Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Termin im Landtagswahlkampf: Holdorfer diskutieren mit SPD-Politikern über Zukunft der Landwirtschaft

Die SPD hatte nach Holdorf eingeladen. Dort gab auch der Landvolk-Vorsitzende Felix Heil seine Einschätzungen ab.

Artikel teilen:
Auf dem Podium: SPD-Abgeordnete Susanne Mittag. Foto: Vollmer

Auf dem Podium: SPD-Abgeordnete Susanne Mittag. Foto: Vollmer

Zu einem „Dialog zur Zukunft der Landwirtschaft“ hatte der SPD-Kreisverband am Mittwochabend (17. August) gemeinsam mit den Sozialdemokraten der Gemeinde Holdorf in die Bauernschänke Bocklage nach Ihorst eingeladen. Auf dem Podium begrüßte der SPD-Kreisvorsitzende Sam Schaffhausen die SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag, Sprecherin der AG Landwirtschaft und Ernährung der SPD-Bundestagsfraktion, und den Landwirt Felix Heil, Vorsitzender des Holdorfer Landvolkvereins.

Eingangs gab Felix Heil, der in Fladderlohausen einen Familienbetrieb mit 140 Kühen und einer Aufzucht sowie 130 Hektar Acker für den Anbau von Tiernahrung führt, seine Einschätzung preis. Die Statistiken zeigten, dass in Deutschland immer weniger Landwirte immer mehr Menschen ernähren müssen. „Es kommt auf uns zu, dass wir weniger Menschen ernähren können“, mutmaßt Felix Heil in Anbetracht der momentanen Umwelt- und Tierwohl-Diskussion und den zu erwartenden Vorgaben.

Zukunftskommission hat Visionen formuliert

Susanne Mittag wies auf die Zukunftskommission Landwirtschaft hin, in der Vertreter aus den Bereichen Landwirtschaft, Wirtschaft und Verbraucher, Umwelt- und Tierschutz und der Wissenschaft Visionen zur Zukunft der Landwirtschaft formuliert haben, um dem Umwelt- und Tierschutz gerecht zu werden. „Wir werden das umsetzen, was die Landwirtschaft erarbeitet hat“, so Susanne Mittag. Besonders wichtig seien dabei Markttransparenz, Kennzeichnungs- und Zertifizierungssysteme, die im Interesse der Verbraucher eine klar verständliche, vertrauenswürdige und verbindliche Kennzeichnung auf europäischer Ebene garantiere. Zum Thema Tierwohl solle der Verbraucher erkennen können, wo das Tier wie aufgewachsen ist und wie es gehalten und ernährt wurde.

Uwe Bartels, von 1998 bis 2003 niedersächsischer Landwirt-schaftsminister, betonte, Tierwohl sei seit langem das Kern- und Existenzthema. Die Borchert-Kommission hat ein Papier zum Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland erarbeitet, das als Grundlage für den Umbau der Nutztierhaltung dienen soll. Bisher habe die FDP sich dagegengestellt, aber jetzt wohl eine 180-Grad-Wende in der Frage der Tierwohlabgabe vollzogen. Susanne Mittag zeigte sich optimistisch, dass der Bundestag zustimmt. Es soll den Landwirten Sicherheit im Baurecht bei den Themen Tierhaltung und -transport geben.

Investitionen müssen langfristig planbar sein

Investition in den Bau von neuen Ställen oder auch Stallumbauten müssen langfristig planbar sein. Das Baurecht muss so gestaltet sein, dass es in der Tierhaltung Verbesserungen gebe. „Niemand wird 2 Millionen Euro investieren, ohne eine Zukunftssicherheit zu haben“, bestätigt Felix Heil. Er habe Bedenken, dass Deutschland doch wieder von Billigfleisch überschwemmt werde. Bartels appellierte: „Nutzt die FDP-Umkehr, sonst sehe ich diese landwirtschaftliche Region in den Keller gehen!“

Der neue Newsletter für Friesoythe. Immer am Donnerstag das Wichtigste aus der Eisenstadt in ihrem Postfach. So verpassen Sie nichts mehr.  Jetzt hier kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Termin im Landtagswahlkampf: Holdorfer diskutieren mit SPD-Politikern über Zukunft der Landwirtschaft - OM online