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#TikTok - Trumps Zeit läuft … hoffentlich bald ab

Kolumne: Irgendwas mit # - Mit dem August geht der Kampf und die Präsidentschaft in den USA in die heiße Phase. Donald Trump wirkt angeschlagen. Aber Vorsicht: Totgesagte leben bekanntlich länger.

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Der Countdown läuft: In weniger als 100 Tagen wählen die Amerikaner ihren Präsidenten. Am 3. November fällt die Entscheidung zwischen dem republikanischen Amtsinhaber Donald J. Trump und seinem Erzrivalen, Joe Biden, von der Demokratischen Partei. Bisher wurden beide noch nicht offiziell als Kandidaten ihres Lagers bestätigt. Die Demokraten werden Biden aber auf dem Parteitag vom 17. bis 20. August nominieren. Eine Woche später wollen die Republikaner nachziehen und Trump für eine zweite Amtszeit vorschlagen. Damit hat die Crunch-Time, die heiße Phase, begonnen.

Unterdessen wächst bei vielen die Hoffnung, dass Trump es nicht schafft, das Weiße Haus zu verteidigen. In Umfragen liegt er deutlich hinter Biden. Ein Auslöser dafür sind die anhaltenden Proteste. Landesweit gehen täglich Tausende – wenn nicht sogar Millionen Menschen – in Städten wie Portland auf die Straße, um nach dem brutalen Mord an George Floyd gegen Polizeigewalt und soziale Ungleichheiten zu demonstrieren. Jugendliche, Mütter, Väter und Veteranen – sie alle haben die Schnauze voll vom populistischen Hetzer Trump.

Doch Amerikas Wahlkämpfer Nummer 1, der seit seiner Amtseinführung im Januar 2017 die Werbetrommel für seine Wiederwahl rührt, versucht die Proteste für sich zu nutzen: Er lässt bewaffnete Bundespolizisten auf friedliche Demonstranten los. Er versucht sich als Hüter von „Gesetz und Ordnung“ (Law & Order) zu inszenieren, um so die Stimmen der Patrioten und konservativen Gewaltfans auf seine Seite zu ziehen. Dabei offenbart er zunehmend seine autokratischen Züge. Doch das geht nach hinten los. Schließlich sind es keine Iraker oder Afghanen, sondern Landsleute, die Trump mit Tränengas beschießen und rigoros niederknüppeln lässt. Da bringt es auch nichts, die bürgerlichen Demonstranten als "radikale Linke" zu verteufeln.

"Der angeschlagene Trump ist gefährlicher denn je." Bernd Bergmann, Volontär

Hinzu kommt, dass Trump während der Corona-Pandemie als Krisenmanager versagt und sich mit seinen Aussagen selbst zerfleischt. Sein größter Trumpf, die niedrigen Arbeitslosenzahlen und der konjunkturelle Aufschwung vor Corona, ist zudem dahin.

Apropos #TikTok: Es scheint, als läuft für Trump die Zeit ab. Wie der chinesischen App, die er jetzt aus den USA verbannen will, droht ihm das Aus. Nicht einmal während seines Impeachment-Verfahrens machte der Präsident einen solch angeschlagenen Eindruck. Aber Vorsicht: Totgesagte leben bekanntlich länger. Bereits vor der Wahl 2016 hatten es viele nicht für möglich gehalten, dass Trump die Wahl gegen Hillary Clinton gewinnen kann. Eine Fehleinschätzung, die sich jetzt wiederholen könnte.

Denn der angeschlagene Trump ist gefährlicher denn je. Wieder schafft er es, alle mediale Aufmerksamkeit zu absorbieren, hinter seinen wirren Handlungen steckt oft politisches Kalkül. Wer weiß, was sich Trump für die drei TV-Duelle noch ausgedacht hat? Der Gewinner Trump kennt das Wort "verlieren" nicht. So ließ er jetzt in einem Interview durchblicken, dass er eine Niederlage vielleicht gar nicht anerkennen würde. Die Demokraten sind gewarnt. Laut einem Medienbericht spielt Bidens-Wahlkampf-Team deshalb auch unvorstellbare Szenarien durch, etwa wenn zur Wahl Ausgangssperren erlassen würden.

Wir dürfen gespannt sein, was uns in den kommenden Wochen noch erwartet. Bleibt nur zur hoffen, dass die USA die Wahl als Chance nutzt, das Land zu einen, Rassismus zu bekämpfen und neu anzufangen. Für uns Europäer, gerade für Deutschland, ist die Lage in den USA zugleich mahnendes aber auch lehrreiches Beispiel. Denn Trump zeigt klar auf, wie populistische Quacksalber ein Land an die Wand fahren.

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