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"Turbulentes Jahr" mit großem Wachstum

Garrels Bürgermeister Thomas Höffmann blickt zurück und voraus auf 2021. Der Verwaltungschef ist im Dezember seit einem Jahr im Amt.

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Feier im kleinen Kreis: Im September wurde die Polizeistation im neuen Rathausanbau offiziell eingeweiht. Archivfotos: Schrimper

Feier im kleinen Kreis: Im September wurde die Polizeistation im neuen Rathausanbau offiziell eingeweiht. Archivfotos: Schrimper

Ein Start ins Bürgermeisteramt unter noch denkwürdigeren Bedingungen lässt sich wohl kaum denken: Das Coronavirus hat vieles durcheinandergewirbelt und Garrels Rathauschef Thomas Höffmann ein "sehr turbulentes" erstes Amtsjahr bereitet. Nach einem arbeitsreichen Auftakt mit vielen Terminen mit Vereinen, Verbänden, Institutionen, nach Besuchen von Ehejubiläen und Altengeburtstagen kam mit dem ersten Lockdown im März "der Bruch", so Höffmann.

Er sei damals mit dem Sanierungsbeirat in Sande und Oldenburg unterwegs gewesen, um sich Muster für Pflasterlächen anzuschauen, als die Nachricht vom Lockdown die Runde machte. "Seitdem war alles auf Corona ausgerichtet", so Höffman. Die Frage, wie man als Gemeinde damit umgehe, sei vielschichtig. Schulen, Kitas, Feuerwehr, Bauhof, Homeoffice und Schichtarbeiten - zahlreiche Akteure und Faktoren galt es zu berücksichtigen.

Rathausmitarbeiter hielten "den Laden am Laufen"

Statt im Homeoffice hätten die Verwaltungsmitarbeiter lieber im Rathaus arbeiten wollen, so Höffmann. Mit viel Engagement hätten alle dafür gesorgt, "dass der Laden am Laufen gehalten werden konnte". Die Zeit der Rathausschließung wurde laut Höffmann unter anderem dafür genutzt, auf dem Weg zur papierlosen Verwaltung die elektronische Akte voranzutreiben, die Homepage zu überarbeiten und sich zurückliegenden Jahresabschlüssen zu widmen. Wie Höffmann einräumte, habe sich diesbezüglich offenbar einiges aufgestaut. Nun sei der Abschluss für das Jahr 2010 aufgearbeitet worden.

Inzwischen fertig: die neue Kita in Tweel.Inzwischen fertig: die neue Kita in Tweel.

Noch vor Corona habe man "richtig Gas gegeben, um Bauland zu generieren", betonte Höffmann. Die hierfür von der Gemeinde erworbenen 50 Hektar Land seien schon fast vollständig gegen Flächen von Landwirten "durchgetauscht" worden. Neben bereits geschaffenen Bauplätzen in Nikolausdorf, Kellerhöhe und Beverbuch stellt Höffmann weitere Optionen in Aussicht. In Garrel-Ort werde man bis zu 100 weitere Bauplätze in 4 kleineren Gebieten schaffen können. Die entsprechenden Verträge seien "so gut wie unter Dach und Fach". In Falkenberg sei man bereits „dran“ und "auch in Varrelbusch wird sich was ergeben". Auch für weitere Gewerbeansiedlungen werde man Kapazitäten schaffen. Die Garreler Unternehmen seien "sehr am Wachstum orientiert", freut sich Höffmann.

Digitalisierung an den Schulen soll 2021 Thema bleiben

Wachstum gab es auch in anderen Bereichen: Das Rathaus hat einen Anbau bekommen, in den unter anderem die Polizeistation eingezogen ist. Mit einem Monat Bauverzögerung wurde die neu gebaute Kita in Tweel im Herbst offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Kostenpunkt: 2,25 Millionen Euro. Auch der Anbau an den Barbara-Kindergarten für 1,1 Millionen wurde fertiggestellt. Nächstes Jahr soll es mit dem Bau der neuen Kita im Gebiet "In der Marsch" losgehen. Die ersten Entwürfe aus einem Architektenwettbewerb lägen bereits vor, so der Bürgermeister.

Soll modernisiert werden: das Garreler Klärwerk.Soll modernisiert werden: das Garreler Klärwerk.

Im Sommer dieses Jahres sei ihm dann das Thema Mittagsbetreuung "vor die Füße gefallen". Der Förderverein der Grundschule Garrel hatte sich coronabedingt aus dem freiwilligen Angebot zurückgezogen. Bis die Ganztagsschule realisiert ist, soll der Verein "Aktiv im Handball" die Mittagsbetreuung als neuer Betreiber der Cafeteria im Hallenbad gewährleisten. Höffmann hofft, dass es damit Anfang des Jahres losgehen kann.

Richtfunk soll schnelles Internet bringen

Ein Thema, das 2021 weiter eine Rolle spielen wird, ist die Digitalisierung an den Schulen. "An der Oberschule müssen wir die WLAN-Infrastruktur auf den neuesten Stand bringen", kündigt der Bürgermeister an. Eine bessere Abdeckung der Gemeinde in puncto Mobilfunknetz und schnelles Internet könnte von der Firma EmslandTel ausgehen. Per Richtfunk könne so eine höhere Versorgung mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 MBit/s erreicht werden. Wenn sich die Gemeinde für das Angebot entscheide, müsse die Kommune der Firma vier bis fünf kleinere Flächen zur Verfügung stellen, auf denen dann die benötigten Masten aufgestellt werden können.

Mit Fördermitteln Dorfpark aufhübschen

Fürs kommende Jahr hat Höffmann noch viele Themen auf dem Zettel - darunter ein "Großprojekt": die Modernisierung und der Umbau der Kläranlage für 8,3 Millionen Euro. Die Fertigstellung des neuen Busbahnhofs peilt der Bürgermeister für den Frühsommer an. Geplant sei außerdem, den Feuerwehrbedarfsplan in puncto Fahrzeuge, Ausrüstung und Personal zu aktualisieren. Wenn Fördermittel fließen, könnte zudem der Dorfpark weiter aufgewertet werden, etwa durch Spielgeräte, Relaxbänke und Fitnessgeräte, so Höffmann.

Große Pläne hat der Bürgermeister auch im Privaten für 2020. Dann will er mit seiner Familie in Garrel bauen. Zurzeit wohnt er noch in Kamperfehn. Nicht zuletzt wegen des guten Zusammenspiels von Politik und Verwaltung fühle er sich in Garrel sehr wohl.

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