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Stadt Vechta schafft Anreize für nachhaltiges Bauen

Eine neue Förderrichtlinie soll Haus- und Grundstückseigentümer zum Klimaschutz motivieren. Das Spektrum reicht von Versickerungsanlagen bis Dachbegrünungen.

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Wohngebäude mit natürlicher Verkleidung: Die Begrünung von Fassaden und Dächern trägt in Großstädten erwiesenermaßen zur Verbesserung des Klimas bei. Derartige Maßnahmen sollen nun auch in der Stadt Vechta mit Zuschüssen gefördert werden. Foto: Speckmann

Wohngebäude mit natürlicher Verkleidung: Die Begrünung von Fassaden und Dächern trägt in Großstädten erwiesenermaßen zur Verbesserung des Klimas bei. Derartige Maßnahmen sollen nun auch in der Stadt Vechta mit Zuschüssen gefördert werden. Foto: Speckmann

Die Stadt Vechta will einen finanziellen Beitrag für nachhaltiges Bauen leisten. Zu Beginn des neuen Jahres soll eine Förderrichtlinie eingeführt werden, um Haus- und Grundstückeigentümer für vielfältige Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen zu motivieren. Dabei kann es sich um Versickerungsanlagen für Niederschlagswasser, Dach- und Fassadenbegrünungen oder auch das Anlegen von Blühstreifen handeln.

Der Ausschuss für Umwelt, Planung und Bauen hat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für die Einführung der Förderrichtlinie ausgesprochen. Das von der Stadtverwaltung ausgearbeitete Papier geht auf eine Initiative der Grünen zurück. Die Fraktion hat bereits im vergangenen Juli einen entsprechenden Antrag vorgelegt, der nun in der neuen Legislaturperiode zur Beschlussfassung kommt.

Vorschlag der Grünen findet breite Zustimmung

Die Grünen weisen darauf hin, dass die Kommune immer mehr Wohn- und Gewerbeflächen erschließt. Dadurch würden die Böden zum größten Teil versiegelt und das meiste Regenwasser abgeführt, was zudem ein weiteres Absinken der Grundwasserstände nach sich ziehe. "Wir wollen, dass das Regenwasser aufgefangen wird, und etwas für das Mikroklima in der Stadt tun", sagt Ratsherr Bernhard Schwarting.

Das bereits bestehende Konzept zum Grundwasserschutz sei eher vage und unverbindlich. Andere Kommunen im Landkreis Vechta seien schon weiter vorangeschritten, so Schwarting weiter. Er lenkt den Blick auf die Nachbarstadt Lohne, wo zum 1. August 2021 eine Förderrichtlinie in Kraft getreten ist. Auch Damme, Holdorf und Neuenkirchen-Vörden hätten bereits deutliche Schritte hin zu mehr Klimaschutz unternommen.

Der vorgelegte Entwurf der Stadtverwaltung zeigt nun anhand verschiedener Förderbausteine auf, wie Bauherren und Eigentümer von Neubauten und Bestandsimmobilien dazu animiert werden können, einen bewussteren Umgang mit Wasser zu leben, mehr für die Tier- und Pflanzenwelt zu tun, das eigene Hausklima und auch die Erholungsqualität in der Stadt zu verbessern.

Ein wesentliches Element ist der Bau von Versickerungsanlagen, damit das Niederschlagswasser auf dem Grundstück vollständig versickert und nicht in die Kanalisation fließt. Dazu kann auch die Anschaffung von Regenwassernutzungsanlagen wie etwa Zisternen und anderen Sammelbehältern dienen. Für derartige Investitionen sind Fördermittel von bis zu 1500 Euro pro Gebäude oder Grundstück vorgesehen.

Auch die Begrünung von Fassaden und Dächern soll sich lohnen. Bei der Installation von festen Rankhilfen sind gewisse Ausmaße vorgeschrieben. Auch begrünte Dachflächen müssen eine Mindestgröße haben. Hier stellt die Kommune maximal 2500 Euro in Aussicht. Bei der Anlegung von Blühstreifen in Industrie- und Gewerbegebieten locken Zuschüsse in Höhe von bis zu 200 Euro pro Grundstück.

Fördertopf könnte bei Bedarf aufgestockt werden

Der Fördertopf für die einzelnen Bausteine soll zunächst insgesamt 50.000 Euro umfassen. Ob die veranschlagten Mittel ausreichen und Privatleute wie Gewerbebetriebe gleichermaßen zum Zug kommen, bleibt abzuwarten. Sofern das Programm gut angenommen werde, könne Mitte des Jahres über eine Erhöhung des Haushaltsansatzes beraten werden, meint Fachbereichsleiterin Christel Scharf.

Die Richtlinie muss jetzt noch vom Stadtrat abgesegnet werden. Widerstände sind angesichts der breiten Zustimmung im Fachausschuss nicht zu erwarten. Die CDU steht hinter dem Programm. SPD-Fraktionschef Sam Schaffhausen könnte sich bei einer späteren Evaluierung noch weitere Maßnahmen vorstellen. Zustimmendes Nicken auch bei den übrigen Ratsvertretern. Frank Hölzen (WfV): "Anreize sind immer gut."

"Das ist eine wegweisende Richtlinie, um Betriebe und Privatleute zu animieren“Bürgermeister Kristian Kater (SPD)

"Das ist eine wegweisende Richtlinie, um Betriebe und Privatleute zu animieren", meint Bürgermeister Kristian Kater (SPD). Für ihn ist zudem denkbar, dass die Stadt neben der einmaligen Förderung von Maßnahmen auch einen zusätzlichen, langfristigen Bonus bei der Erhebung der Wassergebühren gewährt. "Das könnten wir durch das eigene Wasserwerk machen. Somit hätten wir eine doppelte Förderung. Das wäre ein starker Anreiz."

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