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Stephan Blömer: "Ich bin umgänglich, kann mit jedem reden"

OM-Online stellt den Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Lohne vor. Der 61-Jährige entspannt bei der Gartenarbeit, engagiert sich ehrenamtlich – und möchte auf den Spuren seines Vaters wandeln.

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Laub harken als Entspannungstherapie: Stephan Blömer verbringt gerne Zeit in seinem grünen Wohnzimmer. Bei der Gartenarbeit kriegt er den Kopf frei, sagt der Lohner Bürgermeisterkandidat. Foto: Kokenge

Laub harken als Entspannungstherapie: Stephan Blömer verbringt gerne Zeit in seinem grünen Wohnzimmer. Bei der Gartenarbeit kriegt er den Kopf frei, sagt der Lohner Bürgermeisterkandidat. Foto: Kokenge

Akten wälzen, Mandanten beraten und vor Gericht vertreten – und jede Menge Schreibarbeit: Wenn Stephan Blömer sich von seinem Job als Rechtsanwalt erholen möchte, zieht es ihn in den Garten. "Da kann ich den Kopf frei kriegen und entspannen", sagt der 61-Jährige, der bei der Bürgermeisterwahl am 6. März in Lohne – unterstützt von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, "Die Linke" und der Bürgerinitiative "Pro Wald" – als unabhängiger und parteiloser Kandidat antritt. 

Der Fachanwalt für Verkehrsrecht und Familienrecht beschreibt sich als "Freund eines gepflegten Gartens". Früher, als die Kinder – Julia (27) ist Grafikdesignerin, Christian (25) arbeitet bei der Polizei in Diepholz –noch klein waren, hegte und pflegte er auch Tomaten, Gurken, Salat und Co. Den Gemüsepart hat er mittlerweile aufgegeben, er probiert nach eigener Aussage aber immer noch gerne etwas aus.

Während des körperlichen Schaffens – "im Garten sieht man, was man getan hat" – vergisst Blömer ab und an die Zeit. Bisweilen komme es dann vor, sagt der Lohner, dass er nach Anbruch der Dunkelheit in seinem Refugium aktiv ist. "Meine Frau hat mir schon mal eine Grubenlampe geschenkt", sagt er und lacht über die liebevolle Neckerei "seiner" Claudia, mit der er seit 30 Jahren verheiratet ist.

"Da gibt’s kein Arm, da gibt’s kein Reich, auf diesem Fest sind alle gleich."Stephan Blömer, unabhängiger und parteiloser Bürgermeisterkandidat in Lohne, zitiert das Kompanielied von "Brink-Süd"

Gemeinsam unternehmen sie seit 3 Jahren regelmäßig längere Radtouren in der Region, den E-Bikes sei Dank. Die Ausflüge seien für ihn wie Urlaub, sagt Blömer und spielt dabei wie so oft mit seiner Brille. 

Als Lohner pflegt Blömer natürlich auch eine besondere Beziehung zum Schützenwesen. Gemeinsam mit seinem Freund Peter Michalowski fungierte der Schütze der 12. Kompanie "Brink-Süd" etwa 1 Jahrzehnt lang bis 2019 als "Kinderbetreuer", zuständig für die Organisation des Familiennachmittags und Kinderschützenfestes. Er erinnert sich an viele nette Bekanntschaften und interessante Gespräche in dieser Zeit. Traurig stimmt ihn, dass er mitunter auch auf Eltern traf, deren Nachwuchs aus finanziellen Gründen nicht Kinderkönig oder -königin werden sollte. "Dabei ermöglicht der Schützenverein es allen, sich diesen Wunsch zu erfüllen."

Blömer ist Vorsitzender von "Gemeinsam gegen Einsam"

Blömer gehörte dem Schützenthron 2013/14 mit den Majestäten Werner Vornhagen und Ingrid Schockemöhle an. Als "Vollblut-Schütze" würde er sich nach eigenen Angaben aber nicht bezeichnen. "Ich stehe dem ambivalent gegenüber." Klar ist für ihn aber, dass das Schützenfest der gesellschaftliche Höhepunkt des Jahres in Lohne ist. Er zitiert aus dem Lied seiner Kompanie, welches ihn geprägt habe: "Da gibt’s kein Arm, da gibt’s kein Reich, auf diesem Fest sind alle gleich."

Um Gleichbehandlung geht es auch bei Blömers Ehrenamt als Vorsitzender von "Gemeinsam gegen Einsam". Der 2016 gegründete Verein bietet Hilfe bei Alltagsfragen und Behördengängen und richtet sich nach Angaben des Lohners nicht nur an Zugewanderte, sondern beispielsweise auch an Senioren und Behinderte. Blömer fordert, dass der Staat größere Anstrengungen als bisher beim Abbau bürokratischer Hürden unternimmt.

Der zweifache Vater engagiert sich zudem im Vorstand des Fördervereins des Jugendtreffs Lohne. Zu der Einrichtung an der Bakumer Straße – "dem sozialen Gewissen der Stadt", wie Blömer sagt – pflegt er nach eigenen Angaben eine jahrzehntelange, enge Verbindung, die einst mit der Teilnahme an Fahrten des Stadtjugendrings begann.

Zeit zum Trompetespielen fehlt dem Lohner

Zu einer weiteren Institution in Lohne, der Musikschule, hat Blömer ebenfalls eine Verbindung – und war von 2008 bis 2010 sogar kurzeitig deren Vorsitzender. Einst lernte er dort Flöte und später Trompete. "Heute habe ich keine Zeit mehr für das Instrument", bedauert er – und schickt hinterher, dass er irgendwann das Hobby gerne wieder aufnehmen wolle. "Musik ist Geselligkeit und Teamarbeit."

In Job und Ehrenämtern hat Blömer gelernt, jeden mit seinen Ängsten und Nöten ernst zu nehmen. Gegenseitiger Respekt ist ihm laut eigener Aussage sehr wichtig. Sein Selbstbild: "Ich bin umgänglich, kann mit jedem reden." Ihn treibe an, Menschen auf einen gemeinsamen Weg zu bringen, sagt der Jurist.

Falls Blömer am 6. März der Sprung ins Lohner Rathaus gelingt, so wandelt er in gewisser Weise auf den Spuren seines 2019 verstorbenen Vaters. Willi Blömer leitete 26 Jahre lang die Tiefbauabteilung im Bauamt. Am Küchentisch war die Stadtentwicklung immer mal wieder ein Thema. "Mein politisches Interesse hat sich früh ausgeprägt."


Fakten

  • Am 6. März 2022 (Sonntag) wählen die Lohner einen neuen Bürgermeister.
  • Für das höchste Amt der Stadt kandidieren Dr. Henrike Voet (CDU), Stephan Blömer und Frank Wassenberg (beide unabhängig und parteilos).
  • Die Amtszeit des neuen Verwaltungschef geht bis 2031.
  • OM-Medien stellt die Bürgermeisterkandidaten jeweils in einem Porträt vor.
  • Im zweiten Teil nehmen die Bewerber um den Posten des Hauptverwaltungsbeamten einzeln Stellung zu Themen, die die Lohner bewegen.
  • Zusätzlich werden Videobeiträge mit den Kandidaten produziert. Die Drehorte haben für die Stadtentwicklung oder die Bewerber persönlich eine besondere Bedeutung.
  • Die Videos werden parallel zum zweiten Teil dieser Wahlserie veröffentlicht.

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