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Um die digitale Infrastruktur voranzubringen

Die drei Holdorfer Schulen erhalten aus dem Digitalpakt Schule mehr als 277.000 Euro. Die Bewilligungsbescheide überreichte Kultusminister Grant Hendrik Tonne.

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Die Bewilligungsbescheide sind verteilt: Das freut (von links) Grant Hendrik Tonne (Kultusminister), Raimund Haskamp (Oberschulrektor), Walburga Schütte (Rektorin Grundschule Holdorf), Christiane Westermann (Rektorin Barbaraschule), Dr. Wolfgang Krug (Bürgermeister) und Dr. Stephan Siemer (Landtagsabgeordneter). Foto: Böckmann

Die Bewilligungsbescheide sind verteilt: Das freut (von links) Grant Hendrik Tonne (Kultusminister), Raimund Haskamp (Oberschulrektor), Walburga Schütte (Rektorin Grundschule Holdorf), Christiane Westermann (Rektorin Barbaraschule), Dr. Wolfgang Krug (Bürgermeister) und Dr. Stephan Siemer (Landtagsabgeordneter). Foto: Böckmann

Der Kultusminister erschien pünktlich auf die Minute in der Georg-Kerscheinsteiner-Schule in Holdorf - und er hatte gute Nachrichten im Gepäck. Beziehungsweise in der Hand. Drei Bewilligungsbescheide aus dem Digitalpakt Schule mit einem Gesamtvolumen von mehr als 277.000 Euro hat Grant Hendrik Tonne (SPD) am Montagmittag an die Gemeinde übergeben. Die Mittel erhält der Schulträger für die Barbaraschule Langenberg (44.255 Euro), die Grundschule Holdorf (81.450 Euro) und die Georg-Kerschensteiner-Schule (151.609 Euro). 

Damit soll der Ausbau der digitalen Schulinfrastruktur insbesondere mit interaktiven Tafeln vorangebracht werden. Das Geld sei "gut und sinnvoll angelegt", erklärte Raimund Haskamp als Rektor der Oberschule stellvertretend auch für seine Kolleginnen Walburga Schütte (Grundschule Holdorf) und Christiane Westermann (Barbaraschule Langenberg).

Digitale Medien als pädagogisches Mittel

Vor Gästen aus Politik, Verwaltung und natürlich den Schulen sprach Kultusminister Tonne über Risiken und Gefahren, vor allem aber über Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung.  Es sei wichtig, dass digitale Medien eben nicht nur vor und nach der Schule genutzt würden, sondern auch im Unterricht als "pädagogisches Mittel". Dabei gebe es nicht den einen richtigen Weg, sondern viele richtige. Diese Unterschiedlichkeit sei völlig in Ordnung, sagte der SPD-Politiker.

Ein Geschenk als Andenken für den Minister: Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug und Schulleiter Raimund Haskamp überreichen Grant Hendrik Tonne einen Pullover der Georg-Kerscheinsteiner-Schule. Foto: BöckmannEin Geschenk als Andenken für den Minister: Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug und Schulleiter Raimund Haskamp überreichen Grant Hendrik Tonne einen Pullover der Georg-Kerscheinsteiner-Schule. Foto: Böckmann

Tonne dankte dem Schulträger für das große Engagement, die digitale Infrastruktur der örtlichen Schulen zu verbessern. Die Gemeinde habe "gemeinsam mit den Schulen sehr gute Ideen entwickelt, um die Kinder und Jugendlichen im Bereich der Medienbildung zu fördern". Das Ziel dabei sei, bewährte Lernformen pädagogisch-didaktisch mit zeitgemäßen Medien zu ergänzen. Die Gemeinde Holdorf, die laut Tonne übrigens als erster Schulträger seine beantragten Mittel zu 100 Prozent bewilligt bekam, sei hier auf einem guten Weg, sagte Tonne.

Das findet auch Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug. Er betonte, dass der Gemeinderat im Rahmen des Digitalpakets 240.000 Euro zusätzliche Investitionen für die Hard- und Software und Strom- und Elektroleitungen an den drei Schulen im Gemeindegebiet im 1. Nachtragshaushalt verabschiedet hatte, "um die Infrastruktur ans Laufen zu bekommen".

Tonne mahnt behutsames Vorgehen an

Der Digitalpakt war ein Thema während des einstündigen Besuches von Tonne. Die Corona-Pandemie - natürlich - ein anderes. "Das Virus ist noch nicht weg", warnte der Kultusminister grundsätzlich vor zu vielen Lockerungen. Seine klare Botschaft: nichts überstürzen, die Schritte mit Vorsicht und Bedacht wählen. Schule müsse ein Raum sein, ohne Sorge, sich anzustecken.

"Wir wollen einen würdigen Abschluss ermöglichen, aber in einem entsprechenden Rahmen."Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister Niedersachsens über die Zeugnisvergabe

Mit Blick auf Zeugnisübergaben sagte Tonne: "Wir wollen einen würdigen Abschluss ermöglichen, aber in einem entsprechenden Rahmen." Überlegungen der Georg-Kerscheinsteiner-Schule, den Abschluss im Hans-Böckmann-Sportpark - also unter freiem Himmel und mit genügend Platz - zu feiern, fand der SPD-Politiker grundsätzlich positiv, wenngleich er nichts  versprechen wollte. Auch nicht mit Blick auf das Schuljahr 2020/2021.

Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde Holdorf: Kultusminister Grant Hendrik Tonne verewigt sich. Foto: BöckmannEintrag in das Goldene Buch der Gemeinde Holdorf: Kultusminister Grant Hendrik Tonne verewigt sich. Foto: Böckmann

Wie die Pandemie den Unterrichtsalltag in Holdorf verändert hat, das berichteten die drei Schulleiter. Oberschulrektor Haskamp sagte, dass 20 Prozent der Lehrkräfte wegen den unterschiedlichsten Auswirkungen der Corona-Krise derzeit nicht unterrichten. Dass an der Georg-Kerscheinsteiner-Schule derzeit kein Französisch gelehrt werden kann, nannte Haskamp beispielhaft "sehr schade". 

An der "Container-Schule" in Langenberg sieht Leiterin Westermann die beengten Verhältnisse als besondere Herausforderung. Die Schule hat ein Einbahnstraßenkonzept entwickelt, um die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Die Schüler müssten daran schon häufiger erinnert werden. Es sei mitunter auch schwierig zu erklären, warum die Bundesliga-Profis Fußball spielen dürfen, auf dem Pausenhof aber nicht gekickt werden darf.

Das bestätigt auch Walburga Schütte als Leiterin der Grundschule Holdorf. Die Regeln einzuhalten, klappe indes "wunderbar". Schade sei es hingegen, dass in den dritten und vierten Klassen nur die Kernfächer Deutsch, Mathematik, Sachkunde und Englisch unterrichtet werden dürfen. Grundsätzlich halten beide Schulleiterinnen unisono aber fest: "Es läuft gut, wir sind zufrieden." So wie alle Gäste am Montagmittag in der Georg-Kerscheinsteiner-Schule in Holdorf.

  • Info: Über den Digitalpakt Schule erhält das Land Niedersachsen 470 Millionen Euro vom Bund. Hinzu kommt eine Aufstockung durch das Land um rund 52 Millionen Euro. Damit stehen über 522 Millionen Euro für die Verbesserung der IT-Bildungsinfrastruktur an Niedersachsens Schulen bis 2024 zur Verfügung. Antragsberechtigt für die Mittel aus dem Digitalpakt Schule sind sowohl Träger von kommunalen öffentlichen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen als auch finanzhilfeberechtigte Träger von privaten allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen sowie Träger von Schulen, die den Vorschriften des Pflegeberufe-Gesetzes und der Pflegeberufe-Ausbildungsfinanzierungsverordnung unterliegen. Das bewilligte Fördervolumen liegt derzeit in Niedersachsen bei insgesamt rund 28 Millionen Euro.

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