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Uns droht Kummerland

Thema: Jim Knopf und die Rassismusvorwürfe - Wer dieses fabelhafte Werk über den kleinen Nachwuchslokomotivführer gelesen hat, der wird nicht zum Rassisten. Ganz im Gegenteil.

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Deutschland war einmal das Volk der Dichter und Denker und das Volk, das wunderbare Autoren wie etwa Michael Ende hatte, der mit seinen Kinderbüchern Millionen Mädchen und Jungen – und wohl auch so manchen Erwachsenen – verzaubert hat. Ausgerechnet in seinem wunderbaren Buch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ Rassismus zu entdecken, weil der Begriff „Neger“ auftaucht, das zeigt, welche Kleingeistigkeit in diesem Land inzwischen auf Grund einer vollkommen ausufernden und längst auch für das Zusammenleben der Bürger gefährlichen Rassismusdebatte Einzug gehalten hat.

Nein, werte Pädagogen und Kritiker, die Sie dieses Buch am liebsten aus der Öffentlichkeit verbannen möchten: Wer dieses fabelhafte Werk über den kleinen Nachwuchslokomotivführer gelesen hat, der wird nicht zum Rassisten. Ganz im Gegenteil. Der gewinnt Verständnis für Minderheiten, leidet mit ihnen und freut sich am Ende, dass alles gut ausgeht. Ergo gibt es auch keine „Causa Jim Knopf“, sondern allenfalls eine „Causa Weltfremdheit“.

Die baden-württembergische Kultusministerin tut jedenfalls gut daran, das Michael-Ende-Buch nicht aus den Schulen zu verbannen. Zu wünschen ist, dass sie ein starkes Durchhaltevermögen in dieser Angelegenheit besitzt, auch wenn die Entrüsteten nun einen Sturm auslösen werden. Der wird aber wieder abschwellen. Das ist so sicher wie die gute Rückkehr Jim Knopfs nach Lummerland, aus dem hoffentlich niemals ein Kummerland werden wird, weil die Geschichte des kleinen Jungen von Ignoranten weiß gewaschen wird.

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