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Überflüssige Parallelstruktur

Thema: Heimatschutz der Bundeswehr. So eine Spezialtruppe ist verzichtbar. Es fehlt das Profil. Kramp-Karrenbauer geht es darum, mehr junge Leute zu überzeugen, Zeit- oder Berufssoldat zu werden.

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Es ist ja verständlich, dass jemand, der an der Spitze eines Ministeriums steht, seinem Ressort einen eigenen Stempel aufdrücken will. Aber das Gepräge sollte sinnvoll sein, eine klare Kontur haben und keineswegs als verzichtbar gelten. Das alles kann über die Initiative von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), einen neuen einjährigen Freiwilligendienst für den „Heimatschutz“ zu schaffen, nicht gesagt werden. Denn: Die Bundeswehr ist bereits im Katastrophenfall oder während einer Pandemie im Inland aktiv – wie die Hilfseinsätze während der Corona-Krise gezeigt haben.

Eine Spezialtruppe zu gründen, die irgendwo zwischen Technischem Hilfswerk und Sanitätern angesiedelt ist, also kein eindeutiges Profil hat, kann keine effektive Ergänzung zu existierenden Spezialdiensten für Notlagen sein. Hier geht es also um zwei andere Dinge: Der „Heimatschutz“ soll – wie der bestehende Freiwilligendienst – mehr junge Leute überzeugen, Zeit- oder Berufssoldat zu werden. Und: Kramp-Karrenbauer will der Bundeswehr ein neues Image mit breiter positiver Öffentlichkeitswirkung verleihen. Dazu bemüht sie den Heimatbegriff, um auch konservativen Seelen der CDU-Anhänger noch etwas Gutes zu tun.

Möglicherweise ist die Initiative auch als Vorstufe zu einem verbindlichen Gesellschaftsjahr gedacht, wie es schon einmal von Kramp-Karrenbauer propagiert worden war.

Schaden kann das alles zwar nicht, aber viel wichtiger wäre es, den Aufbau einer europäischen Armee voranzubringen, anstatt überflüssige Parallelstrukturen für Katastrophenfälle in Deutschland zu schaffen.

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