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Vereine hoffen auf zusätzliche Einnahmequelle

Die AfD regt eine Vermarktung von Namensrechten für Sportstätten an. Aber ohne die Zustimmung der Stadt Vechta als Eigentümerin geht es nicht.

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Ein Sponsor könnte frisches Geld in die Kasse spülen. Der SFN Vechta ist durchaus an einer Vermarktung der Namensrechte für das Stadion am Bergkeller interessiert. Foto: Speckmann

Ein Sponsor könnte frisches Geld in die Kasse spülen. Der SFN Vechta ist durchaus an einer Vermarktung der Namensrechte für das Stadion am Bergkeller interessiert. Foto: Speckmann

Ob Allianz-Arena, Signal-Iduna-Park oder Veltins-Arena: Den großen Fußballstadien in Deutschland haben die Konzerne längst ihren Stempel aufgedrückt. Auch der SV Werder Bremen hat sich vor einem Jahr dazu entschlossen, die Namensrechte am Weserstadion an die Immobilienfirma Wohninvest zu verkaufen. Rund drei Millionen Euro pro Saison soll dieses Geschäft einbringen. Ob eine derartige Summe auch für Sportstätten in der Stadt Vechta fließen würde, ist unwahrscheinlich. Aber nach Auffassung der AfD-Fraktion sollte um potenzielle Sponsoren geworben werden. Die betroffenen Vereine sind ebenfalls nicht abgeneigt.

In einem Antrag an den Stadtrat zeigt die Fraktion mögliche Vorteile auf, die eine Vergabe der Namensrechte für die städtischen Einrichtungen haben könnte. "Im Zuge der Kostensteigerung bei Planung und Errichtung der Sportstätten auf dem Oyther Berg und am Bergkeller könnten durch ein Sponsoring-Konzept zusätzliche Mittel akquiriert werden. Dadurch ließe sich, gerade im Hinblick auf die angespannte Haushaltslage, die öffentliche Hand entlasten", erklärt Fraktionschef Rüdiger Leßel.

Der Vorschlag seiner Fraktion sieht vor, dass die Stadt Vechta mit dem jeweiligen Sponsor einen Werbevertrag auf Zeit eingeht. Der Name des Geldgebers würde dann in die Bezeichnung der Sportstätte aufgenommen. Im Sinne der lokalen Identifikation und Kontinuität sollte der bisherige Titel nicht komplett verschwinden, sondern lediglich ergänzt werden. Beispiel: "X-Stadion am Bergkeller" oder "Y-Stadion auf dem Oyther Berg".

Das Ansinnen der AfD ist keine ganz neue Idee. Darauf sind einige Vereine auch schon selbst gekommen. Der SC Rasta Vechta hat bereits vor einigen Jahren Überlegungen angestellt, die Namensrechte für den Rasta Dome zu vermarkten, der durch die Basketballer im bundesweiten Fokus steht. Die Suche nach einem finanzkräftigen Sponsoringpartner führte dann aber offenbar nicht zum Erfolg.

„Wenn es möglich wäre, würden wir es gerne nutzen wollen.“Boris Radau, Vorsitzender des SFN Vechta

Auch der SFN Vechta hat sich vor einigen Wochen mit einer Anfrage an die Stadtverwaltung gewandt, ob eine Vergabe der Namensrechte für das Stadion am Bergkeller erlaubt ist. "Wenn es möglich wäre, würden wir es gerne nutzen wollen", sagt Vereinsvorsitzender Boris Radau auf Anfrage. Einen konkreten Sponsor gebe es bisher nicht, aber er könne sich gut vorstellen, die Namensrechte an ein lokales Unternehmen zu vergeben und mit den Einnahmen zur Finanzierung des Sportbetriebes beizutragen.

Der VfL Oythe steht dem Sponsoring ebenfalls offen gegenüber. "Das war bei uns auch schon mal in kleiner Runde ein Thema", berichtet Vorsitzender Wolfgang Büssing. Neben der Bandenwerbung wäre die Vermarktung der Namensrechte eine zusätzliche Einnahmequelle. Denkbar wäre eine Namensgebung für das geplante Stadion, wenn es fertiggestellt sei. Die Sportstätte selbst sollte aber weiterhin Oyther Berg heißen, so Büssing.

Nach Angaben der Verwaltung liegen die Vermarktungsrechte für die Stadien im Stadtgebiet bei der Stadt Vechta als Eigentümerin. Für eine etwaige Umbenennung wäre der Rat, wie bei der Benennung von Straßen oder Plätzen, zuständig. Sollte es also einen konkreten Antrag für eine Sportstätte geben, müsste sich der Stadtrat mit dem Thema befassen und eine Entscheidung treffen.

Bürgermeister sieht Vermarktung kritisch

"Davon möchte ich abraten“, erklärt Bürgermeister Kristian Kater. Er sieht die Vermarktung sehr kritisch, denn "unser Anliegen ist es, auf lange Sicht die Namen zu erhalten“. Beim Sponsoring sei die Vertragslaufzeit in der Regel begrenzt. Somit müsse die Politik immer wieder neue Beschlüsse fassen, sobald sich die Vertragsverhältnisse ändern würden. Eine auf unbestimmte Zeit erteilte Generalvollmacht könne es für die Vereine nicht geben.

Grundsätzlich hätte Vechtas Bürgermeister kein Problem damit, dass städtische Sportstätten einen Namen bekommen. Doch diese Bezeichnung sollte langfristig Bestand haben und nach Möglichkeit auf Tradition beruhen, sagt Kater. Denkbar wäre etwa, die Bezeichnung im Zuge einer Ehrung oder Erinnerung an eine verdiente Person festzumachen.

Der Antrag der AfD-Fraktion soll am Montag (13. Juli) im Stadtrat auf den Tisch kommen. Eine ausgedehnte Beratung oder gar Beschlussfassung ist in der öffentlichen Sitzung nicht zu erwarten. Die Politik entscheidet zunächst nur darüber, ob der Antrag überhaupt weiterverfolgt wird und welches Gremium sich damit beschäftigen sollte.

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