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Stiko empfiehlt Corona-Impfung bei 5- bis 11-Jährigen

Die Ständige Impfkommission richtet ihre Empfehlungen neu aus. Nicht nur Kinder mit Vorerkrankungen sollten sich gegen Corona impfen lassen.

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Die Ständige Impfkommission (Stiko) weitet ihre Corona-Impfempfehlung für Kinder zwischen fünf bis 11 Jahren aus. Foto: dpa/Michael

Die Ständige Impfkommission (Stiko) weitet ihre Corona-Impfempfehlung für Kinder zwischen fünf bis 11 Jahren aus. Foto: dpa/Michael

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt nun auch gesunden Kindern zwischen 5 und 11 Jahren eine Corona-Impfung.

Sie sollen im Unterschied zum Impfschema bei anderen Gruppen aber zunächst nur eine mRNA-Impfstoffdosis bekommen, hieß es in einer Mitteilung des Gremiums vom Dienstag zur Aktualisierung der Impfempfehlung. Die Impfung solle "vorzugsweise" mit dem Vakzin Comirnaty von Biontech in reduzierter Dosis erfolgen. Laut Zulassung sei die Verwendung von Spikevax (Moderna) für 6- bis 11-Jährige ebenfalls möglich. Es handelt sich um eine finale Empfehlung.

Die Impfempfehlung werde vorsorglich ausgesprochen, weil ein erneuter Anstieg von Corona-Infektionen im Herbst und Winter zu erwarten sei, schrieb die Stiko. "Die zunächst einmalige Impfung zielt darauf ab, jetzt eine möglichst gute Basisimmunität aufzubauen." Falls es nötig werden sollte, den Impfschutz zu verbessern, könne das dann mit einem längeren Impfabstand zwischen Erst- und Zweitimpfung rasch erfolgen.

Schutz verbessert

Durch einen solchen längeren Abstand würden dann "eine bessere Schutzwirkung und ein länger anhaltender Schutz" greifen, hieß es. Auch die Wahrscheinlichkeit einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) nach der eventuell später notwendigen Zweitimpfung könne durch einen längeren Impfabstand in dieser Altersgruppe, in der das Risiko ohnehin viel geringer als bei Jugendlichen und Erwachsenen sei, weiter reduziert werden.

Bislang hatte die Stiko bei Kindern zwischen 5 und 11 nur zur Corona-Impfung geraten, wenn sie bestimmte Vorerkrankungen und somit ein erhöhtes Risiko oder Menschen mit hohem Corona-Risiko im Umfeld hatten. Auf Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung konnte bislang aber auch schon jedes Kind geimpft werden. Kinder mit Vorerkrankungen sollten weiter eine Grundimmunisierung mit zwei Impfungen und eine Auffrischimpfung erhalten, so die Stiko in ihrer aktualisierten Empfehlung.

Kinder ohne Vorerkrankungen, in deren Umfeld sich Menschen mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf befänden, sollen demnach eine Grundimmunisierung mit zwei Impfstoffdosen bekommen. "Gesunde Kinder, die bereits eine zweimalige Impfung erhalten haben, sollen zunächst nicht erneut geimpft werden", so die Experten.

Auch Booster werden neu bewertet

Die Stiko stellte auch in Aussicht, dass die Frage, ob eine Vervollständigung der Grundimmunisierung oder eine Booster-Impfung bei Kindern notwendig werde, im Spätsommer – oder aber bei Wiederanstieg der Infektionszahlen – erneut bewertet würde.

Impfempfehlungen der Stiko gelten als medizinischer Standard und sind für viele Ärzte eine wichtige Richtschnur. Das Fehlen einer generellen Impfempfehlung für die Altersgruppe hatte die Stiko bislang damit begründet, dass Daten fehlten und für gesunde Kinder nur ein geringes Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung bestehe. Für Kinder ab 12 gilt schon länger eine generelle Impfempfehlung, für Kinder unter fünf ist noch kein Impfstoff zugelassen.

Zudem aktualisierte die Stiko auch ihre Empfehlung zum Umgang Genesener, die noch unvollständig geimpft sind. Demnach sollen sich auch Menschen mit einer oder mehreren zurückliegenden Corona-Infektionen impfen lassen. Eine Infektion reiche demnach nicht aus, um künftige Corona-Erkrankungen zu verhindern.

Nach wissenschaftlicher Kenntnis sei ein solider Schutz vor Infektion und schwerer Erkrankung erst durch mehrmalige Auseinandersetzung mit dem sogenannten Spikeprotein von Sars-CoV-2 möglich. Das werde entweder durch Grundimmunisierung und Booster oder durch Impfung vor oder nach einer Infektion erreicht. Wichtig für ausreichenden Schutz sei ein zeitlicher Mindestabstand.

Behrens ruft zu Corona-Schutzimpfungen für Kinder auf

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hat an Eltern appelliert, ihre Kinder gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Hintergrund ist die am Dienstag veröffentlichte Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), die nun eine Covid-Schutzimpfung für alle gesunden Kinder ab 5 Jahren vorsieht.

Die SPD-Politikerin sagte, mit einer Erstimpfquote bei den 5- bis 11-Jährigen Kindern von 26,9 Prozent stehe Niedersachsen im Bundesvergleich zwar auf Platz 4. „Gerade mit Blick auf den Herbst erscheint mir die Quote in dieser Altersgruppe aber noch deutlich zu niedrig.“

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