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Stadt Vechta stellt Bebauungsplan für Bahnhofsquartier auf

Die Stadt Vechta stellt jetzt die planungsrechtlichen Weichen für das Großprojekt einer Investorengemeinschaft. Anlieger sollen eine gesonderte Präsentation bekommen.

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Großprojekt in Bahnhofsnähe: In dem geplanten Gebäudekomplex an der Gustav-Heinemann-Straße sollen Büroflächen entstehen. Einen Teil der Räume will die heimische Investorengemeinschaft selbst nutzen. Zeichnung: Architekturbüro Bocklage und Buddelmeyer

Großprojekt in Bahnhofsnähe: In dem geplanten Gebäudekomplex an der Gustav-Heinemann-Straße sollen Büroflächen entstehen. Einen Teil der Räume will die heimische Investorengemeinschaft selbst nutzen. Zeichnung: Architekturbüro Bocklage und Buddelmeyer

Der Entwurf der Bauherren liegt auf dem Tisch, die Vertragsinhalte für den Erwerb des städtischen Grundstücks sind geregelt. Nun geht es im Laufe dieses Jahres darum, auch die planungsrechtlichen Weichen für das sogenannte Bahnhofsquartier zu stellen. Diesen Titel trägt das millionenschwere Großprojekt, das auf dem Gelände zwischen der Gustav-Heinemann-Straße und der Bahnstrecke in Vechta umgesetzt werden soll.

Die Krankenversicherung Alte Oldenburger und das Architekturbüro Bocklage und Buddelmeyer wollen auf dem rund 6000 Quadratmeter großen Grundstück einen mehrteiligen Gebäudekomplex mit Büroflächen errichten. Wenn es nach dem Willen der heimischen Investorengemeinschaft geht, dann könnte bereits im Frühjahr 2023 der Grundstein für den ersten Bauabschnitt gelegt werden.

Dafür muss die Kommune aber zunächst den vorhabenbezogenen Bebauungsplan abwickeln. Den erforderlichen Aufstellungsbeschluss hat der Ausschuss für Umwelt, Planung und Bauen in seiner jüngsten Sitzung gefasst. In der Politik wird das Bauvorhaben begrüßt, wenngleich es aus den Reihen der Wählerinitiative „Wir für Vechta“ (WfV) nach wie vor Kritik an der Verfahrensweise gibt.

Wählerinitiative scheitert mit ihrem Antrag

Deren Fraktionschef Frank Hölzen hätte sich vor dem Start der Bauleitplanung eine umfangreiche Bürgerbefragung gewünscht, wobei auch die Vorschläge von zwei Mitbewerbern um das städtische Grundstück vorgestellt werden sollten. Mit diesem Antrag konnte sich der Ratsherr, der selbst in der Nähe des Standortes wohnt und sich als "Anwalt der Anwohner" sieht, aber weder im Stadtrat noch im Fachausschuss durchsetzen.

In den politischen Gremien hat die ausgewählte Investorengemeinschaft ihr Projekt bereits detailliert vorgestellt. Für die betroffenen Anlieger soll es voraussichtlich im Frühjahr eine Präsentation im Rahmen der Nachbarschaftsbeteiligung geben. „In welcher Form und wann dies geschieht, muss noch abgestimmt werden. Dies wird rechtzeitig bekannt gegeben“, teilt der städtische Pressesprecher Volker Kläne auf Anfrage mit.

Nach dem gefassten Aufstellungsbeschluss wird nun zunächst der Bebauungsplan durch das beauftragte Planungsbüro Diekmann & Mosebach erarbeitet. Darin werden der komplette Gebäudeentwurf mit Ansichten und ein Erschließungsplan enthalten sein. Die Stadtverwaltung gibt zudem Gutachten, unter anderem zu Verkehr, Schall und Artenschutz, in Auftrag.

Bestandteil des Bebauungsplans ist übrigens auch eine geplante Stellplatzanlage der Stadt Vechta, die sich im südlichen Teil des Geltungsbereiches an das private Bauvorhaben bis hin zur Paulus-Bastei anschließt. Nach Angaben der Verwaltung sollen hier neben öffentlichen Parkplätzen auch mehrere Stellplätze für Wohnmobile entstehen. Zur Attraktivität des Standortes dürfte die Nähe zum Zitadellenpark beitragen.

Baugrundstück kostet rund 1,26 Millionen Euro

Sobald der Bebauungsplan ausgearbeitet ist, erfolgt die vorgeschriebene Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange. "Wann der Satzungsbeschluss erfolgen kann, hängt vom Verlauf des Verfahrens ab", erklärt Kläne. Vor dem Satzungsbeschluss sei noch der Durchführungsvertrag zwischen der Stadt Vechta und der Investorengemeinschaft als Vorhabenträger abzuschließen.

Dem Grundstücksverkauf hat der Stadtrat bereits vor Jahresfrist in öffentlicher Sitzung mehrheitlich zugestimmt. Bei dem vereinbarten Preis von 210 Euro pro Quadratmeter muss die Investorengemeinschaft rund 1,26 Millionen Euro für die gewerbliche Fläche hinblättern. Bei der Vertragsgestaltung soll Einigkeit herrschen. Zu Details der Rechtswirksamkeit wollen sich beide Seiten auf Anfrage jedoch nicht äußern.

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