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Stiller Corona-Protest vor den Rathäusern

Die Urheber sind nicht bekannt, allerdings weisen die Statements teilweise auf Personen aus der Leugner-Ecke hin. Es wurde ein Flugblatt gegen Impfungen gefunden.

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Schnell aufgeräumt: Ein paar Cappelner Bürger haben im Internet von der Aktion erfahren und alles eingesammelt. Zumindest in Teilen waren die Verlautbarungen dem Lager der Corona-Leugner zuzuordnen. Foto: Brinkmann

Schnell aufgeräumt: Ein paar Cappelner Bürger haben im Internet von der Aktion erfahren und alles eingesammelt. Zumindest in Teilen waren die Verlautbarungen dem Lager der Corona-Leugner zuzuordnen. Foto: Brinkmann

Corona-Protest vor den Rathäusern. Dutzende Teddys, Kreidemalereien auf dem Pflaster, Banner und Plakate sind am Montag und Dienstag in den Abendstunden vor den Rathäusern in Cloppenburg, Friesoythe und Cappeln platziert worden. Die Urheber geben sich nicht namentlich zu erkennen, dürften aber zumindest in Teilen aus dem Umfeld der Maskengegner und Corona-Leugner stammen.

„Solidarität mit Nicht-Maskenträgern“, stand etwa in Cappeln auf einem Plakat, oder „Herr Brinkmann, stoppen Sie die Testpandemie“. Ein weiterer Spruch, der dem Bürgermeister in Erinnerung geblieben ist: „Eure Politik ist schädlicher als SARS-Cov-2“. „Daher hatte ich mich nach Rücksprache mit dem Bauhofleiter und meinem Allgemeinen Vertreter dazu entschieden, die Entsorgung zu veranlassen“, sagte Brinkmann am Mittwoch am Telefon.

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut

Da waren ihm aber schon andere zuvorgekommen. Sie hatten im Internet von der Aktion erfahren und waren mit Müllsäcken zur Gemeindeverwaltung gekommen, um dieses anonyme Statement zu beseitigen. Brinkmann: „Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Es steht aber nicht dabei, wer hier protestiert.“

Verständnis äußert Cloppenburgs Bürgermeister Wolfgang Wiese. „Corona beherrscht derzeit das Leben in der Stadt, alle sind davon betroffen. Sehr hart trifft es vor allem junge Familien mit Kindern. Sie können nur sehr eingeschränkt KiTas, Schulen, Vereine, Verwandte und Freunde besuchen. Wir tun alles, um die Situation für die Kinder und Jugendlichen möglichst erträglich zu bewahren und zu gestalten. Die Aktion erinnert daran und ist auf jeden Fall bei uns angekommen“, teilt Cloppenburgs Verwaltungschef auf Nachfrage mit

Kinder werden instrumentalisiert

Auch in Friesoythe lagen am Montagabend Kuscheltiere, Kerzen und Plakate auf der Rathaustreppe. „Wir wissen nicht, von wem das kam“, sagt Bürgermeister Sven Stratmann. „Allerdings haben wir dazwischen ein Flugblatt gefunden, das sich gegen Impfungen richtet.“ Es sei, so seine Überlegung, also möglich, dass die Aktion aus der Ecke der Impfgegner organisiert worden sei. „Ich habe kein Verständnis dafür, Kinder für solche Aktionen zu instrumentalisieren“, sagt Stratmann. Inzwischen habe die Stadt die auf der Treppe abgelegten Gegenstände entsorgt.

Rundschreiben kursiert per WhatsApp

Per Whatsapp und Facebook verbreitet sich unterdessen ein Aufruf zum „stillen Protest – Coronamaßnahmen“, in dem Bürger motiviert werden, Bilder und Briefe an die örtlichen Rathäuser zu schicken, in denen Wünsche, Gefühle „und auch ein bisschen Wut“ geäußert werden darf. Die Urheber dieses Rundschreibens sind nicht zu erkennen.

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