den Haushaltsberatungen noch einmal zu beleuchten. Die Sozialdemokraten wollten zunächst die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Steuerschätzungen abwarten. Möglicherweise seien ja auch zwei Plätze in der Stadt denkbar.

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