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Stiko-Mitglied: Vorerst wohl keine Impfempfehlung für Kinder

Ein Experte der Ständigen Impfkommission spricht von einem "unklaren Risiko" für Kinder und Jugendliche bei der Corona-Impfung. Was bedeutet das für das Ziel der Herdenimmunität?

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Derzeit bemüht sich der Impfhersteller Biontech/Pfizer um eine Zulassung seines Präparats in der EU ab 12 Jahren. Foto: dpa/Gentsch

Derzeit bemüht sich der Impfhersteller Biontech/Pfizer um eine Zulassung seines Präparats in der EU ab 12 Jahren. Foto: dpa/Gentsch

In der Ständigen Impfkommission (Stiko) wird derzeit eher nicht damit gerechnet, dass das Gremium eine allgemeine Impfempfehlung für alle älteren Kinder und Jugendlichen abgeben wird.

Das Kommissionsmitglied Rüdiger von Kries sagte in der Sendung "RBB-Spezial", momentan wisse man kaum etwas über die Nebenwirkungen von Corona-Impfungen bei Kindern. "Bei unklarem Risiko kann ich zur Zeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird."

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern streben an, Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren bis Ende August ein Impfangebot zu machen – über die Umsetzung wollen am Donnerstag auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten beraten.

Von Kries: Herdenimmunität darf nicht das primäre Ziel für Impfungen von Kindern sein

Der Hersteller Biontech/Pfizer hat eine Zulassung seines Präparats ab 12 Jahren bei der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) beantragt. Die Ständige Impfkommission (Stiko) behält sich aber eigene Klärungen für eine mögliche Impfempfehlung vor.

Das Ziel der Herdenimmunität sei zwar weiterhin vorhanden, erklärte Kries, der eines der 18 Stiko-Mitglieder und in München Professor für Kinderepidemiologie ist. Aber Herdenimmunität dürfe nicht das primäre Ziel für Impfungen von Kindern sein: "Kinderimpfungen macht man, damit die Kinder davon profitieren können, damit den Kindern schwere Krankheiten erspart bleiben, ohne dass sie ein Risiko eingehen."

Man könne Herdenimmunität viel besser erreichen, wenn man sich um die 40 Millionen kümmere, die noch nicht geimpft seien. Diese würden zudem sehr viel mehr von den Impfungen profitieren als die Kinder.

"Wer 2 und 2 zusammenzählen kann, rechnet damit, dass es keine allgemeine Impfempfehlung von der Stiko für diese Altersgruppe geben wird."Patrick Larscheid, Berlin-Reinickendorfer Amtsarzt

Der Berlin-Reinickendorfer Amtsarzt Patrick Larscheid sagte dem RBB dazu: "Wer 2 und 2 zusammenzählen kann, rechnet damit, dass es keine allgemeine Impfempfehlung von der Stiko für diese Altersgruppe geben wird."

Die derzeitigen Pläne von Massenimpfungen würden dadurch zerschlagen. Vielmehr werde es vermutlich eine Indikationsimpfung geben, bei der nur schwer kranke Kinder je nach individuellem Risiko geimpft würden.

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