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Vechtas Landrat: Kliniken haben Omikron gut im Griff

Trotz aktueller Rekordwerte bei den Infektionszahlen sei das Gesundheitssystem im Landkreis nicht überlastet. Das Gesundheitsamt rechnet indes mit dem Infektionshöhepunkt in den nächsten Wochen.

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Trotz aktueller Rekordzahlen: Das Gesundheitssystem im Landkreis Vechta ist nicht überlastet. Symbolbild: dpa / Gohlke

Trotz aktueller Rekordzahlen: Das Gesundheitssystem im Landkreis Vechta ist nicht überlastet. Symbolbild: dpa / Gohlke

Seit zwei Jahren hat die Corona-Pandemie die Welt fest im Griff. Auch im Landkreis Vechta kamen auf Politik und Verwaltung noch nie da gewesene Herausforderungen zu. „Wir arbeiten seit zwei Jahren auf Hochtouren und haben kaum einen Stillstand“, blickt die Leiterin des Gesundheitsamtes Vechta, Sandra Guhe, im Gespräch mit OM-Online zurück.

Trotz aktueller Rekordwerte bei den Corona-Infektionszahlen sei das Gesundheitssystem im Landkreis aber nicht überlastet, betont Landrat Tobias Gerdesmeyer. „Die Hospitalisierungsrate ist gesunken und wir haben eine gute Impf- und Testinfrastruktur in allen Städten und Gemeinden. Wir haben also die aktuelle Situation gut im Griff.“

Dies liege unter anderem auch an der Omikron-Variante, so Guhe. „Wir haben Glück gehabt, dass Omikron zu deutlich milderen Verläufen führt als beispielsweise Delta. So sind die Krankenhausbelegungen niedriger.“ Hätte die Delta-Variante zu vergleichbaren Infektionszahlen geführt, wäre die Lage heute deutlich drastischer, meint die Leiterin.

Berichten über die aktuelle Corona-Lage im Landkreis: Tobias Gerdesmeyer (oben), Eva-Maria Dorgelo (von links), Hartmut Heinen und Sandra Guhe. Foto: BernhardtBerichten über die aktuelle Corona-Lage im Landkreis: Tobias Gerdesmeyer (oben), Eva-Maria Dorgelo (von links), Hartmut Heinen und Sandra Guhe. Foto: Bernhardt

Laut Berechnungen der Kreisverwaltung stehen aktuell knapp 130.000 Corona-Testkapazitäten pro Woche für die Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Bislang seien jedoch erst maximal 30.000 Tests im entsprechenden Zeitraum abgerufen worden. „Da haben wir noch viel Luft nach oben“, betont der Erste Kreisrat Hartmut Heinen.

Was die aktuellen Inzidenzen angeht, sieht die Verwaltungsspitze das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. „Wir erwarten in den nächsten Wochen weitere Rekordwerte an Neuinfektionen im Landkreis“, so Guhe. Deshalb sei das Risiko, sich aktuell mit Corona zu infizieren, so hoch wie noch nie. Was präventive Maßnahmen, die jede Bürgerin und jeder Bürger beherzigen könne, angeht, setzt die Leiterin des Vechtaer Gesundheitsamtes auf Bewährtes: „Die Einhaltung der AHA-Regeln und die Schutzimpfung haben sich als erfolgreichste Erkenntnis der letzten beiden Jahre herausgestellt.“ Auch wenn die Regeln nach mittlerweile zwei Jahren immer mühseliger umzusetzen seien, müssten die Bürgerinnen und Bürger die nächsten Wochen noch einmal durchhalten, appelliert Guhe.

Impfnachfrage im Landkreis stagniert

Indes registriert Landrat Tobias Gerdesmeyer, dass die Nachfrage nach Impfungen bei Erwachsenen im Kreisgebiet aktuell stagniere. Die Nachfrage nach Kinderimpfungen hingegen sei hoch. Hoffnungen setze der Landkreis nun in den Impfstoff Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax. Da dies ein proteinbasiertes Vakzin mit Virusantigen sei, könne er besonders für die Menschen interessant sein, die Vorbehalte gegen die bereits zugelassenen mRNA-Impfstoffe haben. Man wolle in absehbarer Zukunft ermöglichen, dass jeder Impfwillige selbst entscheiden kann, welches Vakzin er haben möchte, erklärt Gerdesmeyer.

Während bundesweit dieser Tage auch immer wieder über Exit-Strategien und mögliche Lockerungen der geltenden Corona-Regeln diskutiert wird, will sich die Kreisverwaltung daran vorerst nicht beteiligen. „Da wir uns an die Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen halten, sind uns diesbezüglich die Hände gebunden“, so der Landrat. Dennoch müssten sich Bund und Länder durchaus Gedanken über Lockerungen machen, betont er. „Es muss jeden Tag geprüft und beurteilt werden, ob die aktuellen Maßnahmen noch tragfähig sind.“ Dies fordere Gerdesmeyer auch auf kommunaler Spitzenebene ein.

Wichtig sei für ihn der Blick nach vorne: „Wir müssen optimistisch bleiben.“ Auch Sandra Guhe hofft, dass nach dem Höhepunkt der Omikron-Welle in den nächsten Wochen ein endemischer Status erreicht werden könne. Besonders für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt wäre dies eine wünschenswerte Aussicht. Denn die Arbeit habe sich mit dem Beginn der Corona-Pandemie um 180 Grad gedreht, berichtet Guhe. Viele andere Aufgaben seien zwangsläufig liegen geblieben.

Leiterin des Gesundheitsamtes zeigt sich positiv gestimmt

Um die vielen Nachfragen zu bewältigen, die bei der Behörde täglich eingehen, sei die Digitalisierung ein hilfreicher Faktor. Das Online-Meldeformular auf der Homepage des Landkreises sei für die Arbeit unentbehrlich. Ein neuer Flyer, der in Arztpraxen, Testzentren und anderen öffentlichen Orten ausgelegt wird und in mehrere Sprachen übersetzt ist, soll zusätzlich für Entlastung sorgen. Auf diesem wird erklärt, was im Falle eines positiven Tests zu tun ist, erklärt Guhe. 

Beim Blick in die Zukunft zeigt sich die Amtsleiterin positiv gestimmt. „Corona wird weiterhin da sein, aber nicht unser Leben bestimmen“, lautet ihre Prognose. Eine Auffrischungsimpfung einmal im Jahr werde nötig sein, dadurch solle laut Guhe aber der Schrecken vor Corona verschwinden.

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