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Stellvertreterkrieg

Thema: Trumps Außenpolitik im Jemen - Als Folge seiner vielleicht letzten Amtshandlung könnte der US-Präsident zahlreiche Menschen verhungern lassen, indem er Konfessionen gegeneinander ausspielt.

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Es ist der ewig währende Konflikt des Islams: Der konfessionelle Machtkampf des Sunnismus und Schiismus - den beiden größten Glaubensrichtungen der mohammedanischen Religion.

So auch im Jemen: Dort eskalierte 2004 die Situation, als die schiitischen Huthi-Rebellen versuchten, die sunnitische Regierung zu stürzen. 2015 übernahmen sie die Macht und lösten das Parlament auf. Ein Dorn im Auge des sunnitischen Saudi-Arabiens, das seit jeher ein Bündnis der Huthis mit dem schiitischen Staat Iran wittert. So wie die Vereinigten Staaten von Amerika, dessen Präsident Donald Trump die Huthi-Rebellen als Handlanger des Irans bezeichnet.

Das Verhältnis der USA und des Iran ist zerrüttet. Nicht zuletzt, weil Trump das Atomabkommen aufkündigte. Seine Absicht, einen anhaltenden Stellvertreterkrieg des Sunnismus und Schiismus für sein eigenes außenpolitisches Interesse zu instrumentalisieren, passt zum Egoismus des amerikanischen Staatsoberhaupts. Mit dem Vorgehen würde er Saudi-Arabien ein letztes Abschiedsgeschenk machen. Wohl wissend, dass er durch die Einstufung der Huthi-Rebellen als Terrororganisation weite Teile der Bevölkerung im Jemen in den sicheren Tod führt. Denn diese würden weder Nahrung noch medizinische Versorgung erhalten, weil die Huthis den Import blockieren würden.

Die Situation erinnert an Somalia 2008, als die USA die Miliz Al-Shabaab als Terrororganisation einstuften. Die Folge: 250.000 Tote zwischen 2010 und 2012. Das Schicksal droht nun auch dem Jemen. Trumps Katastrophe bahnt sich an.

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