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TV Dinklage erhält Millionenzuschuss für das Jahnstadion

Der Turnverein bekommt die nächsten fünf Jahre jeweils 350.000 Euro für seine Investitionen. Die CDU und das Bürgerforum begrüßen die geplanten Maßnahmen – und kontern damit auch eine Kritik der AfD.

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Blick auf das altehrwürdige Jahnstadion: Die Sportstätte wird bereits seit 1912 für Spiele und Turniere genutzt – ist aber mittlerweile arg in die Jahre gekommen. Foto: TVD

Blick auf das altehrwürdige Jahnstadion: Die Sportstätte wird bereits seit 1912 für Spiele und Turniere genutzt – ist aber mittlerweile arg in die Jahre gekommen. Foto: TVD

Bereits 1912 richtete der TV Dinklage im Jahnstadion Turniere und Spiele aus. Seit 1958 hat die Stadt Dinklage das Gebäude an den Turnverein verpachtet. Für eine Verlängerung des Pachtvertrages votierte der Dinklager Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung nun einstimmig – bis zum 31. Dezember 2036. Was auf den ersten Blick wie eine Formalie klingt, hat für den TVD dennoch eine Bedeutung. Denn eine finanzielle Förderung für Investitionen des Turnvereins ins Jahnstadion gibt es vom Landessportbund nur dann, wenn der Verein einen Nachweis über ein 15-jähriges Nutzungs- und Betriebsrecht vorlegen kann. Das ist nun erledigt.

Und der TVD kann seine Pläne für den Umbau des altehrwürdigen Stadions forcieren. Der größte Sportverein der Region plant in der Heimat der Fußballer, Leichtathleten und der Sportabzeichenabteilung diverse Investitionen (für neue Tribünen, Umkleiden und Geräteräume, für Renovierung der maroden Tartanbahn sowie möglicherweise in eine Freilufthalle). Dafür bekommt der Turnverein Dinklage in den nächsten fünf Jahren jeweils 350.000 Euro Zuschuss – in der Summe also 1,75 Millionen Euro.

AfD-Politiker sieht Sanierungsfall "hausgemacht"

AfD-Politiker Josef Kruse nutzte die Debatte, um den Haushalt für das Jahr 2022 einmal mehr, um die Höhe des Zuschusses kritisch zu hinterfragen. Dass das Jahnstadion „ein Sanierungsfall“ sei, dieses Problem sei vom TVD „ein klein wenig hausgemacht“. Weil zum Beispiel große Summen in den TVD-Sportpark mit seinem vereinseigenen Aktivcenter getätigt worden seien, „wo auch Gewinne erwirtschaftet werden“.

Nur ein Plan – aber so könnte das Jahnstadion Dinklage in ein paar Jahren aussehen: Auf dem Vorplatz soll eine Soccer-Halle entstehen. Die Laufbahn soll saniert werden und dann eine Länge von 400 Metern (jetzt 380 Meter) haben. Auf der Ostseite des Jahnstadions soll ein neuer Umkleidetrakt neben dem bisherigen entstehen, dazu die jetzigen Kabinen inklusive dem Anpfiff saniert werden. Auf der Westseite soll es eine lange Steh- und Sitzplatztribüne geben. Und am Schützenweg könnten weitere Parkplätze und Mini-Spielfelder entstehen. Grafik: Planungsbüro Dieter Ostendorf  Christian von der Heide (OVNur ein Plan – aber so könnte das Jahnstadion Dinklage in ein paar Jahren aussehen: Auf dem Vorplatz soll eine Soccer-Halle entstehen. Die Laufbahn soll saniert werden und dann eine Länge von 400 Metern (jetzt 380 Meter) haben. Auf der Ostseite des Jahnstadions soll ein neuer Umkleidetrakt neben dem bisherigen entstehen, dazu die jetzigen Kabinen inklusive dem Anpfiff saniert werden. Auf der Westseite soll es eine lange Steh- und Sitzplatztribüne geben. Und am Schützenweg könnten weitere Parkplätze und Mini-Spielfelder entstehen. Grafik: Planungsbüro Dieter Ostendorf / Christian von der Heide (OV

Widerspruch zu Kruses Aussagen gab es von den Christdemokraten und vom Bürgerforum Dinklage, die den Millionenzuschuss für den Turnverein für gerechtfertigt hielten. Ja, der TVD bekomme eine Menge Geld. Aber der Haushalt sei trotzdem noch solide aufgestellt, sagte CDU-Mann August Scheper. Der Finanzausschussvorsitzende betonte zwei Aspekte.

Erstens: Weitere Zuschüsse und Nachforderungen für den TVD sind in Zukunft ausgeschlossen. Und zweitens: Gelder für eine mögliche Renovierung der Jahnhalle, für einen Spaß- und Bewegungspark und einen neuen Eingangs -und Parkbereich – Investitionen, die der TVD ebenfalls im Kopf hat – sind in dem Budget nicht enthalten. Die CDU sei überzeugt, dass das Jahnstadion nach diversen Baumaßnahmen ein Schmuckstück werden kann, sagte Scheper.

Die CDU-Aussagen unterstützte das Bürgerforum. Die Investitionen in ein städtisches Gelände und für die ehrenamtliche Arbeit des Großvereins seien sinnvoll, sagte Henning Hilgefort. Er schlug außerdem vor, dass künftig ein Mitarbeiter der Verwaltung im Bauausschuss sitzt, um etwaige Streitigkeiten von vornherein auszuräumen. Und der BfD-Fraktionsvorsitzende Uli Heitmann sagte: Es könne doch nicht sein, dass Mannschaften auf Landesliga- und Bezirksliga-Niveau „in so einem maroden Stadion spielen“.

Die Mängelliste im Jahnstadion sei riesig. Es gibt keine Tribüne mit Sitzmöglichkeiten, nur ein Abdach als einzigen Wetterschutz für die Zuschauer. Der Umkleidetrakt hinterlässt einen dreckigen Gesamteindruck. Die Duschen haben zu wenig Wasserdruck, es bildet sich überall Schimmel. „Man muss sich dafür schämen“, sagt TVD-Klubchef Dr. Jürgen Hörstmann.

Tartanbahn wegen Messfehlers nur 380 Meter lang 

Die Tartanbahn für die 100-Meter-Läufe und der Hochsprungbereich müssen erneuert werden, es gibt eine ständige Verunkrautung. Außerdem ist die Laufbahn aufgrund eines früheren Messfehlers nur 380 (statt 400) Meter lang und daher für Wettkämpfe ungeeignet. Die 1956 eröffnete Jahnhalle ist abrissreif, wie ein Gutachten der Stadt Dinklage festgestellt hat.

Die Glasbauwand ist „unansehnlich und energietechnisch das Ungünstigste, was man haben kann“, sagt Hörstmann. Das Dach ist ungedämmt, der Boden in einem mäßigen Zustand. Die von den Fußball-Mädchen genutzten Umkleiden in der Jahnhalle, die seit den 1950er Jahren nicht mehr erneuert wurden, hält Hörstmann für „unzumutbar“.

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