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Tests werden teilweise falsch angewendet

Die Schulen bekommen die Corona-Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder unmittelbar zu spüren. An den Grundschulen in Sevelten/Elsten und Cappeln wurden deshalb pädagogische Mitarbeiter eingestellt.

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Negativ: Doch nach Aussage von Schulleiterin Wiebke Nickels kann man sich auf das Ergebnis nicht immer verlassen. Foto: Thomas Vorwerk

Negativ: Doch nach Aussage von Schulleiterin Wiebke Nickels kann man sich auf das Ergebnis nicht immer verlassen. Foto: Thomas Vorwerk

Die erste Sitzung des Schulausschusses der Gemeinde Cappeln haben die Schulleiterinnen der Kommune genutzt, um Sachstandsberichte zu Corona abzugeben. Dabei kamen auch einige Defizite zur Sprache.

Das Infektionsgeschehen an der Grundschule Sevelten/Elsten sei einigermaßen im Rahmen, sagte Schulleiterin Wiebke Nickels im Gespräch mit unserer Redaktion. Seit dem Sommer habe es lediglich acht Kinder gegeben, die positiv getestet wurden, und 20 waren in Quarantäne. Die Infektionsketten seien ihrer Meinung nach nicht in der Schule, sondern in den Elternhäusern zu finden.

Tests geben nicht unbedingt Sicherheit

Die Kontrollen seien aber nicht zwingend aussagekräftig. "Wir wissen von Kindern, dass deren Tests nicht ordnungsgemäß ausgeführt werden." Das kommt heraus, wenn Mädchen und Jungen ohne einen Test in die Schule gehen und dort vor Unterrichtsbeginn einen Schnelltest machen müssen. "Dabei haben wir teilweise falsche Anwendungen beobachtet. Wenn wir dann nachfragen, ob das zu Hause auch so gemacht wird, hören wir, dass die Mama das nicht will." 

Rücksprachen mit den entsprechenden Elternhäusern sind dann nicht unbedingt zielführend. "Die Eltern sagen uns, dass die Tests ordnungsgemäß gemacht werden." Sevelten/Elsten ist damit kein Einzelfall. In einer größeren Runde mit Kollegen hat Nickels erfahren, dass so etwas auch an anderen Schulen nicht unbekannt ist.

Problematisch ist für die Schulen zudem, dass die Test-Kits mit einem Vorlauf von zwei Wochen bei der zuständigen Schulbehörde in Osnabrück geordert werden müssen. Bei den geplanten drei Testungen pro Woche bei Schülern ist das zu takten. Wenn aber ein Corona-Fall auftaucht, ist die gesamte Klasse an allen Schultagen mit einem Schnelltest an der Reihe. Dann sind nicht immer genügend Tests vorhanden.

Immer mehr Schüler lassen sich impfen

22 Corona-Fälle hat es seit Beginn des Schuljahres an der Oberschule in Cappeln gegeben. In der Spitze waren 35 Kinder und Jugendliche in Quarantäne, erklärt Schulleiterin Petra Brokamp. Diese Woche habe es noch keinen positiven Test gegeben, meinte sie am Donnerstagmittag und freut sich über die rückläufigen Zahlen: "Es lassen sich aber auch immer mehr Schüler impfen und die Zahl der Genesenen steigt ebenfalls."

An der benachbarten Grundschule gab es nach den Herbstferien einen leichten Anstieg an bestätigten Fällen. Im Schuljahr waren es bislang 28 und eine infizierte Lehrkraft, beziffert es Christin Hartmann. "Wir konnten die Betreuung aber aufrechterhalten", führt die Schulleiterin weiter aus. Ob das Infektionsgeschehen in der Schule oder im privaten Umfeld zu finden ist, mag sie nicht mit Bestimmtheit sagen. "Aber die Lage entspannt sich gerade, nachdem wir zwei bis drei sehr anstrengende Wochen hatten."

Medienkonsum hat erheblich zugenommen

Was sich bemerkbar macht, sind die Corona-Folgen im privaten Umfeld. Wiebke Nickels hat die Erfahrung gemacht, dass viel mehr Medien konsumiert werden. Das Spiel "Fortnite" ist auch den Grundschülern nicht unbekannt, obwohl es eine empfohlene Altersfreigabe von zwölf Jahren gibt. "Auch die Jüngeren kennen die Serie 'Squid Game'." Diese, auf dem Streaming-Dienst Netflix abrufbare Serie ist ebenfalls nicht für Kinder geeignet. Um auf die geänderte Situation zu reagieren, hat Nickels zusätzlich pädagogische Mitarbeiter angeheuert. Auch an der Grundschule in Cappeln gibt es befristet eine entsprechende Kraft.

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